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Kleine Waffe bringt Ex-Mügelnerin großen Ärger

Gericht Kleine Waffe bringt Ex-Mügelnerin großen Ärger

Eine ehemalige Mügelnerin ist vom Amtsgericht Döbeln zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Die 45-Jährige soll eine kleinen Schreckschuss-Revolver zu einer scharfen Waffe umgebaut haben.

Der Revolver „Röhm Little Joe“ sieht aus wie ein Spielzeug.

Quelle: privat

Döbeln/Mügeln.

 

Bei der 45-jährigen Döbelnerin fand die Polizei sogenannte erlaubnisfreie Waffen, wie Schreckschuss- oder Gasdruckpistolen. Aber auch einen kleinen Schreckschuss-Revolver der Marke „Röhm Little Joe“. Der sieht zwar aus wie ein Spielzeug, wie eine Fliegenpistole. Aber damit konnte man scharf schießen, hat das Gutachten ergeben. Die Sperren in Schreckschusswaffen sollen genau das verhindern. Aber die Frau hatte die Laufsperre entfernt und eine Kammer der Trommel so präpariert, dass Little Joe scharfe Schüsse abgeben konnte. Das Kuriose dabei: Bereits zweimal hatte die Frau Polizisten zu Gast, die ihre Wohnungen durchsuchte. Zweimal hatten die Beamten offenbar kein Interesse an Little Joe und ließen ihn der Frau. Darüber wunderten sich im Amtsgericht Döbeln Staatsanwältin Angelika Rickert, Richterin Magdalena Richter und Rechtsanwalt Enrico Brand. Angeklagt war die Döbelnerin aber nicht wegen der Sachbeschädigung am Asylheim, sondern weil sie den Revolver scharf gemacht und besessen hatte.

Bereits als sie noch in Mügeln wohnte, war die Frau mit einem scharf gemachten Schreckschuss-Revolver aufgefallen. Sechs Monate Haft lautete das Urteil des Amtsgerichtes Torgau für diese Tat. Als sie nach Döbeln gezogen war, hatte die Revolverfrau wieder Ärger mit der Polizei. Sie warf eine Patrone im Kleinkaliber „.22 lang“ und ihren abgelaufenen Personalausweis in einen Papierkorb am Rasthof Heiterer Blick in Mockritz. Und hatte deswegen wieder die Polizei zu Besuch. Die Beamten fanden damals freie Waffen, denen aber bestimmte Prüfzeichen fehlten. Eine Strafe für den Besitz dieser nicht ganz koscheren Knarren wäre aber gegen die sechs Monate Haftstrafe aus Torgau nicht groß ins Gewicht gefallen. Also stellte Richterin Christa Weik das Verfahren damals ein. Den kleinen scharfen Revolver ließen die Beamten übrigens bei der Döbelner Durchsuchung zum zweiten Mal liegen.

„Meine Mandantin war sehr waffenaffin“, sagte Rechtsanwalt Brand. Er gab zu verstehen, dass er mit einer Einstellung des Verfahrens leben könne. Richterin Richter hatte zunächst Zweifel, dass die Angeklagte ihr Interesse an Ballermännern verloren hat und stützet sich dabei auf einen Bericht der Bewährungshilfe. Demnach habe die Döbelnerin bei einem Termin bei der Bewährungshilfe gesagt, dass sie gerade eine Waffe trage. Richterin Richter sah aber auch die juristischen Schwierigkeiten, eine Gesamtstrafe mit den früheren Verurteilungen bilden zu können. Rechtsanwalt Brand sagte, dass seine Mandantin für Little Joe längst verurteilt wäre, wenn die Polizei den Revolver bei der ersten Durchsuchung sichergestellt hätte.

Das, und die Tatsache, dass die Frau nicht ganz gesund ist, brachte die Juristen zu der Einigung, das Verfahren wegen geringer Schuld einzustellen. Wenn die Revolver-Heldin 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leistet, ist die Sache für sie vom Tisch. „Sie stehen jetzt unter Beobachtung. Lassen Sie die Finger davon. Beim kleinsten Pups rückt wieder die Polizei bei Ihnen zu Hause an. Und dann gibt es womöglich härtere Strafen“, sagte Staatsanwältin Rickert.

Ins Gefängnis wird die 45-Jährige aber wahrscheinlich trotzdem noch müssen. Die Strafe für den scharfgemachten Revolver hatte das Amtsgericht Torgau zur Bewährung ausgesetzt, diese aber dann widerrufen. Das Torgauer Urteil diente der Staatsanwaltschaft übrigens auch dazu, das Verfahren wegen der Sachbeschädigung am Döbelner Asylheim zu beenden. „Das Verfahren wurde gemäß Paragraf 154 Strafprozessordnung eingestellt. Nach dieser Vorschrift kann von der weiteren Verfolgung abgesehen werden, wenn die zu erwartende Strafe neben einer anderen Strafe nicht erheblich ins Gewicht fiele“, teilt Staatsanwältin Jana Brockmeier, stellvertretende Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, auf Nachfrage mit.

Von Dirk Wurzel

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