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Kreative Köpfe hinter Torgauer Festungsmauern – Kulturbastion wird zehn Jahre alt

KAP Kreative Köpfe hinter Torgauer Festungsmauern – Kulturbastion wird zehn Jahre alt

Seit zehn Jahren gibt es die Torgauer Kulturbastion. Hinter den Mauern einer ehemaligen Festung bietet der Verein Kulturelles Aktionsprojekt eine Mischung aus Musik, Literatur, Kabarett und Kino an. In diesem Jahr werden unter anderen T-Rex und Jan Josef Liefers zu hören sein.

Das Team der Kulturbastion heute: Mandy Jäcke (Projektmanagerin), Jürgen Vehse (Gastronomie / Technik), Mathias Jancke (Mitarbeiter Jugendzentrum), Hendrik Herder (Veranstaltungsbetreuung/Öffentlichkeitsarbeit) und Uwe Narkunat (Geschäftsführer). Das Bild links zeigt den Zustand zu Beginn der Bauarbeiten.

Quelle: Wolfgang Sens

Torgau. Der Wermsdorfer Uwe Narkunat schaut sich die Bilder der vergangenen zehn Jahre an. Zehn Jahre mit vielen Höhepunkten und Neuerungen. „Die Bastion musste komplett erneuert werden“, erinnert er sich beim Blick auf die Bilder von den Bauarbeiten. Knapp zwei Jahre haben die Arbeiten gedauert, bis aus den Kasematten der Bastion II in Torgau die Kulturbastion entstand. Die offizielle Eröffnung, am 9. November 2005, ist nun reichlich zehn Jahre her.

Das Bild links zeigt den Zustand zu Beginn der Bauarbeiten

Das Bild links zeigt den Zustand zu Beginn der Bauarbeiten.

Quelle: Wolfgang Sens

Die Kulturbastion zieht regelmäßig Besucher nicht nur aus Torgau, sondern auch aus anderen Städten und Landkreisen – sogar aus ganz Deutschland – in die Renaissancestadt. Doch eigentlich begann alles bereits viel früher. Denn mit der Gründung des Vereins „Kulturelles Aktionsprojekt“ (KAP) am 7. Juli 1993 wurde der Plan ins Leben gerufen, in Torgau kulturell etwas auf die Beine zu stellen. Die Anfänge waren nicht gerade einfach. Viel wurde damals improvisiert. Nach und nach bildeten sich erste Strukturen heraus. Die Räumlichkeiten des Vereins waren in der gesamten Stadt verteilt. Das Büro befand sich in der Bahnhofstraße und in der Leipziger Straße die Medienwerkstatt. Hier lag der Schwerpunkt auf Ton, Film und Fotografie für Kinder und Jugendliche.

Damalige Strukturen mit heute nicht mehr zu vergleichen

Der Aufwand war enorm hoch. Räume für Kinovorführungen wurden bei verschiedenen Privatpersonen angeboten. Auch im kleinen Saal des Torgauer Kulturhauses fanden regelmäßig Vorführungen statt. Mobiles Kinderkino wurde für Kindereinrichtungen durchgeführt und an vier Wochenenden im August gab es das Sommernachtskino. Mal an der Schwimmhalle, mal am Seniorenheim, mal am Schloss Hartenfels. Mit 35-Millimeter-Technik oder Beamer wurden die Filme gezeigt.

Etwa ein bis zwei Mal im Jahr wurden auch Konzerte organisiert. Hierfür mieteten sich die KAP-Leute ins Kulturhaus oder ins Braumuseum ein. „Mit den Strukturen von heute ist das nicht mehr zu vergleichen“, sagt Uwe Narkunat, der 2002 als Projektentwickler zum Verein stieß und seit 2007 auch Geschäftsführer ist.

Kabel über Kabel

Kabel über Kabel: Die Veranstaltungstonne während der Bauphase.

Quelle: KAP Torgau

Schon längere Zeit hatten sich die Mitglieder des Vereins für das Gelände der Kasematte der Bastion II interessiert. Hier fanden auch bereits einige kleinere Veranstaltungen statt. Der Verein wollte ein eigenes Haus, um Ideen und Projekte umzusetzen. Von diesem Interesse wusste auch die Stadt Torgau. So war es ein Glücksfall, aber auch der Lohn für das unermüdliche Engagement des Vereins, dass dieses Projekt durch die Stadt Torgau, den Kulturraum Leipziger Raum und durch das Projekt Efre (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) realisiert werden konnte.

Es war die Möglichkeit, die historische Bausubstanz nicht nur zu erhalten, sondern diese durch eine neue kulturelle Nutzung, auch für Besucher wieder erlebbar zu machen. Es galt damals, binnen kürzester Zeit ein Konzept zu entwerfen. Der Entwurf von 2001, verfasst von dem Schildauer Architekten Matthias Schulze, umfasste 30 Seiten und bildete die Grundlage für die zukünftige Kulturbastion. 2003 konnte das Projekt schließlich baulich realisiert werden.

Symbiose zwischen Denkmalschutz und Kultur

Zur feierlichen Eröffnung 2005 waren viele Gäste vor Ort. Gewürdigt wurde, dass es mit der Kulturbastion gelungen ist, eine Symbiose zwischen Denkmalschutz und Kultur zu schaffen. Für den Umbau der Bastion und für die Kulturarbeit wurde dem KAP der sächsische Kulturpreis verliehen. Für den Verein war es ein riesengroßer Schritt nach vorn.

„Wichtig ist damals wie heute, anspruchsvolle Veranstaltungen und Projekte in der Kulturbastion anzubieten. Das wiederum trägt auch zur Attraktivität der Stadt Torgau bei. Auch in den ländlichen Räumen muss Kultur einen festen Platz haben. Das Kulturraumgesetz in Sachsen ist dafür beispielhaft“, so der Geschäftsführer. Wichtig war es, die Bastion mit Leben zu erfüllen. Auch wenn ein Kino und die Veranstaltungsräume nun gegeben waren, gab es noch Baustellen. Unter anderem fehlte die technische Ausstattung. Der Verein musste noch einmal tief in die Tasche greifen und erneut 80.000 Euro investieren.

Auf der Gästeliste der letzten zehn Jahre stand wiederholt Olaf Schubert – hier beim Fotoshooting mit dem Team des Vereins

Auf der Gästeliste der letzten zehn Jahre stand wiederholt Olaf Schubert – hier beim Fotoshooting mit dem Team des Vereins.

Quelle: KAP Torgau

Alle Betriebsabläufe mussten sich erst einspielen. Dies gelang mit der Zeit immer besser. Jetzt gab es regelmäßig Konzerte, Theaterprojekte, Kleinkunstveranstaltungen oder Lesungen. Seitdem waren verschiedene Künstler mit klangvollen Namen in der Kulturbastion zu Gast. Kabarettgrößen und Autoren wie Torsten Sträter, Florian Schröder, Horst Evers, Christian Ehring, Wladimir Kaminer oder Christoph Schieber, Musiker wie Heinz Rudolf Kunze, Fiddlers Green, Canned Heat, Axel Prahl oder Keimzeit sowie Comedians wie Olaf Schubert waren in der Großen Kreisstadt zu Gast.

Stars und Sternchen waren in der Kulturbastion zu Gast

„Höhepunkte für mich waren unter anderem die Veranstaltungen mit Dieter Hildebrandt oder Fritz Rau. Wir planen bereits jetzt die Veranstaltungen für 2017. Für 2016 ist soweit alles durchgeplant. Wir versuchen, eine gute Mischung verschiedener Genres und Künstler in die Kulturbastion zu holen. Noch in diesem Monat geht es nach Freiberg zur Kulturbörse. Hier sind wir bereits seit mehreren Jahren vertreten. Anfänglich wusste niemand mit Torgau etwas anzufangen. Mittlerweile haben wir als Kulturbastion auch da einen Wiedererkennungswert.“ 2016 werden Künstler wie T-Rex, Die Seilschaft, Randy Hansen oder Jan Josef Liefers Radio Doria zu Gast sein.

Vereinsmitglieder der Kulturellen Aktionsprojekt Torgau eröffnen ihr soziokulturelles Zentrum „Kulturbastion“ mit einer Performance unter de

Vereinsmitglieder der Kulturellen Aktionsprojekt Torgau eröffnen ihr soziokulturelles Zentrum „Kulturbastion“ mit einer Performance unter dem Motto „Kultur mit Köpfchen“.

Quelle: Wolfgang Sens

Olaf Schubert trat am 18. Januar zur Vorpremiere seines neuen Programms auf. Mit Künstlerinnen und Künstlern wie Simone Solga, Hans Werner Olm oder Michael Krebs gibt es weitere Höhepunkte 2016. „Es lässt sich nicht alles aufzählen, zu groß ist das Angebot. Was wir heute in zwei Monaten durchführen, haben wir früher in einem Jahr umgesetzt. Wir haben dafür ein starkes Team, auf das man sich wirklich verlassen kann. Weltoffenheit und kulturelle Vielfalt sind uns wichtig.

Projekte und Workshops zu verschiedenen Themen gehören deshalb ebenso zum Angebot. Wir haben bereits mehrere Projekte gemeinsam mit Flüchtlingen durchgeführt. Ich denke, diese Arbeit ist für die Zukunft eine wichtige Aufgabe. Wir haben gemerkt, dass die Menschen, die bei uns waren, einen festen Willen zur Integration haben. Dafür müssen aber auch beide Seiten etwas tun“, sagt Uwe Narkunat.

Fußball-Europameisterschaft steht vor der Tür

Das Jugendzentrum der Kulturbastion hat zudem auch für Kinder und Jugendliche ein breites Angebot. „Zwei Schulsozialarbeiter sind für uns an den Mittelschulen in Torgau und Beilrode im Einsatz. Zudem steht in diesem Jahr ja die Fußball-Europameisterschaft wieder vor der Tür. Einige Spiele werden wir auch live übertragen.“

Der Verein hat aktuell sieben Festangestellte beschäftigt. Außerdem unterstützen Honorarkräfte und Praktikanten die Arbeit in der Torgauer Kulturbastion. „Für uns ist die Arbeit in der Kulturbastion auch ein Stück weit Berufung. Die Mitarbeiter sind in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen sehr engagiert. Nur als Team, in dem alle wissen, worauf es ankommt, können wir etwas erreichen“, bringt es Uwe Narkunat auf den Punkt.

Von Kristin Engel

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