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Landwirte in der Region Oschatz wegen nasser Felder zur Zwangspause verdonnert

Landwirtschaft Landwirte in der Region Oschatz wegen nasser Felder zur Zwangspause verdonnert

Die Landwirte der Region haben mit der Ernte begonnen, müssen aber bereits seit Tagen eine Zwangspause einlegen. Die Felder sind wegen der Regenfälle viel zu nass. Einen Tag vor Beginn der Ernte hat ein Hagelschlag bei Landwirt Hartwig Kübler aus Raitzen einen großen Schaden beim Raps verursacht.

Dunkle Wolken zogen in den vergangenen Tagen oft über die Felder der Region.

Quelle: dpa-Zentralbild

Raitzen/Naundorf. Die Ernte hat begonnen, doch es ist viel zu nass, so dass die Landwirte seit Tagen eine Zwangspause einlegen müssen. „Raps haben wir mit unterschiedlichen Ergebnissen geerntet. Auf den schwächeren Standorten waren wir nicht zufrieden. Da war der Ertrag schwach, weil durch die Trockenheit im Frühjahr und den Frost der Raps gelitten hat. Auf den besseren Standorten haben wir einen normalen Ertrag. Problem war allerdings, dass wir auf unserem besten Schlag mit 72 Hektar in der Nacht vor der Ernte einen Hagelschlag hatten“, sagt Landwirt Hartwig Kübler aus Raitzen. Zum Glück sei das Unternehmen versichert. Den Schaden beziffert Kübler auf etwa 70 000 bis 80 000 Euro. „Es hat sich in den vergangenen Jahren herausgestellt, dass es elementar wichtig ist, sich zu versichern, weil diese Ereignisse einfach zunehmen. Das war früher nicht so“, macht Kübler deutlich.

Qualitätsverlust bei Weizenernte befürchtet

Mit der Weizenernte sei ebenfalls begonnen worden. Hier rechnet der Raitzener mit guten Erträgen. Allerdings befürchtet er bei weiterer Nässe einen Qualitätsverlust. „Es ist höchste Wachsamkeit geboten. Sobald das Dreschen geht, ist open end. Dann müssen wir so lange fahren, wie es geht“, sieht der 62-Jährige eine Chance,Verluste möglichst zu vermeiden. Insgesamt auf 300 Hektar ist das Getreide angebaut. Auch mit der Ernte von Triticale, einer Mischung aus Roggen und Weizen, das als Futtergetreide verwendet wird, sei begonnen worden (180 Hektar). Sehr gut stehe der Mais und die Rüben, die vom ausreichenden Wasser zum genau richtigen Zeitpunkt sowie von der Wärme profitieren. „Jetzt bräuchten wir am besten zwei Wochen trocken und warm, dann wär die Ernte durch und dann könnte es mal wieder regnen“, so Küblers Wetterwunsch für die nächste Zeit.

Einlagern von Wintergerstenstroh stockt

„Das Wetter in diesem Jahr ist wirklich ein bisschen ungünstig“, schätzt Roland Paul, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Naundorf/Niedergoseln, ein und sagt: „Die Ernte der Wintergerste ist beendet, reichlich 1900 Tonnen mit einem Ertrag von 89 Dezitonnen pro Hektar. Das ist etwas weniger als im letzten Jahr.“ Das Getreide werde für Futtermittel im Betrieb verwendet. Die Qualität sei gut. Beim Einlagern von Wintergerstenstroh kam die Agrargenossenschaft laut Paul allerdings ganz schön ins Stocken, so dass das Augenmerk auf Weizenstroh nach dem Drusch gelegt werden muss, das für Fütterung und zur Einstreu bei Kälbern und Rindern erforderlich ist. „Von der Druschfolge steht noch etwas Raps auf den Feldern, bevor dann in den Winterweizen gefahren werden kann.“ Die Milchproduktion gehe kontinuierlich weiter. Beim Hopfen laufen derzeit Pflegemaßnahmen. Paul dazu: „Für jeden sichtbar haben wir eine Erweiterung der Hopfenfläche vorgenommen, unmittelbar südlich der Umgehungsstraße von Mügeln.“ In der Gärtnerei erfolge derzeit der Gurken- und Tomatenverkauf.

Von Heinz Großnick

Raitzen/Naundorf 51.2597397 13.1882074
Raitzen/Naundorf
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