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Oschatz Kolkraben hacken junges Kalb bei Luppa tot
Region Oschatz Kolkraben hacken junges Kalb bei Luppa tot
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13:00 06.12.2016
Kolkraben stehen unter Schutz und dürfen nicht bejagt werden. Quelle: privat
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Radegast

Der Frost hat die Umgebung in zartes Weiß getaucht. Auf den Irmrichwiesen am Wald, weit hinter dem Ortsrand von Luppa weidet eine Rinderherde. Der Atem der Tiere friert zu kleinen Wölkchen in der klaren Luft. Als Tierhalterin Sieglinde Karnahl am Nachmittag nach den Rindern sehen will, kommt sie gerade dazu als eine Kuh kalbt. „Ich hab das Kleine noch rausgezogen, es war ganz munter, hat sich kurz geschüttelt und alles war okay“, erzählt sie. Als die die Radegasterin am nächsten Morgen wieder auf die Weide kommt, um dem Kalb die obligatorische Marke zu verpassen, ist das Tier verschwunden.

Mehrmals sucht sie die Umgebung ab, fährt abends noch einmal zur Weide, und findet schließlich in der Dämmerung auf dem Feld ihr Kalb – übel zugerichtet. „Ich hab zuerst gedacht, der Wolf hat das Tier geholt, aber tatsächlich waren es Kolkraben, die sich über das kleine Kälbchen hergemacht haben“, muss sie feststellen. Der herbeigerufene Jäger Karl-Heinz Stephan aus Luppa bestätigt den Verdacht: „Hier waren eindeutig Kolkraben am Werk. Ganz typisch ist, dass diese Vögel auf die Körperöffnungen gehen. Sie haben dem Kalb die Augen ausgehackt und sich dann am Hinterteil zu schaffen gemacht.“ Das Fell ist aufgerissen, der Hüftknochen sichtbar. Für die Tierzüchterin Sieglinde Karnahl war der Anblick des so zugerichteten Jungtieres ein Schock. „Das ist uns noch nie passiert und richtig traurig.“ Offenbar, so vermutet sie, hat sich das neugierige Kalb unter dem Weidezaun von der Herde entfernt und war dann desorientiert und so leichte Beute für die Kolkraben.

„In der Herde wäre das Kalb durch die Mutterkuh geschützt gewesen“, schätzt Jäger Karl-Heinz Stephan, der sich schon oft über die Kolkraben geärgert hat. Vor allem das Niederwild habe unter den räuberischen Vögeln zu leiden. „Die machen Rebhühner, Hasen und Kaninchen kaputt. Sogar Rehkitze sind durch Kolkraben gefährdet.“ In den 60er Jahren seien die Kolkraben vom Aussterben bedroht gewesen und deshalb unter Schutz gestellt worden. Mittlerweile hätte sich die Population längst erholt und würden andere Arten dezimieren. Auch Schäfer haben schon oft beklagt, dass die Vögel Lämmer mit ihren Schnäbel regelrecht tot hacken würden.

Von Jana Brechlin

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