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Kirchgemeinde Borna spendiert Waisenkindern in Uganda eine Schulküche

Hilfsprojekt Kirchgemeinde Borna spendiert Waisenkindern in Uganda eine Schulküche

Rico Bernecker aus Bornitz hat ein fünfmonatiges Praktikum in Uganda absolviert. Dabei betreute er in einer privaten Schule Waisenkinder und verbrachte mit ihnen die Freizeit. Der 22-Jährige startete ein Hilfsprojekt, sammelte in seiner Heimatregion Geld und brach jetzt zu seinem zweiten Einsatz auf. Geplant ist dabei der Bau einer Schulküche.

Rico Bernecker fliegt mit seinem Vater Udo nach Uganda.

Quelle: Foto: Dirk Hunger

Bornitz. Das Reisefieber hat Rico Bernecker wieder gepackt. Sein fünfmonatiger Einsatz in einer privaten christlichen Schule mit angeschlossenem Waisenhaus in Uganda hat den Bornitzer stark geprägt – und lässt ihn nach eigenen Angaben nicht mehr los. Der 22-Jährige studiert derzeit Religionspädagogik mit Sozialarbeit in Moritzburg und entschied sich im vergangenen Jahr für ein soziales Praktikum in dem ostafrikanischen Staat. In der Early Learning School in Entebbe, einer Kleinstadt am Viktoriasee im Osten des Landes gelegen, erledigte er mit Waisenkindern die Hausaufgaben, betreute sie und spielte mit ihnen oder unternahm auch Ausflüge (wir berichteten). Schließlich startete er ein Hilfsprojekt, das nun seine Fortsetzung finden soll. „In Uganda sagt man nicht tschüss, sondern wiedersehen. Beim Abschied war ich fest entschlossen, das Projekt weiter führen zu wollen“, resümiert Bernecker über seinen erlebnisreichen und spannenden Einsatz gegenüber der Oschatzer Allgemeinen.

Vater Udo begleitet seine Sohn nach Entebbe

Dass es ihn damals in das ärmliche Land zog, davon waren seine Eltern und die Freundin zunächst nicht gerade begeistert. Aber jetzt hat sogar Vater Udo die Koffer gepackt und begleitet seinen Sohn nach Entebbe. „Rico hat uns viele Bilder gezeigt und wir haben gemerkt, dass er sehr sozial engagiert ist. Der Kontakt nach Uganda ist nicht abgebrochen und irgendwann hat er mich gefragt, ob ich nicht mitkommen möchte. Nach anfänglichem Zögern habe ich schließlich zugesagt“, so Udo Bernecker, der beruflich als Kfz-Meister selbstständig ist. Drei Wochen lang wollen die Beiden nun in Uganda die Ärmel hochkrempeln und dabei helfen, die Schule und das Waisenhaus auf Vordermann zu bringen. Während dieser Zeit wird Udo Berneckers Vater Kurt die Geschäfte in Borna weiterführen. „Er ist mit seinen 78 Jahren noch rüstig und wird mich drei Wochen lang vertreten.“ Im Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz setzte sich Rico Bernecker nach seinem ersten Einsatz mit Freunden zusammen, gründete einen Arbeitskreis und war im Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz unterwegs, um Spenden zu sammeln. „Die Kirchgemeinde Borna und die Menschen hier haben mich sehr unterstützt. Ich habe Vorträge über die Zeit in Uganda und speziell über die Schule gehalten und erzählt, wie es den Menschen dort geht und dass sie sich Unterstützung für ihre Schule wünschen“, berichtete Bernecker. So sei ein Spielplatz entstanden und wurde Teilgebäuden der Schule ein neuer Anstrich verpasst.

2000 Euro Spenden für Schulküche

Die begonnenen Arbeiten fortzusetzen, koste natürlich Geld. Immerhin 2000 Euro an Spendengeld sei mittlerweile zusammengekommen. Auch eine Waschaktion von Autoscheiben der Kirchgemeinde Borna füllte die Spendenkasse. Für das Geld soll zum Beispiel eine neue Schulküche gebaut werden, doch die Summe reiche gerade mal für die Hälfte des ehrgeizigen Vorhabens, schätzt Bernecker. Und: „Die Wohnheime für die Waisenkinder sind noch nicht fertig.“ Von den 95 Schülern der Klassen 1 bis 7 seien immerhin 70 Waisen. Sie hätten entweder keine Eltern mehr, seien zum Teil auch einfach ausgesetzt worden oder mussten unter häuslicher Gewalt sowie sexuellem Missbrauch leiden.

Während des Aufenthaltes in Entebbe wohnt Rico Bernecker mit seinem Vater bei einer Gastfamilie, die neun eigene Kinder und außerdem vier Adoptivkinder hat. Die Familie war bereits während seines fünfmonatigen Einsatzes sein Zuhause auf Zeit. „Die Gastmutti Trina Namata freut sich schon auf uns und holt uns vom Flughafen ab“, weiß der Bornitzer. Am Donnerstag ging es von Berlin mit dem Flugzeug zunächst nach Abudabi und nach einem Zwischenaufenthalt nach Entebbe weiter. Da es sich um einen Langstreckenflug handelte, konnten Beide jeweils zwei Koffer mit je 23 Kilogramm Gepäck mitnehmen. Eine gute Gelegenheit für Mitbringsel. So seien vor der Abreise eigene Sachen und die von Freunden aussortiert und als Geschenk mit nach Uganda genommen worden.

Fußball soll auch wieder gespielt werden

Von seinem Einsatz verspricht sich Rico Bernecker aber nicht nur schweißtreibende Arbeit, sondern er möchte auch wieder etwas mit seinen Schützlingen unternehmen. „Wir werden die eine oder andere Fußballaktion wieder ins Leben rufen und haben vor, mit den Kindern schwimmen zu gehen“, stellt er sich vor. Zwar sei der Viktoriasee in unmittelbarer Nähe, doch das Baden dort aufgrund von teilweiser Verunreinigung und Gefahr von Krankheiten nicht möglich. Deshalb wollen Berneckers den Kindern ein Bad in einer Hotelanlage spendieren, was sie sich ansonsten gar nicht leisten könnten.

Froh wäre Rico Bernecker, wenn noch weitere Menschen der Region das Projekt und die Hilfsaktion finanziell unterstützen würden, denn: „Ich lege sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit, denn oft geraten solche Projekte nach gewisser Zeit in Vergessenheit.“

Infos zum Verein und dem Partnerprojekt unter http://malayaka-haus.de/der-verein/partner-projekte/; Spendenkonto: Vereinigte Volksbank, IBAN: DE21 6039 0000 0469 2960 03, BIC: GENODES1BBV

Von Heinz Großnick

Bornitz 51.0874955 12.1686991
Bornitz
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