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Kreative Jugendliche aus Deutschland und Eritrea in Schmorkau bei Oschatz

Integration Kreative Jugendliche aus Deutschland und Eritrea in Schmorkau bei Oschatz

Unter dem Motto „Wer bist du?“ entstanden in der vergangenen Woche mehrere kleine Kunstwerke. Die Künstler selbst waren Jugendliche aus Eritrea und Deutschland, die gemeinsam in der Keramikwerkstatt in Schmorkau ihre Kreativität auslebten. Die Jugendlichen sollten sich in andere hineinversetzen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu erkennen.

Die von den Jugendlichen gefertigten Plastiken werden in der art Kapella in Schkeuditz ausgestellt.

Quelle: Dirk Hunger

Schmorkau. In kleinen Schritten, mit viel Geduld und auch etwas Talent entstanden in der vergangenen Woche in Schmorkau im Töpferhof Thibault kleine Kunstwerke. Im Rahmen des bundesweiten Projekts „Kultur macht stark“ verfolgten verschiedene Institutionen die Grundidee, Flüchtlingskinder mit deutschen Kindern zusammenzubringen, um sich bei der kreativen Arbeit, gegenseitig kennenzulernen.

„Unter dem Motto ,Wer bist du?’ wollten wir erreichen, dass sich die Teilnehmer über das künstlerische Mittel gegenseitig porträtieren, kennen und verstehen lernen. Die Interaktion am Projekt, der Versuch, sich in die Situation des jeweils anderen zu versetzen, kann ein gegenseitiges Verstehen der unterschiedlichen Ethnien bewirken“, erklärt Gabriele Thibault, Mitglied des Bundes bildender Künstler (BBK) Leipzig. In Zusammenarbeit mit dem BBK, dem Bildungs- und Sozialwerk Muldental (BSW) und der „art Kapella Schkeuditz“ wurde das Projekt, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, zum Leben erweckt.

Fünf Jugendliche aus Eritrea am Werk

Fünf Jugendliche aus Eritrea, die zur Zeit in Lampersdorf zu Haus sind, genossen in der vergangenen Woche die Zeit mit sechs Kindern und Jugendlichen aus der Region, davon vier aus dem Kinderheim in Borna. Nachdem die Jugendlichen im Alter zwischen elf und 17 Jahren die Möglichkeit hatten, sich etwas anzunähern, fertigten sie die ersten Skizzen mit Bleistift, Kohle, Kreide und Farbe.

„Da die Jugendlichen sich auch über Kleidung identifizieren, sollte dieser Aspekt eine Rolle spielen“, so Gabriele Thibault, die den Jugendlichen gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang Thibault bei den Kunstwerken half. Anhand der zeichnerischen und plastischen Skizzen sollte nun eine figurliche Plastik entstehen. Um ein Gefühl für das Material zu bekommen, wurden vorab kleine Schalen und der Sockel für die Skulpturen gefertigt. „Es geht dabei nicht vorrangig darum, Kunstwerke zu schaffen, sondern um Kommunikation mit künstlerischen Mitteln. Ein schöner Effekt war es, dass durch die Darstellung der Figuren die Unterschiede in den Kulturen, aber auch deren Gemeinsamkeiten zum Ausdruck kamen. Ziel war es, durch die Beschäftigung und Erkundung des jeweils anderen, Verständigung und Annäherung zu erreichen.“

Gemeinsam getöpfert und Fußball gespielt

Um die Arbeit ein wenig aufzulockern, wurde nicht nur gemeinsam getöpfert, sondern auch zusammen Fußball gespielt und ein Ausflug zum das Künstlergut von Ute Hartwig-Schulz in Prösitz unternommen. „Für mich war dieser Ausflug nichts Neues. Ich kenne mich hier schon aus. Doch für die anderen Teilnehmer war es sicherlich sehr spannend. Ich mag es sehr, mit Ton zu arbeiten. Ein solches Projekt ist toll. Davon benötigen wir viel mehr, um die jungen Leute zu integrieren. So lernen sie die Deutschen besser kennen – und das macht es ihnen einfacher“, sagte der 17-jährige Robert. Er reiste für das Projekt „Kultur macht stark“ von Borsdorf nach Schmorkau. „Ich bin begeistert von den Teilnehmern aus Eritrea. Drei von ihnen können schon relativ gut Deutsch oder Englisch sprechen. Dann wird für die anderen übersetzt, aber größtenteils wird schon Deutsch geredet. Ansonsten hilft der Google-Übersetzer“, sagte der 17-Jährige lachend.

Auch der 14-jährigen Susan aus Schkeuditz gefällt das Projekt bei Thibaults gut. „Durch die Arbeiten mit Ton konnten wir gute neue Erfahrungen sammeln. Auch wenn es jetzt kein Hobby von mir werden wird, fand ich es wirklich schön, es einmal auszuprobieren. Ich verstehe mich mit allen der Teilnehmer wirklich gut. Was wir den Jungs aus Eritrea nicht erklären konnten, zeichneten wir ihnen auf. Das hat super funktioniert.“

Die einzelnen Arbeitsschritte wurden dokumentiert und die Ergebnisse werden zusammen mit der Dokumentation beim Verein „art Kapella Schkeuditz“ ausgestellt.

Von Kristin Engel

Schmorkau bei Oschatz 51.3097631 13.1439035
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