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Oschatz Kritik an Bad-Namen: Oschatzer Freizeitstätten hält an Vorschlägen fest
Region Oschatz Kritik an Bad-Namen: Oschatzer Freizeitstätten hält an Vorschlägen fest
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16:20 05.11.2018
Nach aktuellem Stand wird im Jahr 2020 aus dem beliebten blauen Platschfrosch der B20-Frosch, der XXO-Frosch oder der Wellomy-Frosch. Die favorisierten Namensvorschläge für die neue Freizeiteinrichtung stoßen bei den Oschatzern nicht auf Gegenliebe. Quelle: Foto: Sven Bartsch
Oschatz

„Humbug“, „sinnfrei“ oder „Blödsinn“ – so fallen die Urteile der Oschatzer im Netz aus, wenn sie die drei Namensvorschläge für die Freizeiteinrichtung lesen, die nach dem Umbau aus dem bisherigen „Platsch“-Bad werden soll. Mancher zweifelt gar die Kompetenz der Jury an, die aus 65 Vorschlägen der Bürger jetzt „Wellomy“, „B20“ und „XX0“ zur Abstimmung ausgesucht hat. Kein Bezug zu Oschatz, Bad, Schwimmen, der geplanten Kegelbahn oder den Übernachtungsmöglichkeiten. Auch OAZ-Leser drücken ihren Unmut über die Auswahl aus. Zudem schlagen Kritiker vor, „Platsch“ als Name zu behalten oder die übrigen Vorschläge zu veröffentlichen, um dann neu abstimmen zu lassen.

Korn: Nach hinten losgegangen

Jurymitglied Henry Korn ist Mitglied im Aufsichtsrat der Oschatzer Freizeitstätten GmbH (OFG) und sitzt für die Freien Wähler im Stadtrat. „Es ist nicht so, dass wir uns keine Gedanken gemacht hätten“, verteidigt er die Arbeit des Gremiums. Da es Juroren selbst nicht möglich war, Vorschläge zu unterbreiten, musste aus den Einsendungen ausgesucht werden. „Ich habe nichts dagegen, dass die Liste aller übrigen Namens-Ideen veröffentlicht wird“, sagt er. Den Vorschlag, „Platsch“ beizubehalten, lehnt er allerdings ab. „Erhalten bleibt nur die Sauna, es kommen zwei neue Elemente dazu. Diese Veränderungen sollten sich in einem neuen Namen niederschlagen.“ Schließlich gelte es, die Einrichtung schon während des Umbaus und danach überregional zu vermarkten. „Der Leipziger oder Dresdener assoziiert, genau wie der Oschatzer, mit dem alten Namen ein Erlebnisbad. Das wird es jedoch nicht mehr sein“, so Korn. Eine Rolle rückwärts dürfe es daher nicht geben. Dass die Vorschläge negatives Echo hervorrufen, bedauert er. „Wir wollten etwas Gutes schaffen. Das ist jedoch offenbar nach hinten losgegangen“.

Schwimmen in Wellomy, B20 oder XXO – das können sich die Oschatzer noch nicht so recht vorstellen. Quelle: Sven Bartsch

Helbig: Neues polarisiert

Jurymitglied Anja Helbig, Inhaberin einer Marketingagentur, ist mit der Auswahl der Favoriten nicht besonders glücklich: „Es ist das, was geht und aus den eingereichten Vorschlägen umsetzbar erschien“, sagt sie. Sich nach 20 Jahren vom etablierten Namen „Platsch“ zu trennen, falle schwer, sei aber mit Blick auf die Neuausrichtung unumgänglich. Im übrigen sei „Platsch“ zur Eröffnung 1998 auch nicht unumstritten gewesen. „Der Badbetreiber hat mit dem Umbau ein konkretes Ziel vor Augen. Dazu gehört auch, dem Bad einen neuen Namen zu geben“, argumentiert sie. Die Kritik an den Vorschlägen kann sie nachvollziehen. „Die Vorschläge sind neu, fremd und ungewohnt. Sie polarisieren, das liegt bei Änderungen auf der Hand.“ Die Anregung, die übrigen Vorschläge zu veröffentlichen, begrüßt sie. „Das entscheidet jedoch der Badbetreiber, nicht die Jury.“

Moritz: Keine Rückkehr zu „Platsch“

Die Geschäftsführerin der Oschatzer Freizeitstätten GmbH, Uta Moritz, erklärte auf Nachfrage, dass an den drei Vorschlägen festgehalten werde. „Die Abstimmung hat gerade erst begonnen. Beendet ist sie am 2. Dezember. Dann werden wir erfahren, welcher Name eine Mehrheit hat.“ Den ursprünglichen Namen beizubehalten ziehe man nicht in Erwägung, auch die übrigen 62 Namensvorschläge wolle man nicht veröffentlichen. „Wir freuen uns über das Interesse an den neuen Namen für unser Bad nach dem Umbau. Da das Angebot dann ein ganz anderes sein wird, was sich vom Rutschenspaß hin zu Sport und Gesundheit entwickeln wird, halten wir einen neuen Namen für sinnvoll.“ Die zahlreichen Reaktionen am Wochenende seien ein Beleg dafür, dass den Oschatzern ihr Bad wichtig ist. „Nun hoffe ich, dass sie sich genau so stark an der Abstimmung beteiligen.“

Von Christian Kunze

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