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Lampersdorfer Wehr mit stolzer Geschichte und starken Frauen

Lampersdorfer Wehr mit stolzer Geschichte und starken Frauen

Nein, pingelig will niemand sein in der Lampersdorfer Feuerwehr. Schon gar nicht beim Jubiläum 150 Jahre Feuerwehrwesen im Ort, das die Mitglieder jetzt mit ihren Gäste und Partnerwehren feierten.

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Wehrleiter Frank Reichel (l.) übergibt der Lampersdorfer Feuerwehr in Bayern ein aufwendig gearbeitetes Patenband für deren Fahne.

Quelle: Dirk Hunger

Lampersdorf. Von Jana Brechlin

 

Aber wenn man es genau nimmt, reicht diese Geschichte noch ein Stück weiter zurück: 163 Jahre um ganz genau zu sein. "Im September 1842 wütete ein Standbrand in Oschatz, und bei den Löscharbeiten haben viele umliegende Ortschaften geholfen und Spritzen und Pferde zur Verfügung gestellt - auch Lampersdorf", ließ Wehrleiter Frank Reichel wissen. 23 Jahre später wurde der Grundstein für ein organisiertes Feuerwehrwesen gelegt.

 

Mit einfachsten Mitteln rückten die Helfer damals den Flammen zuleibe, und es dauerte lange, ehe die Lampersdorfer von einer manuell betriebenen Feuerspritze zu einer Motorspritze wechseln konnten. "Seit 1927 war das im Gespräch und wurde immer wieder zurück gestellt, obwohl bereits Geld dafür da war. Letztlich hat es 18 Jahre gedauert, bis die neue Motorspritze endlich in Lampersdorf ankam", blickte der Wehrleiter in seiner Festrede zurück. Auch wenn heute oftmals finanzielle Grenzen Anschaffungen verzögern würden, gehe es insgesamt doch deutlich schneller mit der Ausstattung der Helfer voran, betonte Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU): "So langsam sind wir nicht. Wir tun unser Bestes", versicherte er.

 

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde habe sich der Stellenwert der Feuerwehren stetig verbessert, sagte Frank Breitfeld vom Amt für Brandschutz im Landkreis Nordsachsen. Wenn man auch in Zukunft die volle Einsatzbereitschaft in den ländlichen Regionen gewährleisten wolle, müsse eine hohe Qualifikation der Kameraden sicher gestellt werden. Das Landratsamt seinerseits werde weiter Ausbildungen organisieren. Dass es immer auch auf die eigene Initiative der Ortswehren ankommt, dafür sei Lampersdorf ein gutes Beispiel. Hier werden jährlich Kurse organisiert und gemeinsam mit der befreundeten Malkwitzer Wehr durchgeführt. Außerdem bemühe man sich immer wieder um neue Mitglieder, sagte Frank Reichel.

 

Aktuell gehören zu den Lampersdorfer Helfern 51 aktive Mitglieder, wobei die Frauen auffällig stark vertreten sind. "Wir können mit Stolz behaupten, dass wir eine hervorragende Frauenquote in unserer Feuerwehr vorzuweisen haben", sagte er. 20 aktive Frauen unterstützen 22 Männer in der Einsatzgruppe, außerdem gibt es ein Mitglied in der Jugendwehr und acht Lampersdorfer in der Alters- und Ehrenabteilung. Verstärkt wird die Jugendwehr seit dem Jubiläumsfest von Maria Kornetzke. Die Neunjährige hat bereits die ersten Übungen hinter sich und ist begeistert. "Ich musste ganz schnell rennen und beim Löschen helfen - das hat mir gefallen", berichtete sie. Vor allem wird die Drittklässlerin als Jüngste den Altersdurchschnitt deutlich drücken. Aktuell liegt dieser bei 49,98 Jahren, hat Frank Reichel ausgerechnet. Und noch mehr verrät seine Statistik: "Zusammen haben wir 1211 Dienstjahre ehrenamtlich zum Wohle der Allgemeinheit geleistet."

 

Dahinter stehe ein großer Einsatz, lobte der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Karsten Saack. "Zusätzlich zu den Einsätzen kommt der Zeitaufwand für Weiterbildungen, und die werden überwiegend in der Freizeit absolviert", machte er deutlich. Dabei wachse die Verantwortung für die Helfer, weil sie heute auch zu Gefahrguteinsätzen oder brennenden Photovoltaikanlagen ausrücken müssten - eine Einsatzlage, die es so vor Jahren noch gar nicht gab. Damit das funktioniere, seien auch verständnisvolle Familien, Arbeitgeber und Sponsoren nötig, sagte Karsten Saack. © Kommentar

Brechlin, Jana

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