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Oschatz Kleingärtner der Region Oschatz sauer über Preissprung bei Samenkörnern
Region Oschatz Kleingärtner der Region Oschatz sauer über Preissprung bei Samenkörnern
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00:37 20.04.2018
Karl Krenn ist Kleingärtner im Kleingartenverein Erich Billert in Oschatz. Quelle: Foto:
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Oschatz

„Saatgut wird immer teurer“, behauptet der Kleingärtner Karl Krenn. Und mit dieser Ansicht steht er nicht alleine da. Das fällt vor allem jetzt auf, wenn die Samen und jungen Pflanzen in die Erde müssen.

Seit 1981 Anbau in der Sparte Billert

Der Rentner hat eine Parzelle in der Kleingartenanlage Erich Billert in Oschatz. Seit 1981 pflanzt er hier sein Obst und Gemüse selber an. „Die Erhöhung der Preise merkt man beim Kohlrabi und den Karotten, ganz besonders jedoch bei den Steckkartoffeln. Hat man im vergangenem Jahr für fünf Kilo Kartoffeln noch sechs Euro bezahlt, sind es 2018 bereits über acht Euro. Eine Pflanze Kohlrabi kostet heute 25 Cent. Früher waren es noch 15 Cent.“ Er schüttelt den Kopf. Denn angesichts dieser Entwicklung sei verständlich, warum gerade junge Leute viel weniger anbauen. Für ihn kommt das dennoch nicht in Frage. Denn bei eigenen Produkte stimme einfach der Geschmack. „Jüngere Kleingärtner nutzen den Garten hauptsächlich, um sich zu entspannen. Auch die Älteren wollen hier natürlich mal ruhen, doch sie sehen den Garten viel mehr als Möglichkeit, selber anzubauen und zu ernten“, sagt Vorstandsvorsitzender Christoph Senkel. „Wenn ich eine Rasenfläche sehen möchte, dann kann ich in den Park gehen. In einem Garten brauche ich das nicht“, ergänzt Karl Krenn.

Zu wenige 1-Euro-Jobber

Zudem bedauert Christoph Senkel, dass immer mehr Lebensmittel produziert würden. „Vieles wird weggeworfen, weil es in dem Maße gar nicht verwendet werden kann.“ Dafür gäbe es an anderen Stellen zu wenig. „Wir haben hier in der Kleingartenanlage Tafelgärten. Doch anstatt der sechs 1-Euro-Jobber, die uns damals unterstützt haben, gibt es heute nur noch zwei. Somit können pro Garten nur noch 33 Prozent an Obst und Gemüse angebaut werden. Umso weniger kommt zur Tafel, was wir sehr bedauern.“ Froh ist er dagegen über die Mitglieder, die ihre Gärten pflegen, Obst und Gemüse anbauen. „Früher waren die Menschen gezwungen etwas anzubauen. Da waren sie froh, dass sie ein Stück Land hatten.“ Einer von diesen war Karl Krenn. Viel hat er in den Garten investiert und hatte damals auch Unterstützung von anderen Kleingärtnern.

Austausch von Saatgut

Oft tauschen sich die Kleingärtner auch untereinander mit dem Saatgut aus, weiß Andreas Zschau, Vorsitzender des Regionalverbandes der Kleingärtner Torgau/Oschatz. Und dabei nimmt er sich selbst nicht aus. „Wir bestimmen natürlich nicht, wo die Kleingärtner ihr Saatgut her holen. Schon immer gab es den Austausch und das ist auch gut so“, sagt Andreas Zschau. Kohlrabi, Möhren und Schoten hat Karl Krenn bereits in der Erde. Als nächstes folgen Bohnen, Kartoffeln und Spinat. Auch Schnittlauch und Petersilie wird man dann in seinem Garten finden. „Diese können abgeschnitten und für später eingefroren werden.“ Eins ist sicher. Solange es möglich ist, möchte Karl Krenn seinen Garten selbst bewirtschaften, damit seine Ernte auch tatsächlich echte Bio-Produkte sind.

Von Kristin Engel

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