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Oschatz Kopfsprung in der Oschatzer Zuckerfabrik
Region Oschatz Kopfsprung in der Oschatzer Zuckerfabrik
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16:07 12.10.2012
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Oschatz

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Fast auf den Tag genau vor 118 Jahren war es so weit: In der Oschatzer Zuckerrübenfabrik begann am 11. Oktober 1894 die erste Kampagne. Die Rüben wurden geerntet, in die Fabrik geliefert und hier zu Rohzucker verarbeitet. Knapp 100 Jahre später schlug die letzte Stunde für den Oschatzer Traditionsbetrieb. Seit der Stilllegung im Jahr 1991 verfällt das Betriebsgelände an der Bahnhofstraße.

Auf 68 Seiten hat Reiner Scheffler die Geschichte des Betriebes aufgearbeitet und in dieser Woche erstmals öffentlich präsentiert. Über 40 Zuhörer verfolgten die Präsentation mit großem Interesse. Der Heimatforscher erklärt in seinem Buch, wie es zur Gründung der Zuckerfabrik kam. Er stellt zudem dar, dass das Ende des Betriebes schon lange vor der Wende in der Silvesternacht zum Jahr 1985 besiegelt wurde. Ein Kessel war ohne Wasser angefahren worden, explodierte jedoch nicht. Für einen neuen Kessel fehlte das Geld, so dass bereits am 5. Mai 1986 die Entscheidung zum Einstellen der Zuckerproduktion getroffen wurde. Fortan wurde in dem Betrieb nur noch Trockenfutter hergestellt.

Unter der Überschrift "Kopftuch, Latzhose, Gabel und Besen - die Frauen in der Zuckerfabrik" widmet sich Scheffler den weiblichen Beschäftigten. Deren Anteil an der Belegschaft stieg bis 1970 auf 47 Prozent. "Der in der Zuckerfabrik arbeitende ,Frauentyp' war bis auf Ausnahmen von ,robuster Natur'. Die meisten von ihnen waren stolz, den Männern ebenbürtig zur Hand gehen zu können", hat Scheffler in Erfahrung gebracht.

Unter den Gästen der Buchpräsentation war Wilfried Queißer, der auf dem Betriebsgelände der Zuckerfabrik aufgewachsen ist, da sein Vater als Siedemeister arbeitete. "Das war ein unglaublich schönes Gelände, wo wir am Wochenende toben konnten. Im Gradierwerk habe ich das Schwimmen gelernt, und in der Zinkwanne waren wir auf dem Schwemmteich", erinnerte er sich.

Auch Sibylle Sellig verbindet schöne Kindheitserinnerungen mit der Zuckerfabrik. In den Ferien wohnte sie bei ihren Großeltern im Betriebsgelände, der Großvater war hier als Maschinenmeister beschäftigt. "Im Gradierwerk habe ich das Kopfspringen gelernt", erzählte die Oschatzerin. Wenn sie heute in ihrem Büro sitzt, hat sie die Oschatzer Zuckerfabrik immer vor Augen - eine künstlerisch gestaltete Ehren-Urkunde für August Keller zur 25-jährigen Betriebszugehörigkeit mit einem Bild der Fabrik.

-Kommentar

Frank Hörügel

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