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Kleine Geste: Oschatzer öffnen ein Fenster für den Weltfrieden

Kleine Geste: Oschatzer öffnen ein Fenster für den Weltfrieden

Eine weiße Taube, weltweit Symbol für den Frieden, steht ab heute im Stadtzentrum offiziell für die aktuellen Bemühungen um ein konfliktfreies Miteinander.

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Susanna Karawanskij (l.), Berthold und Joachim Zehme, Annegret Kaiser, Felix und Anna vor dem Friedensfenster.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Von christian kunze

 

Auf den Tag genau heute vor 473 Jahren wurde der Oschatzer Friedensvertrag geschlossen. In der Döllnitzstadt wurde am 10. April 1542 das Ende einer Auseinandersetzung zwischen dem Herzog Moritz von Sachsen und seinem Cousin, Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen besiegelt. Der Streit um die Türkensteuer zur finanziellen Bewältigung der Türkenkriege ging als Wurzener Fehde oder "Fladenkrieg" in die Geschichtsbücher ein.

 

Das historisch markante Datum ist für die Mitglieder der Oschatzer Friedensinitiative Anlass, das erste offizielle Oschatzer Friedensfenster zu öffnen und mit Leben zu erfüllen. Gestern Mittag war es in der Sporerstraße zwischen dem Altmarkt und dem Neumarkt so weit: Joachim Zehme und sein Vater Berthold, die Begründer des Projektes, hatten sich zur Eröffnung des ersten Fensters prominente politische Unterstützung geholt. Peter Streubel vom Ortsverband der Oschatzer Linkspartei sowie Susanna Karawanskij, Abgeordnete für den Landkreis Nordsachsen im Deutschen Bundestag, machten sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der Initiative, der auch die Querbitzscher Künstlerin und Sozialpädagogin Annegret Kaiser gehört. Mit ihr gemeinsam schufen Querbitzscher Kinder einen großen Teil des farbenfrohen Fensterbildes, das künftig in den Abend- und Nachtstunden angestrahlt werden und somit die Passanten zum Innehalten anregen soll. So jedenfalls wünscht es sich Joachim Zehme.

 

Angesichts der steigenden Zahl von Konflikten weltweit und der damit verbundenen Zunahme an Flüchtlingen sei es unerlässlich, das Friedensbewusstsein in der Bevölkerung zu stärken. Das ist Ansinnen der Initiative. Neben weiteren Schaufenstern, die dem Motto entsprechend gestaltet werden, ist am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, in Oschatz ein Treffen von Vertretern verschiedener Nationen geplant, blickt Joachim Zehme voraus. Amerikaner, Fanzosen, Russen, Briten, Tschechen, Polen und Deutsche werden dann miteinander ins Gespräch kommen. Ferner ist eine "Friedensfahrt" mit der Döllnitzbahn und die Eröffnung einer Ausstellung zur Problematik im Jugend-, Kultur- und Umweltzentrum E-Werk in Oschatz in Vorbereitung, sagte Zehme. Weitere wichtige Daten sind im Oschatzer Friedensschaufenster ebenfalls verewigt: der 1. September als Weltfriedenstag und der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit. Spontan wurde diese Aufzählung von den Vertretern der Linkspartei noch um den 27. Januar (Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz) und den 9. November (unter anderem Fall der Berliner Mauer) ergänzt.

 

Susanna Karawanskij nahm nicht nur ein Friedensgedicht aus den Händen Joachim Zehmes, sondern auch einige Anregungen mit. "Bei manch einer verbalen Auseinandersetzung im Plenarsaal belassen es die Kollegen im Meinungsaustausch nicht bei Degen oder Florett. Sie greifen rhetorisch auch schon einmal zu Säbel oder Streitaxt", stellte die Politikerin mit Bedauern fest.

Christian Kunze

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