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Kräuterhexe Brigitte Bussenius aus Schildau gibt Küchentipps

Selbstgepflücktes Kräuterhexe Brigitte Bussenius aus Schildau gibt Küchentipps

Brigitte Bussenius liebt Kräuter als Dekoration und zum Essen. Die selbst ernannte Kräuterhexe aus Schildau gibt im Interview Tipps, was sich besonders zur Grillsaison eignet oder womit sich herkömmliche Kräuter wie Dill ersetzen lassen.

Mit Schmand und Kräutern gefüllte Zucchiniblüten.

Quelle: Brigitte Bussenius

Region Oschatz. Kräuter können eine Vielzahl an unterschiedlichsten Wirkungen haben. Doch abgesehen von ihren Heilkräften, sind viele von ihnen zudem in der richtigen Dosierung eine echte Köstlichkeit. Die OAZ bekam von Kräuterhexe Brigitte Bussenius ein paar Tipps.

Brigitte Bussenius

Brigitte Bussenius.

Quelle: privat

Sie haben auf Ihrer Facebookseite über Rezepte mit Holunder berichtet – von Holundersirup, Kräuterhexenlimonade mit Holunderblüten bis zu gebackenen Holunderblüten und Holunderblüten in Kaiserschmarrnteig. Doch die Holunderblüte ist vorbei. Aber das heißt nicht, dass man auf solch tolle Rezepte verzichten muss – oder?

Natürlich nicht. Es gibt noch weit mehr, was man machen kann. Gerade mit den Pflanzen, die aktuell wachsen. Als Beispiel gibt es hier die erfrischende Pfefferminzlimonade, ein perfektes Sommergetränk. Einfach einen Stängel Melisse und zwei bis drei Stängel Minze waschen und in ein Gefäß geben, dieses mit Wasser auffüllen. Zwei bis drei unbehandelte Zitronen in Scheiben schneiden und mit hinein geben. Das Ganze sollte einen Tag – kühl und dunkel gelagert – ziehen. Danach durch ein Sieb gießen. Ich empfehle, ein bis zwei Esslöffel Honig dazu zu geben. Möglich sind natürlich Früchte wie Ananas, Erdbeeren oder Mango, die mit in das Getränk geg

Also nicht nur lecker, sondern auch hübsch?

So ist es. Hübsch ist es auch, essbare Blüten, wie zum Beispiel Rosenblüten, Malvenblüten, Gänseblümchen oder kleine Blätter zuvor in einen Eiswürfelbehälter zu geben, mit Wasser aufzufüllen und einzufrieren. Aber es ist wichtig, sich ganz sicher zu sein, dass diese auch essbar sind. Gerade in den Vorgärten gibt es viele giftige Blüten.

Apropos Blüten. Sie hatten auch bereits ein tolles Rezept mit einer Kürbisblüte auf Ihrer Facebookseite gepostet.

Es ist egal, ob man eine Kürbis- oder Zucchiniblüte hierfür nimmt. Beide kann man essen, nur der Stiel ist zu fest. Nachdem man sie gereinigt hat, gibt es natürlich Verschiedenes, was man mit ihnen anfangen kann. Ich hatte sie gefüllt. Hierfür nutzte ich einen Becher Schmand, eine handvoll Schnittlauch und nur ein bis zwei Zentimeter einer Oregano-Blüte. Eine viertel Knoblauchzehe zerdrücken – ich selbst liebe es, wenn man auf den Knoblauch zwei bis drei Tropfen Honig oder Ahornsirup gibt.

Honig und Sirup?

Ja, wirklich! Damit wird der Geschmack vom Knoblauch lieblicher. Zudem nutzte ich noch einen Teelöffel gehackte Blattpetersilie, einen Teelöffel ganz fein gehackte Frühlingszwiebel, fünf kleine Salbeiblätter, eine Messerspitze Kurkuma und ganz wenig Pfeffer und Salz.

Und das wird dann alles in den Schmand gegeben und verrührt?

Genau! Das Ganze wird dann vorsichtig in die Blüte gegeben. Diese habe ich eine Stunde ziehen lassen und dann auf frisches Brot gelegt und gegessen. Es war wie eine Symphonie an Aroma. Es ist gerade beim Grillen eine wirklich hübsche und köstliche Dekoration.

Jetzt ist Gurkenzeit. Doch Dill für den Gurkensalat gibt es kaum noch. Haben Sie eine gute Alternative?

Eine Möglichkeit wären Beifußblütenansätze. Der Beifuß ist zwar jetzt noch nicht ganz reif, doch man kann ihn schon verwenden. Bei etwa einem halben Kilo Gurkensalat sollte nicht mehr als ein halber Teelöffel Beifuß genommen werden. Sonst ist es zu viel Aroma. Schwangere sollten Beifuß jedoch nicht essen. Eine Ersatzpflanze von Dill wäre auch Eberraute. Doch auch hier gilt, nicht mehr als einen Zentimeter zu nehmen. Der Geschmack ist sonst zu intensiv. Damit kann man auch alles verderben. An Salaten macht sich auch Gundelrebe, Oreganoblättchen oder -blüten, Goldrute oder etwas Lauch vom Knoblauch gut.

Und was empfehlen Sie als Dessert?

Eierkuchen. In den Teig kommen ein bis zwei Zentimeter Blüte einer Schafgabe, zwei Teelöffel Beifußblüte, wer mag kann auch Gundelrebe mit dazu geben. Dann hat man nicht nur einen leckeren Nachtisch, sondern auch gleich etwas für eine gute Verdauung getan.


Kristin Engel

Von Kristin Engel

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