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Oschatz Klimakammer für Filme: Bewegte Bilder werden in Wermsdorf kaltgestellt
Region Oschatz Klimakammer für Filme: Bewegte Bilder werden in Wermsdorf kaltgestellt
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11:55 19.05.2015
Stefan Gööck sichert im Archivzentrum Hubertusburg altes Filmmaterial. Quelle: Dirk Hunger
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Wermsdorf

Leiter der Archivverwaltungen von Bund und Ländern haben sich deshalb jetzt bereits zum zweiten Mal in Wermsdorf getroffen, um eine Handlungsempfehlung zu entwickeln, wie mit Ton-, Film- und Videoaufnahmen zu verfahren ist.

Gastgeber des Workshops ist das Archivzentrum Hubertusburg des Sächsischen Staatsarchives. "Wir wollen uns um die Behandlung von audiovisuellem Archivgut kümmern, damit künftige Generationen einmal genauso auf das Material zugreifen können wie wir heute", erklärt Thomas-Sergej Huck, Referatsleiter aus dem Hubertusburger Archivzentrum. Im Herbst des vergangenen Jahres habe deshalb bereits eine ähnliche Veranstaltung stattgefunden, die sich mit der Erhaltung von Tönen beschäftigt hat. Ziel beider Termine sei, den Archivverwaltungen der Länder und des Bundes eine Arbeitsgrundlage zur Verfügung stellen zu können, wie bewegt-bildhaftes und anhörbares Archivgut zu behandeln ist: "Das Ergebnis soll in der beruflichen Praxis umsetzbar sein." Zur Unterstützung wurden außerdem Vertreter des deutschen Rundfunkarchives und Profis von Fachunternehmen nach Wermsdorf eingeladen.

Dabei ist durchaus klar, dass sich die Formate zum Abspielen von Ton- und Filmaufnahmen im Laufe der Zeit ändern. "Deshalb betrachten wir die Sicherung und die Nutzung getrennt", beschreibt Stefan Gööck, der im Archivzentrum Hubertusburg für ebendieses Archivgut zuständig ist. "Man kann eine Quelle in einer Klimakammer aufbewahren und in 100 Jahren in einer dann üblichen Form benutzen", blickt er voraus. Ausschlaggebend für die Art des Archivierens sei das bestehende Material. Bei Filmen etwa bevorzuge man zurzeit tatsächlich die Aufbewahrung in einer Klimakammer, bei Tonaufnahmen setze man dagegen auf Digitalisierung.

Egal ob Mitschnitte auf VHS-Kassetten vorliegen, Super-8-Filme zu archivieren sind oder ganze Kinofilme für die Nachwelt erhalten werden müssen - die nötige Technik steht in den Werkstätten der Archivverwaltungen bereit. Auch in Wermsdorf kann Stefan Gööck Tonbänder und Filme verschiedener Art zwischen die Spulen aufziehen, abspielen und auf neue Datenträger übertragen.

Das Archivzentrum in Wermsdorf ist hochmodern, obwohl es in einer knapp 300 Jahre alten Hülle steckt. 2009 eröffnete der Freistaat die Einrichtung des Staatsarchives in einem Seitenflügel von Schloss Hubertusburg. Rund 26,5 Millionen Euro hat das Land dafür investiert. Herzstück des Kompetenzzentrums ist eine Papier-Nassbehandlungsanlage, mit deren Hilfe beschädigtes Material entsäuert und gespült werden kann. Nachdem das historische Archiv der Stadt Köln 2009 eingestürzt war, haben die Mitarbeiter in Wermsdorf Amtshilfe geleistet und gerettetes Archivgut gereinigt und konserviert (wir berichteten). "Unsere Stärke ist die Arbeit mit Papier. Jetzt geht es darum, die Kompetenzen im Umgang mit Film und Ton zu stärken", so Thomas-Sergej Huck.

Jana Brechlin

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