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Oschatz Kloster Sornzig wird zur Malwerkstatt für Freizeit-Künstlerinnen
Region Oschatz Kloster Sornzig wird zur Malwerkstatt für Freizeit-Künstlerinnen
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06:00 12.07.2016
Monika Gierer malt im Kurs das von ihr zu Hause bereits begonnene Werk einer Dorfmühle weiter und erhält von Kursleiterin Tanja Gnatz (rechts) wertvolle Tipps. Quelle: Foto: Bärbel Schumann
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Sornzig

Der Morgenwind bläst durch die Blätter der Linde im Sornziger Klosterhof. Die Sonne wärmt bereits. Ansonsten herrscht noch Ruhe. Weit, einladend, geöffnet ist die Tür zur Klosterscheune. Sie wird an diesem Wochentag wie an den weiteren für acht Frauen zum Atelier während des Malkurses von Tanja Gnatz.

„Ich bin einfach im Internet auf der Suche nach Klöstern im Osten Deutschlands auf das Sornziger Kloster aufmerksam und neugierig geworden“, erklärt die 46-jährige Künstlerin und Diplomgrafikerin, die bei München in Bayern lebt. Seit Jahren organisiert sie Malreisen zu Klöstern in Deutschland und in Italien. „Die Idee zu den Malreisen in Klöstern hatte ich durch meine Vorliebe für diese historischen Orte. Zugleich findet man dort meistens immer einen geregelten Ablauf, gutes Essen, einen schönen Garten und Menschen, die sensibel mit sich und anderen umgehen“, nennt sie Argumente für die Ortswahl der Kurse. Doch das ist auch ein Spiegelbild all dessen, was die Künstlerin außerdem noch ist und macht: Tanja Gnatz ist auch Ausbilderin für kreative Projektarbeit, Sozialkompetenztrainerin und zertifizierte psychologische Beraterin.

Kloster Sornzig erst bei der Anreise kennen gelernt

Als Ausbilderin und Coach unterrichtet sie Menschen aller Altersstufen in den Bereichen kreatives Arbeiten. Angefangen von Gestaltungslehre, Zeichnen, Malen bis hin zu kleineren bildhauerischen Arbeiten entwickelt und betreut sie Kunstprojekte bei verschiedenen Trägern, Institutionen und Einrichtungen. „Als freie Künstlerin arbeite ich aber auch an Auftragsarbeiten, beteilige mich an Ausschreibungen und Ausstellungen“, erzählt sie. Entgegen ihrer bisherigen Vorgehensweise lernte sie das Kloster Sornzig erst am Tag ihrer Anreise kennen. „Sonst besuche ich immer die Klöster schon zuvor, um zu wissen, was mich erwartet. Aber diesmal fand sich einfach kein freies Bett im Kloster zu einer Zeit, die in meinen Terminkalender passte“, gesteht sie. Tanja Gnatz und die anderen Teilnehmer sind angetan vom Ambiente, der schönen Anlage und der guten Betreuung seit der Anreise.

Nach der ersten Kennenlernrunde begannen die sieben Teilnehmer bereits, an ihren Projekten zu arbeiten. „Zu meinem Kursprogramm gehören theoretische Teile zu Themen wie Techniken, Perspektive, Porträt, Farbenlehre. Im praktischen Teil bleibt jeder Teilnehmerin selbst überlassen, woran sie arbeiten möchte. Sie bekommt dabei Hilfestellung und mit den anderen wird dann auch der Stand der Arbeiten diskutiert“, nennt die Kursleiterin Bestandteile des Angebotes. Tanja Gnatz setzt auf das klassische Zeichnen und Malen in ihren Kursen. Sie will Handwerk vermitteln. Was zum praktischen Arbeiten an Material und Zubehör gebraucht wird, bringt jede Kursteilnehmerin selbst mit. Und so steht an einem der Fenster in der Klosterscheune die Staffelei der Leipzigerin Ines Dietrich, ein Stück entfernt hat sich Monika Gierer aus Mecklenburg ihren Arbeitsplatz für die Aquarellmalerei an einem Tisch sitzend eingerichtet. Auch an den anderen Tischen wird gearbeitet, mal mit Kreide- oder Wasserfarben, dann wieder mit Bleistift oder Tusche.

Einige der Frauen besuchen nicht zum ersten Mal einen Kurs bei Tanja Gnatz. Ines Dietrich gehört dazu. Die gelernte Mediengestalterin nimmt sich mindestens einmal im Jahr für ihr Hobby eine Woche lang Zeit. „Im Alltag habe ich dazu einfach keine Zeit“, erklärt sie. Ihr gefällt, wie Tanja Gnatz die Kurse leitet und gestaltet. Die Ruhe in den Klöstern, die Atmosphäre würden zum Erfolg beitragen.

Erstmals bei einem Kurs von Tanja Gnatz dabei ist Monika Gierer. „In der Kindheit habe ich gemalt, dann lange nicht. Erst 2002 habe ich wieder damit begonnen“, erzählt die Mecklenburgerin mit sächsischen Wurzeln. Mitgebracht zum Kurs hat sie ein Foto von der Dorfmühle. Daran hat sie schon daheim gearbeitet. In Sornzig soll es fertig werden. „Ich erhoffe mir, dass ich noch einige Tipps erhalte und vielleicht auch manchen Trick erfahre, wie das Bild vollkommener wird.“

Bis Donnerstag dauert der Malkurs im Kloster. An diesem Tag wird er in der Zeit von 13 bis 14 Uhr mit einer kleinen Ausstellung der hier entstandenen Arbeiten enden. „Ich hoffe, dass wir einige Besucher bei uns begrüßen können“, sagt Tanja Gnatz. Sie ist sich schon nach den ersten Stunden im Sornziger Kloster sicher, dass dieser Kurs nicht ihr einziger in diesem sächsischen Kloster bleiben wird.

Von Bärbel Schumann

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