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"Kindergärtnerin war von Anfang an mein Traumberuf"

"Kindergärtnerin war von Anfang an mein Traumberuf"

Ablaß. Für Erzieherin Liane Lemke war gestern in der Kindertagesstätte "Zur Hummelburg" in Ablaß der letzte Arbeitstag. Im kommenden Monat wird sie 64 Jahre alt, geht nun nach 45 Berufsjahren in den verdienten Ruhestand.

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Liane Lemke inmitten ihrer Schützlinge: Gestern war ihr letzter Arbeitstag - sie wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Quelle: Bärbel Schumann

Von Bärbel Schumann

 

 

Nach dem Besuch der Fachschule für Kindergärtnerinnen in Leipzig begann Liane Lemke zuerst im Kindergarten in Kroptewitz (Altkreis Döbeln) zu arbeiten. "In Ablaß gab es zu dieser Zeit nur während der Ernte einen sogenannten Erntekindergarten", erzählt sie. Wer in Ablaß damals seine Kinder ganzjährig betreuen lassen wollte, brachte sie nach Kroptewitz. 1973 legte Liane Lemke eine einjährige Baby-Pause ein. Wieder zurück im Berufsleben, suchte man 1974 in Ablaß eine Kindergärtnerin. Die Nachfrage nach ganzjährigen Kindergarten-Plätzen war dort vor allem durch die Entwicklung des Obstanbaues gestiegen und im ehemaligen Gut Kraft wurde schließlich auch in Ablaß ein Kindergarten eingerichtet. "Da war alles sehr spartanisch", erinnert sich die Erzieherin. Doch es habe Spaß gemacht, mit den Kindern zu arbeiten. "Es war eine Ein-Gruppen-Einrichtung. Ich war Leiterin und Erzieherin, für alles selbst verantwortlich. Nur Irmgard Schindler stand mir als Helferin und gute Seele zur Seite", berichtet die ehemalige Kita-Leiterin.

 

Das Essen kam aus der LPG-Küche. "Als die ersten Wohnblocks gebaut wurden und junge Leute nach Ablaß zogen, platzte unser Kindergarten aus allen Nähten. Gemeinde und LPG suchten nach einer Lösung, bauten schließlich drei miteinander verbundene Häuser auf. Die Einrichtung zu beschaffen, sei schwierig gewesen. "Aber mit einer Kiste Äpfel und anderen Spezialitäten öffnete sich manche Tür."

 

1978 konnte die neue Einrichtung bezogen werden. "Unser Spielzeug und andere Dinge habe ich mit den Kindern und dem Privatauto selbst in die neue Einrichtung geschafft. Da wuchs die Vorfreude von Tag zu Tag", erzählt die 63-Jährige. Anfang der 1980er Jahre besuchten um die 120 Kindergartenkinder die Ablaßer Kindereinrichtung. Zur Wende wurden es weniger. Doch schließlich kamen 1990 die Krippen- und Hortkinder hinzu. "Nicht nur das war neu. Wir Mitarbeiterinnen haben uns dann alle noch einmal auf die Schulbank gesetzt und unseren Abschluss als Erzieherin abgelegt", blickt Liane Lemke zurück, die bis 2003 das Haus leitete. "Kindergärtnerin war von Anfang an mein Traumberuf", sagt die Westewitzerin.

 

Als bei ihrem Berufsstart die Ablaßerin Steffi Kretzschmar zu den von ihr betreuten Kindern gehörte, hätte keiner der beiden gedacht, dass sie einmal Kolleginnen sein würden. Das Sprechen fällt Steffi Kretzschmar schwer, eine Träne rollt über ihr Gesicht bei der Verabschiedung. "Liane Lemke war schon meine Erzieherin, hat meine Kinder betreut und jetzt auch meine Enkel", setzt sie fort. Einfühlsam, flexibel, ideenreich, zuverlässig, geduldig und noch viele andere Eigenschaften haben alle in der Kita an ihrer Kollegin geschätzt. "Alle Kinder, Eltern, wir Erzieher und Mitarbeiter werden Liane vermissen", sagt Steffi Kretzschmar.

 

Die nun gewonnene Freizeit möchte Liane Lemke künftig ihrem Mann, den Kindern und Enkeln widmen. Sie freut sich auf Wanderungen in den Bergen und auf die Gartenarbeit.

Bärbel Schumann

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