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Oschatz Kraftfahrer in der Region Oschatz stehen auf OZ-Kennzeichen
Region Oschatz Kraftfahrer in der Region Oschatz stehen auf OZ-Kennzeichen
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00:19 19.05.2017
Diese Kennzeichen gibt es im Kreis Nordsachsen. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Oschatz

Seit November 2012 können sächsische Fahrzeughalter wieder Kennzeichen mit „alten“ Buchstabenkombinationen ans Auto schrauben. Die Diskussion darüber hatte zwei Jahre vorher begonnen. Damals hatte Dr. Ralf Borchert von der Hochschule Heilbronn mit seinen Studenten in Crailsheim Bürger zu diesem Thema gefragt – mit CR-Kennzeichen am Marktstand. „Es war schon ein echtes Aha-Erlebnis für uns: Wir hatten nicht erwartet, dass das eine derart positive Resonanz geben würde; dass ein so hoher Anteil derjenigen, die sich in den Städten bewegten, sich für das Thema interessierten“, sagt Borchert.

Danach führten er und sein Team 211 Bürger-Befragungen durch. Der Erfolg ist auf Deutschlands Straßen nicht zu übersehen: Inzwischen sind 305 der 380 relevanten Kennungen reaktiviert. „Ich gehe davon aus, dass im Moment deutschlandweit zwischen 2,5 und 3 Millionen Fahrzeuge wiedereingeführte Kfz-Kennzeichen haben. Mittelfristig erwarte ich über 4 Millionen Fahrzeuge“, erläutert Borchert.

In der Collm-Region sind es derzeit 13 918 Fahrzeuge, die mit neuem Alt-Kennzeichen unterwegs sind. Die Anzahl derer darunter, die das OZ schon seit spätestens 1994 auf dem Nummernschild haben, dürfte verschwindend klein sein. Beim zunächst bis 2008 ausgegebenen TO, das seit knapp fünf Jahren auch wieder möglich ist, fällt diese Differenzierung etwas schwerer. Mit dem einst für den Landkreis Torgau-Oschatz stehenden Kürzel sind aktuell 24 946 Fahrzeuge unterwegs. Gemessen am gesamten Bestand von 169 667 Fahrzeugen ist das für Nordsachsen zunächst verbindlich eingeführte TDO inzwischen in der Unterzahl. Es steht auf 58 808 Kennzeichen. In die restlichen 106 471 Zulassungen teilen sich DZ für Delitzsch, TO für Torgau -Oschatz, EB für Eilenburg sowie OZ und TG. Nach dem TDO entfallen die meisten aktuellen Zulassungen auf DZ: 44 455. Ein Grund dafür könnte sein, dass dieses Kennzeichen nur zwischen 2008 und 2012 nicht ausgegeben wurde.

Nicht in jedem Fall gibt das Kennzeichen darüber Auskunft, wo im Landkreis der Halter tatsächlich ansässig ist. Nach Angaben des Landratsamtes wurden 4388 Fahrzeuge im Landkreis Nordsachsen umgeschrieben, wobei das Kennzeichen mitgenommen wurde.

Offensichtlich erfreuen sich die regionaleren Kennzeichen einer größeren Beliebtheit als das TDO. Während das Landratsamt im Jahr 2016 noch 5644 Fahrzeuge weniger registrierte, gab es zu diesem Zeitpunkt 5644 TDO-Kennzeichen mehr als heute. Deutlich über dem Zuwachs des Fahrzeugbestandes von 2,8 Prozent liegt der für die Kennzeichen EB (5,3 Prozent), OZ (5,8) und TG (5,9). Waren 2016 noch 9025 Fahrzeuge mit TG unterwegs, so ist dieses Kürzel locker über die 10 000er Marke gesprungen und liegt jetzt bei 11 359.

Das beliebteste der wiedereingeführten Kennzeichen ist das Moerser MO, das bereits 62 550 Mal (Stand 1. April 2017, Quelle: Kreis Wesel) vergeben wurde. Das komme nicht allzu überraschend, denn Moers war bis 2012 die größte deutsche Stadt ohne eigenes Kennzeichen – vom Sonderfall Bremerhaven abgesehen.

Derzeit gebe es zwei größere Gebiete, in denen die neuen-alten Kennungen bisher abgelehnt wurden: Südwestniedersachsen/Ostwestfalen sowie den Süden Baden-Württembergs. Das hat aus Borcherts Sicht zwei Gründe: Zum einen gibt es relativ wenig „Vorführeffekte“. Am Bodensee oder im Emsland zum Beispiel sieht man nur selten Autos mit wiedereingeführten Kennzeichen aus Nachbarkreisen. Zum anderen sind in diesen Regionen die Landkreise relativ stark. Starke Landkreise haben sich durchaus aus nachvollziehbaren Gründen gegen die neuen Alt-Kennzeichen gewehrt.

Von Axel Kaminski

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