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Oschatz Kurzer Schatten zur Sommersonnenwende
Region Oschatz Kurzer Schatten zur Sommersonnenwende
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06:00 19.06.2017
Jan Giehrisch vor der außergewöhnlichen Gostewitzer Sonnenuhr. Quelle: Foto: Axel Kaminski
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Gostewitz

Wem zwischen den Riesaer Ortsteilen Nickritz und Gostewitz die über drei Meter hohe, schwarz gestrichene Stahlkonstruktion auffällt, der kann nicht unbedingt sofort deren Zweck entschlüsseln. Die acht Stahlsäulen, je vier in einer Reihe angeordnet, sind eine Sonnenuhr. Durch die dazwischen gespannten Saiten wird sie zur Sonnenklangskulptur.

Erdacht hat sich diese Mischung aus Kunstwerk und Zeitmesser ein Riesaer, der auch in der Region rund um Oschatz bekannt ist. Steinmetz Jan Giehrisch hat schon an Kunstprojekten mehrerer Schulen hier mitgewirkt. In der kommenden Woche würde es sich lohnen, seinen Wohnort zu besuchen.

„Die Sonnenuhr in Gostewitz zu besuchen ist jeden Tag lohnenswert, wenn man etwas Zeit mitbringt“, sagt der Steinmetz. Besonders interessant werde es am Mittwoch, zur Mittagszeit. Dann werfe die Sonnenuhr-Stele den kürzesten Schatten des Jahres. Dieser reiche dann nur bis zu jenem Stein in der „Mittagslinie“, der am dichtesten an der Sonnenuhr steht, weil die Sonne an diesem Tag ihren höchsten Punkt erreicht. Nur knapp vor diesem Stein steht jener, der die Länge des Mittagsschattens zur Tag-und Nachtgleiche im Frühjahr und Herbst markiert. Ein ganzes Stück abseits dieser beiden Steine steht jener für den Schatten, den die Sonnenuhr zur Wintersonnenwende wirft.

Auf diese Schattenspiele müsse man sich einlassen, meint Jan Giehrisch. Man könne über Minuten beobachten, wie die Einzelschatten der vier in einer Reihe stehenden Säule Kontur annehmen und sich bündeln. Wenn dann das Licht nur noch mitten durch die beiden Reihen der Stahlelemente hindurch kommt, dann ist Mittag. Gostewitzer Mittag. Aufgrund der Lage rund zwei Grad westlich von Görlitz, nach der die Zeit in unserer Zeitzone bestimmt wird, erreicht die Sonne schon sieben Minuten eher als an der Neiße ihren täglichen Höchststand. Und nichts anderes ist Mittag. Rechnet man dazu „Gangungenauigkeit“ von Sonnenuhren in dieser Jahreszeit ab, dann ist Gostewitzer Mittag so gegen 12.55 Uhr. „Will man das richtig erleben, sollte man nicht erst zwei Minuten vorher mit rasendem Puls hier ankommen“, meint Jan Giehrisch.

Zur Tag- und Nachtgleiche werde übrigens wieder eine zweite Lochblende in die Stele eingehängt. Damit entstehen dann Schattenspiele, die sich mit Halb- und Kernschatten bei einer Sonnenfinsternis vergleichen lassen

Details zur Gostewitzer Sonnenuhr unter http://www.riesa.de/deu/_presse/media/Kopie1_RIO_05-2010.pdf

Von Axel Kaminski

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