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Oschatz Küchenäpfel und Glühwein aus Sachsen
Region Oschatz Küchenäpfel und Glühwein aus Sachsen
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13:36 30.11.2018
Ronald Wenzel hat verschiedene Apfelsorten im Angebot Quelle: Katharina Stork
Oschatz

Dick eingepackt mit schwarzer Wollmütze, warmen Stiefeln und der typisch grünen Sachsenobst-Kluft steht Ronald Wenzel wie jeden Dienstag vor seinem bunten Bus und bietet allerlei Fruchtiges an. An seinem Marktstand steigt der süße Geruch von Apfel in die kalte Nase und das Auge gleitet über prächtig kraftvolle Farben. Seit fünf Jahren ist der 49-Jährige hauptamtlich im Obstgeschäft, fährt bei jedem Wetter los und verkauft Obst aus Sachsen auf verschiedensten Märkten: Montags steht er in Dahlen, mittwochs sogar in Brandenburg in Falkenberg, donnerstags in Belgern und am Freitag in Liebenwerda. Auch im Winter steht er in der Kälte, hat nur einen Heizstrahler dabei, um das Obst über null Grad zu halten und härtet dabei sein Immunsystem ganz schön ab. Im Sommer dagegen muss er umso früher aufstehen, weil er frische Erdbeeren von den Feldern holt.

Ob knackig oder weiche Schale – Wenzel hat alles

Eine Stammkundin besieht sich die Auswahl genauestens: „Guten Tag, ich brauche ein paar schöne Äppel, aber ohne harte Schale.“ Die Äpfel werden im Herbst alle im Leipiger Land gepflückt und für den Verkauf über den Winter eingelagert. Bei den älteren Leuten, die vor allem auf den Märkten einkaufen, geht die Sorte „Elstar“ am besten. „Dieser Apfel ist bei uns das Zugpferd. Bei den Jungen verkauft sich „Gala“ besser, der ist knackiger“, sagt der Grimmaer. Sein Liebling dagegen ist „Fiesta“, mit einem säuerlichen Aroma, das an alte Sorten von Streuobstwiesen erinnert. „Und was sind denn bitte diese Küchenäpfel?“, fragt eine Kundin. „Küchenäpfel müssen möglichst schnell verwertet werden, zum Beispiel zu Mus. Sie sind entweder zu groß, zu klein, oder haben einen Schmiss“, erklärt Wenzel. Zumeist hat er um die zwölf verschiedene Sorten dabei. Zwei Birnensorten sind an diesem Tag auch darunter, kräftig gelb und süß duftend.

Probieren geht über studieren

Wie der Apfel letztendlich schmeckt, kann nicht einmal Wenzel im Vorhinein sagen: „Weder am Geruch, noch an der Optik kann man erkennen, ob ein Apfel eher süß oder eher säuerlich schmeckt, denn die Äpfel senden alle dieselben Aromastoffe aus. Da hilft nur testen, wenn man die Sorte nicht kennt!“ Daher gibt er einer unschlüssigen Kundin gleich noch einen Apfel einer anderen Sorte zum probieren mit, damit sie sich beim nächsten Einkauf besser entscheiden kann.

Fruchtsaft und Glühwein vom heimischen Obst

Aber nicht nur mit Obst kann Wenzel seinen Kunden dienen, auch andere Produkte – alle aus der Region, wie er betont – findet man auf dem Warentisch: Kartoffeln, Honig von regionalen Imkern, frische Eier von hiesigen Bauern, Haselnüsse, Fruchtaufstriche und Nudeln aus dem Bioladen. Ein weiteres Steckenpferd von Sachsenobst sind Fruchtsäfte aus dem eigenen Obst und natürlich in der Vorweihnachtszeit: Glühwein. Sechs verschiedene Sorten gibt es von dem beliebten alkoholhaltigen Heißgetränk, das man in großen Glasflaschen erwerben kann. Dabei reicht die Auswahl vom klassischen Fruchtglühwein über Apfelglühwein bis zu exotischeren Ausführungen wie dem Sanddorn-Bratapfel-Glühwein oder der Sorte „Hot Caipi“, in Anlehnung an einen sommerlichen Cocktail. Da kann es sich auch ein Wintermuffel wohlig warm mit Sommergedanken gemütlich machen.

Von Katharina Stork

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