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Korb- und Spielwarengeschäft Krause in der Strehlaer Straße vor 125 Jahren gegründet

Korb- und Spielwarengeschäft Krause in der Strehlaer Straße vor 125 Jahren gegründet

Filly-Pferde müssen es heute sein, Tamagotchis waren es vor 15 Jahren - und ganz früher? "Spielzeug und Baukästen aus Holz", sagt Günter Krause.

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Günter Krause mit einem Foto seines Großvaters Hermann Krause, der das Geschäft 1886 gründete.

Quelle: Sven Bartsch

Oschatz. Filly-Pferde müssen es heute sein, Tamagotchis waren es vor 15 Jahren - und ganz früher? "Spielzeug und Baukästen aus Holz", sagt Günter Krause. Der Oschatzer muss es wissen. Seit 50 Jahren führt er ein Korb- und Spielwarengeschäft in der Strehlaer Straße. Gegründet hat es sein Großvater Hermann Krause am 1. Oktober 1886 - vor 125 Jahren.

 

Dass er als junger Mann den Beruf des Korbmachers erlernt, später seinen Meister des Korbmacherhandwerks gemacht hat, bereut der heute 73-Jährige nicht. "Als jüngster Sohn meines Vaters gab es da gar keine Frage. Das Schöne an dem Beruf ist, dass man kreativ und schöpferisch tätig ist", sagt er. Zu DDR-Zeiten waren die Körbe aus eigener Herstellung gefragt. Krause: "Die hat man uns aus den Händen gerissen." Das änderte sich mit der Wende jedoch schlagartig. Billigimporte überschwemmten den Markt. Die eigene Herstellung lohnte nicht mehr. "Heute kann ich nur jedem von diesem Beruf abraten. Damit kann man seinen Lebensunterhalt nicht verdienen." Wenn Günter Krause jetzt ab und zu noch einen Korb macht, dann nur als Hobby.

Parallel zum Bedeutungsverlust der Korbmacherei wurde der Spielwarenhandel in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer wichtiger für das Geschäft. Beim Spielzeug war Günter Krause schon als kleiner Junge immer auf dem neuesten Stand. "Mit dem Handwagen sind wir zum Südbahnhof gefahren und haben die großen Kisten voll Spielzeug abgeholt und im Laden ausgepackt", erinnert er sich. Sein Lieblingsspielzeug damals: eine Eisenbahn zum Aufziehen mit Federwerk.

Wenn Günter Krause heute das Spielzeug in seinen Regalen betrachtet, dann schweift sein Blick auch über die derzeitigen Verkaufsschlager wie Filly-Pferde, Wackelköpfe, Yu-Gi-Oh!-Karten oder Kampfkreisel. Die Begeisterung für solches Spielzeug kann er nicht in jedem Fall nachvollziehen. "Immer mehr Eltern greifen aber auf traditionelles Spielzeug wie zum Beispiel erzgebirgische Holzspielkästen oder traditionelle Spiele wie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht zurück", freut sich der 73-Jährige, der von seiner Frau Ingrid (58) im Laden unterstützt wird.

Ans Aufhören denkt Günter Krause trotz seines Rentenalters nicht. "So lange es geht, machen wir weiter. Einfach so in den Lehnstuhl setzen, das ist nicht meine Art." Einen Nachfolger für das Geschäft gibt es bisher nicht. Einer seiner Söhne ist zwar ebenfalls Meister des Korbmacherhandwerks, arbeitet aber längst in einer anderen Branche. "Wir werden sehen", sagt Günter Krause nachdenklich.

Frank Hörügel

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