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Oschatz Kemmlitzer Sachsenklub ist der Dorftreffpunkt
Region Oschatz Kemmlitzer Sachsenklub ist der Dorftreffpunkt
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15:17 03.04.2018
Sorgten für das leibliche Wohl der Herbstfestgäste in Kemmlitz: Mario, Michelle und Torsten Horn. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
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Kemmlitz

Das Feuer in den aufgestellten Schalen spendet wollige Wärme. Es ist gegen 19 Uhr und scheint so, als ob das ganze Dorf sich am einstigen Jugendklub versammelt hat. Die Einwohner von Kemmlitz haben nur noch diesen Treff, um sich als Dorfgemeinschaft hier zu treffen. Der Name Jugendklub ist zwar nicht mehr zeitgemäß für das Domizil zwischen Kaolinwerk, Naturschutzlehrpfad und Badesee. Treffender ist der Name Sachsenklub. Vor nunmehr 20 Jahren wurde aus dem ehemaligen Jugendklub in Kemmlitz der Sachsenklub. Ein eingetragener Verein, dem die Bewahrung der Dorfgemeinschaft, des Zusammengehörigkeitsgefühls und des Miteinanders am Herzen liegt. Kati Horn ist die Vorsitzende des Vereins. An diesem Abend hat sie wie weitere Mitglieder alle Hände voll zu tun. Zum Herbstfest hat der Klub eingeladen. Es ist die letzte öffentliche Veranstaltung in diesem Jahr.

Vereinsdomizil in diesem Jahr gerettet

„Das Jahr hatte es in sich. Es war ganz schön turbulent“, sagt Kati Horn, während sie einige der Gäste am Tresen im Klub bedient. „Wir haben unsere traditionellen Feste hier gefeiert, wie das Brauchtums- oder Osterfeuer“, erzählt sie. Die größte Herausforderung für die Mitglieder war jedoch, das Vereinsdomizil zu retten, nachdem die Stadt Mügeln das Areal zum Verkauf ausgeschrieben hatte. Das hat nicht nur Geld gekostet, sondern vor allem auch Nerven. „Aber wir sind froh, dass es eine Lösung gab und so unser Klub auch für das Dorf und die Gemeinschaft erhalten blieb“, so die Vereinschefin.

Nun gehört das Vereinsdomizil einigen Klubmitgliedern. Auf sie und die anderen Mitglieder wartet in den nächsten Wochen eine Menge an Arbeit. „Wir wollen hier im Inneren renovieren. Die Decke muss zum Beispiel unbedingt neu gemacht werden“, so Kati Horn. Doch von diesen Plänen bekommen die Besucher des Herbstfestes vorerst nichts mit. Sie genießen es, sich mal wieder im Dorf zu treffen, bei Glühwein und einer Rostbratwurst das Neueste aus dem Dorf auszutauschen. Wer den Blick in der Runde schweifen lässt, merkt, dass sich nicht nur Dorfbewohner von Kemmlitz versammelt haben. „Unsere Besucher kommen auch aus vielen anderen Orten der Region. Deshalb wollen wir den Klub auch unbedingt erhalten“, erzählt die Vereinschefin.

Klub an jedem Wochenende geöffnet

An jedem Wochenende hat der Klub geöffnet und ist so zu einem Anlaufpunkt geworden. Aber auch schon so manches Familienfest wurde in seinen Räumen schon gefeiert. Und traditionell waren die Mitgl9ieder auch beim Sornziger Blütenfest im Einsatz, haben sich zum Beispiel um die Versorgung der Gäste im Klosterhof mitgekümmert.

Ein großes Fest steht auch im nächsten Jahr dick im Kalender vermerkt. „Wir wollen das 20-jährige Bestehen des Sachsenklubs feiern. Für den 30. März sind schon heute alle Interessierten ganz herzlich zu uns zum Mitfeiern eigeladen“, blickt die Vereinsvorsitzende voraus.

Für 2018 gebe es schon jetzt eine Reihe von Anfragen, den Klub auch für andere Veranstaltungen zu nutzen. Doch in den nächsten Wochen müssen die derzeit 15 Mitglieder erst einmal selbst kräftig zufassen, um die geplanten Renovierungsarbeiten durchzuführen. Aber das stellt für sie keine große Hürde dar, denn in den vergangenen Jahren haben alle schon oft mitgeholfen, das Vereinsdomizil zu erhalten. Und wenn ihre Muskelkraft doch nicht ausreichen sollte, dann gibt es etliche Einwohner, die gern helfen. Denn: Der Sachsenklub ist in Kemmlitz der einzige Ort, wo sich die Dorfgemeinschaft noch treffen kann. Das Kulturhaus wurde abgerissen und auch die Feuerwehrräume gibt es nicht mehr.

Von Bärbel Schumann

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