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Landwirte klagen: Dahle-Deich frisst zu viel Ackerfläche

Landwirte klagen: Dahle-Deich frisst zu viel Ackerfläche

Cavertitz/Außig. Noch bis zum 28. September sind Einwendungen gegen die Pläne für einen Flutpolder bei Außig möglich. Die Gemeinde Cavertitz hat dazu mehrere Hinweise, die Stellungnahme dazu beschlossen die Räte auf ihrer Sitzung am Montag.

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2013 stand Außig unter Wasser. In Zukunft soll eine drohende Überschwemmung durch einen Flutpolder abgewendet werden.

Quelle: Dirk Hunger

Von Jana Brechlin

Auch von Landeigentümern gibt es Einwendungen, sie stört vor allem der enorme Flächenverbrauch: 50 Hektar werden für den Bau des Polders benötigt.

Leicht haben es sich Bürgermeisterin Christiane Gürth (SPD) und Mitarbeiter der Verwaltung offenbar nicht gemacht.Mehrere Seiten umfasst die Stellungnahme der Gemeinde, es gibt zu den Plänen zahlreiche Hinweise und ausführliche Begründungen. Dabei war es bereits sportlich, die Unterlagen zu sichten: Einen Monat lang lagen die Pläne zur öffentlichen Einsichtnahme in Schöna aus. 22 Ordner sind nötig, um das Vorhaben des Flutpolders nördlich von Außig darzulegen. "Wir haben die Chance genutzt, dass immer auch jemand von der Landestalsperrenverwaltung vor Ort war und viele Fragen gestellt", sagte Christiane Gürth.

Die Planer gehen davon aus, dass während der Bauzeit doppelt so viel Verkehr sein wird wie sonst üblich. Davon sei vor allem die B 182 durch Schirmenitz betroffen, weshalb man eine Bedarfsampel für Fußgänger fordere, heißt es in der Stellungnahme der Gemeinde. Da der Radweg verlegt und zum Teil neu gebaut werden muss, allerdings immer auch als Zuwegung zu den Feldern genutzt wird, regen die Cavertitzer eine Verbreiterung auf 3,50 Meter an und fordern, einen Bau mit entsprechender Traglast für landwirtschaftliche Maschinen. In der Plänen der Landestalsperrenverwaltung soll aus Ausgleichsmaßnahme die Dahle stellenweise in ihr altes Flussbett zurückverlegt und das jetzige Dahle-Bett Flutgraben werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass lediglich Niederschlagswasser in den Graben geleitet wird. Tatsächlich würde allerdings auch Mischwasser nach der Vorbehandlung in vollbiologischen Kleinkläranlagen ankommen, so die Bürgermeisterin. Dieser Fakt sei noch zu klären.

Zur öffentlichen Ratssitzung waren auch Landeigentümer und Landwirte nach Schöna gekommen, um ihre Bedenken mitzuteilen. Dafür räumte die Bürgermeisterin den Gästen Rederecht zum Tagesordnungspunkt ein - normalerweise können Besucher lediglich zu Beginn in der Bürgerfragestunde das Wort ergreifen. Außerdem überreichten sie der Verwaltung ihre Zuarbeit zur Stellungnahme. Darin fordern sie, dass Entschädigungsfragen für Landverlust oder Ernteausfall durch Flut vor Baubeginn geklärt werden. Um künftig auch Schutz vor Dahle-Hochwasser zu haben, sollte der Bach schon oberhalb von Cavertitz in Schleifen verlaufen. Außerdem fordern sie ausreichend Zufahrten zu Feldern. Größter Kritikpunkt der Eigentümer ist aber der Landverlust: "Der enorme Flächenverbrauch für den Bau des Dahle-Deiches ist nicht akzeptabel." Das Ackerland dort gehöre zu den wertvollsten im Einzugsbereich der Gemeinde. Um Platz und Flächen zu sparen, schlagen die Landbesitzer vor, auf der Grundfläche des jetzigen Dahle-Deiches eine Hochwasserschutzmauer zu errichten. Auch Spundwände wären eine Alternative.

Christiane Gürth nahm die Anregungen entgegen und kündigte an, diese zu prüfen und womöglich damit die Stellungnahme der Gemeinde zu ergänzen. Gleichzeitig regte sie an, dass betroffene Einwohner oder Landbesitzer selbst auch die Möglichkeit nutzen, ihre Einwände geltend zu machen: "Es ist wichtig, dass sich möglichst viele an dem Verfahren beteiligen." Gemeinderat Mathias Gründel (CDU) lobte die Arbeit der Verwaltung. "Die Stellungnahme ist sehr gut", sagte er. Wichtig sei, dass es für die Außiger keine Verschlechterung durch den Bau gebe.

Geplant ist der Polder zwischen Außig und Seydewitz. Das Becken soll bei Hochwasser bis zu elf Millionen Kubikmeter Wasser fassen können. Bis Ende 2018 müssen die Bauverträge abgeschlossen, fertig wäre die Anlage voraussichtlich frühestens 2021.

Aus der Oschatzer Allgemeinen Zeitung vom 23.09.2015

Brechlin, Jana

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