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Oschatz Kloster Sornzig und Sornziger Stiftung feiern gemeinsam Geburtstag
Region Oschatz Kloster Sornzig und Sornziger Stiftung feiern gemeinsam Geburtstag
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17:31 16.09.2016
Zum Jubiläum übergab Wolfgang Scheefe (3.v.l.) vom Förderverein Obstland eine Obstlandbank an das Kloster. Mit dabei v.l.n.r. sitzend Hans-Achim und Bettina Schubert, sowie stehend v.l.n.r. Bürgermeister Johannes Ecke, Wolfgang Hanns und Andreas Lobe. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
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Sornzig

Feste soll man feiern wie sie fallen. Und deshalb wurde gestern im Kloster Marienthal das Jubiläum „775-Jahre Kloster Marienthal“ und „20 Jahre Stiftung Dr. Ludolf Colditz“ gefeiert. Die Geschichte des 1241 gegründeten Klosters ist wechselvoll. Einst zum Zisterziensserinnen Orden zugehörig, befand sich das Kloster viele Jahrzehnte später in der Hand Sachsens, ehe es im Jahr 1892 der Leipziger Stadtplaner Dr. Ludolf Colditz erwarb, ausbaute und eine Klostergärtnerei gründete, und damit in der Region Sornzig den Obstanbau forcierte. 1945 enteignet, kauften es die Nachfahren der Familie nach der Wende zurück, gründeten die Stiftung, um das Kloster zu erhalten und daraus einen Ort der Besinnung und Begegnung, aber auch der Kultur und Tradition zu machen. All das spiegelte sich im Programm zum Jubiläum wider.

Zum Auftakt gestaltete Ortspfarrerin Jutta Gildehaus eine Andacht im Garten, wo heute ein Steinaltar an die Klosterkirche erinnert. Zu den Gästen gehörten Äbtissin Elisabeth Vaterodt und der Spiritual Dr. Bruno Hannöver vom Kloster Sankt Marienthal in Ostritz. Im Anschluss hatte die Stiftung des Klosters zu einer Podiumsdiskussion in die Klosterscheune eingeladen. 70 Gäste erfuhren Interessantes aus Vergangenheit und Gegenwart, vor allem jedoch, wie es in dem einstigen Zisterzienserinnen-Kloster heute gelingt, die örtliche Geschichte, die Traditionen des Obstanbaus zu wahren und mit einem breiten Angebot an Veranstaltungen und touristischen Angeboten das Klosterleben heute zu bereichern.

Hans-Achim Schubert, einer der beiden Vorstände der Stiftung, berichtete, dass seit dem Rückkauf des Areals allein 1,3 Millionen Euro in die erste Sanierung des Klosters flossen. 20 Prozent davon waren Eigenmittel. Inzwischen wurden auch 120000 Euro, darunter EU-Mittel, in die Erneuerung der Klosterscheune gesteckt. Noch sei alles nicht fertig, aber Dank Improvisation könne schon in dem historischen Gemäuer gefeiert werden. Aufschlussreich waren die einzelnen Beiträge in der Runde, die Einblicke beispielsweise in den Alltag der LPG- Obstproduktion im Klosterbüro, an Kinderjahre auf dem Areal, für heutiges Engagement im ansässigen Obstbauverein, als Motor für ein abwechslungsreiches kulturelles Leben, über die Wichtigkeit des Klosters für die Stadt Mügeln oder dem einfachen Alltag hinter den historischen Mauern gaben.

Zwei Überraschungen erlebten schließlich alle Anwesenden. Seit gestern hat die Route des Mügelner Bankenzentrums im Ortsteil Sornzig ein Ziel. Nahe dem Eingang zu Marienthal steht nun die Obstlandbank. Wolfgang Scheefe, Vorsitzender des Fördervereins Obstland, übergab das hölzerne Sitzmöbel mit je einem geschnitzten Apfel und einer Birne an den Seiten als Geschenk. Außerdem wurde die Anlage mit seltenen Obst- und Wildobstsorten im Klostergarten durch Hannelore und Volker Umbreit neu ausgeschildert. Symbolisch als Verbindung zwischen Tradition, Praxis und Forschung durfte Dr. Wolf-Dieter Wackwitz vom Sächsischen Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie das letzte Schild am Strauch der Pillnitzer Vitamin-Rose anbringen. Am Nachmittag luden verschiedene Ausstellungen und Führungen durch das Areal Besucher ein.

Von Bärbel Schumann

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