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Oschatz Landratsamt Nordsachsen befürwortet Hundeführerschein
Region Oschatz Landratsamt Nordsachsen befürwortet Hundeführerschein
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13:19 14.03.2018
ARCHIV - ILLUSTRATION - Zwei Deutsche Schäferhunde stehen am 29.08.2007 im Eintracht-Stadion in Braunschweig. Zwei herrenlose Schäferhunde haben in Niedersachsen am Donnerstag (08.09.2011) fünf Menschen angefallen und zwei von ihnen schwer verletzt. Eine 44-Jährige kam per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus, auch ein 68-jähriger Mann wurde schwer verletzt. Lebensgefahr bestand bei beiden nicht, wie ein Polizeisprecher sagte. Polizisten erschossen die Tiere mit ihren Dienstwaffen. Foto: Peter Steffen dpa/lni (zu dpa 0240 vom 09.09.2011) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa
Reppen/Torgau

Die Forderungen zur Einführung eines Hundeführerscheins in Sachsen stoßen auch im Landratsamt Nordsachsen auf offene Ohren. Immer wieder hatten verschiedene Tierschutzverbände die Einführung eines solchen Sachkundenachweises für alle Hundehalter gefordert, meist infolge von Beißattacken.

In Sachsen muss ein solcher Nachweis derzeit nur vorliegen, wenn der Hund auf der Rasseliste als gefährlich eingestuft wird. Zuletzt hatte der Angriff eines entlaufenen Schäferhundes auf einen elfjährigen Jungen im Naundorfer Ortsteil Reppen die Debatte wieder befeuert.

Veterinäramt Nordsachsen befürwortet Reform

„Das Veterinäramt des Landkreises Nordsachsen befürwortet die Einführung eines Hundeführerscheines in Sachsen und somit eine Änderung des Sächsischen Gefahrhundegesetzes“, teilt Aline Hüller-Krah auf OAZ-Anfrage mit.

Die Sachgebietsleiterin Tierschutz verweist in diesem Zusammenhang auf eine Initiative zur Änderung des Sächsischen Gefahrhundegesetzes aus den Jahren 2012 und 2013, die von der Sächsischen Landestierärztekammer angestoßen wurde und auch die Einführung eines Hundeführerscheines beinhaltet.

Innenministerium: Rechtsgrundlage ausreichend

„Dieser Vorschlag wurde seitens des Sächsischen Ministeriums für Inneres 2013 lediglich mit der Einschätzung dankend zur Kenntnis genommen, dass der Freistaat Sachsen über eine Rechtsgrundlage verfügt, die geeignet ist, den Gefahren im Umgang mit gefährlichen Hunden effektiv und rechtssicher zu begegnen.“

Dabei muss ein Tierhalter – so schreibt es Paragraf zwei des deutschen Tierschutzgesetz vor – zwangsläufig über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten hinsichtlich einer angemessenen Ernährung, Pflege und verhaltensgerechten Unterbringung seines Tieres verfügen.

Verbände bieten Führerscheintests an

Eine bundeseinheitliche Regelung zur Vorlage eines Hundeführerscheins existiert jedoch nicht. Hier sind stattdessen die Länder gefragt. Niedersachsen gilt diesbezüglich als Vorreiter: Seit 2013 sind sämtliche Ersthalter dazu verpflichtet, einen Theorie- sowie einen Praxistest zu absolvieren. Diese können bei zahlreichen Verbänden abgelegt werden, beispielsweise beim Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV), beim Berufsverband zertifizierter Hundetrainer (BVZ) oder beim Dachverband für Haustierverhaltensberatung in Europa (DHVE).

Ob es in naher Zukunft zu einer Reform des Sächsischen Gefahrhundegesetzes kommt, beispielsweise nach niedersächsischem Vorbild, ist jedoch unwahrscheinlich: Derartige Bestrebungen sind im Landratsamt nicht bekannt.

Von Christian Neffe

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Die Tierschutzorganisation Peta fordert für Sachsen einen Sachkundenachweis nach niedersächsischem Vorbild. Alle Hundehalter sollen einen Theorie- und einen Praxistest absolvieren. Bisher müssen solche Nachweis nur für als gefährlich eingestufte Tiere erbracht werden.

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