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Land unter in Merkwitz: Neuer Damm soll das künftig verhindern

Land unter in Merkwitz: Neuer Damm soll das künftig verhindern

Die Stadt Oschatz ruft die in den zurückliegenden Jahren von Hochwasser betroffenen Einwohner von Merkwitz auf, ihre Schäden aus den letzten Hochwassern, vor allem aus dem Jahr 2006, zu melden.

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Juli 2012: Ein Grundstück im Merkwitzer Schmiedeweg steht unter Wasser. Fotos: Dirk Hunger

Quelle: Dirk Hunger

merkwitz. Von christian kunze

 

Die Stadtverwaltung möchte in eine umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahme für Merkwitz - einen Damm - investieren. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 300 000 Euro. Um den Hochwasserschutz zu beantragen und für dauerhaften Schutz zu sorgen, ist die Stadt auf die Fördermittel angewiesen. "Im Verhältnis zu den bislang gemeldeten Schäden ist eine Förderung durch den Freistaat Sachsen zweifelhaft", verdeutlicht Stadtsprecherin Anja Seidel gegenüber der Oschatzer Allgemeinen Zeitung.

 

In Vorbereitung des Vorhabens machten sich Vertreter der Landesdirektion in Merkwitz ein Bild von der Situation, um daraus notwendige Maßnahmen abzuleiten. "Die Landesdirektion stimmt dem Vorhaben mit der Bemerkung zu, dass der Errichtung eines Hochwasserschutzdammes sowohl ein Planfeststellungsverfahren als auch eine Kosten-Nutzen-Analyse voran gehen muss", so Seidel weiter. Daraufhin wurden alle vermutlich betroffenen Merkwitzer gebeten, ihre Flutschäden der letzten Hochwasserereignisse anzuzeigen.

 

"Wir haben die Merkwitzer Bürger zu Beginn des Monats angeschrieben und darum gebeten, bis Ende August Auskunft über Art und Höhe der an ihren Grundstücken entstandenen Hochwasserschäden und die daraus entstandenen Kosten zu benennen. Leider ist der Rücklauf bisher nur sehr spärlich erfolgt. Zahlreiche Bürger haben überhaupt noch nicht reagiert, so dass es schwierig sein wird, eine belastbare Aussage zur Schadenshöhe treffen zu können. Bis dato wurde eine Gesamtschadenshöhe von lediglich 30 000 Euro angezeigt", so Michael Voigt, Leiter des Stadtbauamtes in Oschatz, auf Nachfrage der OAZ.

 

Die Merkwitzer erinnern sich mit Schrecken an das letzte Hochwasser im Frühjahr 2006, als es durch starken Regen zu Überstauerscheinungen und Überschwemmungen am Striesgraben kam. Achim Reichert gehört zu denen, deren Grundstücke bei Hochwassern besonders gefährdet sind, wenn er auch damals verschont geblieben ist. "Das letzte Mal, dass es uns erwischt hat, liegt zwar schon ein paar Jahrzehnte zurück. Aber als es darum ging, eine Wasserwehr zu gründen, die sich des Problems annimmt, war ich sofort dabei." Der Merkwitzer hofft, dass möglichst viele dem Aufruf der Stadt folgen, damit das Vorhaben gelingt. "Wenn es hier reinläuft, dann gewaltig", bringt es der Anwohner auf den Punkt. Er weiß aber auch, dass das Bewusstsein für die Gefahr bei zahlreichen Bürgern geringer wird, je länger die letzten Überschwemmungen zurückliegen - und plädiert deshalb für eine Einwohnerversammlung, um alle Betroffenen zu informieren.

 

Am stärksten betroffen waren nach Angaben Michael Voigts die Erich-Weinert-Straße, der Anger und der Schmiedeweg. "Bei Starkregen kann der geringe Durchlass an der Bahnbrücke das Wasser nicht mehr fassen, und es läuft in den Ort entlang der Hauptstraße und auf den Anger. Wir konnten bisher nur Mineralgemisch aufschütten. Doch nun soll eine handfeste, verlässliche, dauerhafte Lösung her." Genehmigungsfähig sei laut Voigt nur die Errichtung eines Dammes westlich der Bundesstraße 6 parallel zum Striesgraben, heißt es aus der Landesdirektion. Andere Varianten sind geprüft, aber wieder verworfen worden. "Eine davon sah vor, den Bahndamm mit einzubeziehen, doch dies scheiterte an der Bereitschaft der Deutschen Bahn AG", so Voigt. © Kommentar

 

Die Stadt Oschatz bittet betroffene Merkwitzer, Überflutungsschäden am Grundstück anzuzeigen. Ansprechpartnerin im Rathaus ist Hildrun Berger, Tel. 03435 970266.

Christian Kunze

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