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Oschatz Kreis Torgau-Oschatz vertraut weiterhin auf Mülltonnen mit Mikrochips
Region Oschatz Kreis Torgau-Oschatz vertraut weiterhin auf Mülltonnen mit Mikrochips
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00:19 26.08.2017
Die Mitarbeiter der Abfallwirtschaft Torgau-Oschatz entleeren in Oschatz Mülltonnen, die mit Mikrochips ausgestattet sind. Quelle: Foto: Dirk Hunger (Archiv)
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Region Oschatz

Zehn Jahre ist es her, dass der Kreistag Torgau-Oschatz die Einführung eines digitalen Systems für die Restmüllentsorgung in der Region beschlossen hat. Anlass für den Vorstoß, den die meisten Kreise in Sachsen schon lange Zeit vorher gewagt hatten, waren verschiedene Probleme. So hatte die Region unter anderem mit illegal entsorgtem Müll und Markendiebstählen zu kämpfen. Das sollte sich mit der neuen Technik ändern.

Die Abfallwirtschaft Torgau-Oschatz (Ato) begann deshalb Ende 2008, die Haushalte der Region mit insgesamt rund 35 000 Mülltonnen zu je 120 Litern und 4000 Tonnen zu je 240 Litern zu auszustatten. Bestückt sind diese Behälter mit einem Mikrochip, der jeweils eine individuelle Kennung ausweist. Beim Entleeren wird der Code zusammen mit dem Ort und dem Zeitpunkt an das System der Ato übermittelt. Die Daten dienen später als Grundlage für die Abrechnung und zur Erstellung der Gebührenbescheide.

Behältermiete von 4,80 Euro für einen 120-Liter-Behälter pro Jahr

Eine Alternative gab es bei der Umstellung nicht. Die Verbraucher mussten sich mit den neuen Tonnen und einem Investitionsanteil von 33,6 Cent pro Jahr abfinden. Hinzu kommt die jährliche Behältermiete von 4,80 Euro für einen 120-Liter-Behälter.

Ato-Geschäftsführer Martin Klemm ist sich rückblickend jedoch sicher, dass mit der Einführung des Chip-Systems die richtige Entscheidung getroffen und die gesteckten Ziele erreicht wurden: „Der Müllmarkendiebstahl ist heute kein Thema mehr.“ Auch Fälle illegaler Entsorgung ließen sich mit dem Chipverfahren besser erkennen. Klemm erklärt: „Werden bei bewohnten Grundstücken über einen längeren Zeitraum keine Leerungen registriert, kann dies ein Anhaltspunkt für eine Prüfung durch das Umweltamt oder die Ato sein, inwieweit die Haushalte ihrer Überlassungspflicht von Restabfall nachkommen.“

Auch weniger Mülltonnendiebstahl

Dem Mülltonnendiebstahl könne durch die eindeutige Zuordnung ebenfalls der Wind aus den Segeln genommen werden: „Wenn wir erfahren, dass eine Tonne geklaut wurde – das passiert immer wieder mal – wird der Behälter im System gesperrt. Würde er dann an anderer Stelle auftauchen, reagiert das System bei der Entleerung nicht mehr, die Schüttung bleibt verschlossen.“ So könne verhindert werden, dass Müll auf Kosten anderer entsorgt wird.

Letztlich habe sich mit den Chips auch das Verhältnis zwischen den Ato-Mitarbeitern und den Verbrauchern gebessert: „Bei dem früher häufig aufgetretenen Müllmarkendiebstahl wandten sich viele Haushalte verärgert an uns. Da die Abfallwirtschaftssatzung vorgeschrieben hat, dass nur Behälter mit Müllmarke geleert werden durften, mussten sich unsere Mitarbeiter oft sehr zeitintensiv mit dem verständlichen Unmut der Betroffenen auseinandersetzen.“

Von Anton Zirk

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