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Oschatz Kiloweise Rauschgift gebunkert: Döbelner droht Maßregelvollzug
Region Oschatz Kiloweise Rauschgift gebunkert: Döbelner droht Maßregelvollzug
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19:42 02.07.2014

(31). Als er am 4. November vergangenen Jahres im Garten des Mitangeklagten etwa 30 Gramm Crystal und 625 Gramm Marihuana an diesen übergeben wollte, klickten die Handschellen. Seitdem sitzen beide in Untersuchungshaft. Sie müssen sich seit gestern vor dem Landgericht Chemnitz wegen des unerlaubten, bewaffneten Handelns mit Betäubungsmitteln verantworten. Denn bei den Durchsuchungen fanden die Beamten bei Heino V. etliche Messer, einen Teleskopschlagstock, einen Elektroschocker und in seiner Garage an der Mastener Straße eine Schreckschusspistole. Stefan M. hatte in seiner Wohnung einen Schlagring deponiert und ein Klappmesser im Rucksack, als ihn die Fahnder im Garten festnahmen.

Unter den Abnehmern der Angeklagten ist laut Anklagesatz auch Virginia S., die zum Umfeld der Tankstellen-Räuberbande gehörte. Sie hatte das Amtsgericht Döbeln wegen Drogenverbrechen im Februar 2014 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt (die DAZ berichtete).

Am gestrigen Prozesstag machte die 1. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Simone Herberger den Angeklagten jeweils ein Angebot: Im Falle eines Geständnisses sicherte sie Stefan M. eine Bewährungsstrafe zu und Heino V. eine Gefängnisstrafe von drei bis dreieinhalb Jahren. Stefan M. ging darauf ein, Heino V. legte ein Teilgeständnis ab. Bei ihm kommt neben der Haftstrafe auch die Unterbringung im Maßregelvollzug in Betracht, weshalb das Gericht noch einen psychiatrischen Gutachter hören wird.

Im mutmaßlichen Dealerduo ist Stefan M. offenkundig der sprichwörtliche "kleine Fisch". Nicht vorbestraft, die Schule ordentlich abgeschlossen, eine Lehre erfolgreich absolviert. Seine Eltern besuchen ihn regelmäßig in der Untersuchungshaft. Diese bezeichnete er gestern auf Nachfrage der Kammervorsitzenden als "abschreckend." Sollte er auf Bewährung freikommen, könnte er sofort eine Arbeitsstelle in der Region Oschatz antreten. "Ich habe die Zusage, dort anfangen zu können", sagte er.

Anders sieht es bei dem vielfach vorbestraften Heino V. aus. Zuletzt lebte er von Hartz VI. Er räumte gestern zwar die Drogenübergabe in seinem Garten ein. Zu der vorgefundenen stattlichen Menge Bargeld von 9500 Euro sagte er aber nichts und auch nicht zu den 1,6 Kilogramm Haschisch, 1,3 Kilogramm Marihuana und 3,72 Gramm Crystal, die die Zollfahnder im November 2013 sicherstellten. In V.'s Fall kam es vor Gericht auch zu keiner Verständigung nach dem Prinzip Strafobergrenze gegen Geständnis. Staatsanwalt Till von Borries hegte daran ohnehin Zweifel und verwies auf andere Drogenprozesse vor Gerichten in Dresden und Leipzig, wo die Angeklagten für ähnlich gelagerte Straftaten deutlich höhere Strafen erhalten hatten. "Die Staatsanwaltschaft muss darauf achten, dass es sich die Waage hält", sagte er.

Heute setzt die Herberger-Kammer den Prozess mit der Beweisaufnahme fort. Zwei Zeugen sollen über die Festnahme aussagen. Zudem muss an einem weiteren Verhandlungstag der Gutachter über V.'s Schuldfähigkeit berichten, was auch für die Art der Strafe wichtig ist: Gefängnis oder Psychiatrie? Am 17. Juli will die Kammer die Urteile verkünden.

Dirk Wurzel

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