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Oschatz Klimawandel ist Stress für Bäume im Wermsdorfer Wald
Region Oschatz Klimawandel ist Stress für Bäume im Wermsdorfer Wald
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14:55 13.06.2018
Bei einer Exkursion im Wermsdorfer Wald informierten sich die Teilnehmer über Möglichkeiten zum Waldumbau angesichts des Klimawandels. Quelle: Foto: Forstbezirk Leipzig
Luppa

Lange, trockene Sommer und ausbleibende Niederschläge machen auch Waldbesitzern in der Region zu schaffen. Der Forstbezirk Leipzig hat darauf reagiert und eine Beratung zum Thema „Kiefernbetriebe im Klimawandel“ angeboten. 38 Waldbesitzer, Forstleute und weitere Interessenten folgten der Einladung und kamen im Waldgasthof zwischen Luppa und Kühren zusammen.

Probleme durch Kohlendioxid-Ausstoß

Sandra Collin und Markus Lohr vom Kompetenznetzwerk Klimawandel beschrieben die Probleme durch den Kohlendioxid-Ausstoß, steigende Temperaturen und sinkende Regenmengen und zeigten Wege auf, wie Waldbesitzer sich dem stellen können. Denn auch wenn Landwirte mit den gleichen Umständen kämpfen, stehen Forstbesitzer vor der Herausforderung, heute Bäume pflanzen zu müssen, die auch in 100 Jahren noch mit den dann herrschenden Umweltbedingungen zurechtkommen sollten.

Nadelbäume wie Fichte, Lärche und Kiefern leiden besonders unter dem Klimawandel. Eine Lösung für Waldbesitzer wäre zum Beispiel, ihre Bestände regelmäßig zu pflegen. „Gut bekronte Bäume mit ausreichend Platz zum Wachsen können besser mit Wetterextremen umgehen als dicht gedrängte Waldbestände“, fasst Mathias Stahn, Referent für Privat- und Körperschaftswald im Forstbezirk, zusammen.

Kieferntagung am 8. Juni 2018 mit Exkursion im Wermsdorfer Wald. Quelle: Forstbezirk Leipzig

Dies würden die Schäden verdeutlichen, die das Sturmtief Friederike Anfang Januar hinterlassen hat. Die dabei entstandenen Freiflächen seien jedoch nicht nur ein Verlust, sondern würden gleichzeitig die Chance bieten, Baumarten zu pflanzen, die besser an die heißen Sommer angepasst sind. Heimische Laubbäume wie Stiel- und Traubeneichen oder nordamerikanische Vertreter wie Roteiche und Douglasie seien dabei durchaus ernstzunehmende Alternativen, so Stahn.

Experten beraten zu Waldumbau

Bei der anschließenden Exkursion im Wermsdorfer Wald wurden die theoretischen Ausführungen durch Beispiele aus der Praxis ergänzt. Bis in die Abendstunden seien Möglichkeiten zur Durchforstung und Verjüngungsvarianten diskutiert worden. Einig seien sich alle Teilnehmer gewesen, dass großer Handlungsbedarf besteht und dies alle Waldbesitzformen betrifft.

Hier können interessierte Eigentümer vom Wissen der Experten profitieren. „Waldbesitzer, die sich bei der Pflege oder Bewirtschaftung ihres Waldes unsicher sind, können sich bei Forstbetriebsgemeinschaften oder dem Sachsenforst Unterstützung holen“, informiert Mathias Stahn. Auch wenn die Herausforderungen groß sind, seien Passivität und Resignation fehl am Platz, betont Markus Lohr vom Kompetenznetzwerk Klimawandel. „Bleiben Sie optimistisch, lassen Sie sich professionell beraten und handeln Sie konsequent“, sprach er den Teilnehmern Mut zu, „dann sind auch große Herausforderungen zu beherrschen.“

Von Jana Brechlin

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