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Oschatz Lampertswalder Park wird Schauplatz der neuen Reihe „Dämmerungskultur“
Region Oschatz Lampertswalder Park wird Schauplatz der neuen Reihe „Dämmerungskultur“
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15:30 15.07.2018
Visuell beeindruckende Schattenspiele sind nur eine Facette der Dämmerungskultur im Schlosspark. Ein Video sehen Sie auf www.lvz.de/Region/Oschatz. Quelle: Foto: Christian Kunze
Lampertswalde

Die Rückkehr des Theatre de Luna in den Schlosspark ist geglückt. Die kreativen Köpfe um Jürgen Hartmann-Bastl und den Verein Schätze und Plätze lockten mit der Juli-Auflage ihres Projektes „Dämmerungskultur“ zahlreiche Besucher nach Lampertswalde. Grund genug also, die Initiative wie geplant monatlich fortzusetzen – bis in den Oktober, so das Wetter mitspielt.

Der Initiator setzt auf die Mitarbeit vieler Akteure. Anders als bei den bisherigen Projekten wie „Poesie des Raumes“ gibt es kein festes Drehbuch. „Jeder darf mitmachen und Ideen einbringen“, sagt Bastl. Das Ergebnis ist am ehesten mit einem mehrgängigen Menü oder dem reichhaltigen Buffet im Restaurant zu vergleichen. Die Dämmerungskultur vereint mehrere Gerichte und deren Zutaten – und immer schmeckt das Ergebnis anders, je nachdem, wer gerade kocht.

Dem jeweiligen Monat huldigen

Die Dämmerungskultur huldigt dem jeweiligen Monat – nicht das große Ganze, Themen wie Liebe, Schicksal, Geburt und Tod stehen im Zentrum, sondern kleine Ereignisse und Dinge geben sich die Klinke in die Hand. Der Hauptdarsteller ist und bleibt allerdings, wie bei den früheren Veranstaltungen, der Park selbst. „Die Natur ist hier immer wieder neu und schafft eine andere Atmosphäre von Abend zu Abend“, sagt Bastl. Die hereinbrechende Dunkelheit, der Wellengang des Teichs, die tierischen Parkbewohner – alles das mischt sich in die Inszenierung und bereichert das Spiel des Lichts, der Klänge und der menschlichen Akteure.

Märchenhaft: Die Dämmerungskultur im Schlosspark Lampertswalde.

Vom Schulkind bis zum Rentner bringen sich hier Menschen aus der Region ein. Die Mitwirkenden sorgen für eine bunte, immer individuelle Mischung. In der Dämmerungskultur treffen Welten aufeinander, allerdings ohne, dass es kracht, knirscht oder klappert. Hauptbühne ist eine beleuchtete quadratische Insel auf dem Teich. Dorthin werden die Gestalter des Abends mit einem Boot gefahren – der Fährmann meistert seine Aufgabe genauso souverän wie alle anderen. Ihre Requisiten bringen alle selbst mit. Das sind Kostüme, Zettel oder Instrumente. Weitere besonders markante Elemente sind an diesen zwei Sommerabenden eine Schaukel an der riesigen Platane und ein Sitzmöbel, dass man so nicht erwartet hat.

Texte und Tänze im Wechsel

Die Dämmerungskultur macht einiges möglich. Sie führt Dinge zusammen, die man im Paket selten bekommt. Hier treffen Kontrabassklänge auf eine Kirchenbank und Maskentheater auf Musik. Texte und Tänze wechseln sich ab und auf einen Sketch folgt ein Schattenspiel. Anders als in den zurückliegenden Jahren wird wieder mehr gesprochen. Poesie einer Grundschülerin folgt auf Politikerfloskeln und Loriot auf Liebeslieder.

All das aufeinanderfolgend muss einem nicht sofort schmecken. Aber jeder Gast pickt sich heraus, was ihm gefällt, und schafft es so, nach einer Arbeitswoche abzuschalten – und vielleicht nach dem Dargebotenen am Feuer noch mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Von Christian Kunze

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