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Oschatz Lasterfahrer brettern trotz Durchfahrtverbotes in Mügeln durch Ortsdurchfahrt
Region Oschatz Lasterfahrer brettern trotz Durchfahrtverbotes in Mügeln durch Ortsdurchfahrt
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06:00 14.09.2016
Das Durchfahrtverbot durch das Stadtzentrum von Mügeln für Laster wird von etlichen Brummifahrern ignoriert. Der Fahrer dieses Lkws biegt an der Kreuzung jedoch in Richtung Wermsdorf ordnungsgemäß ab. Quelle: dapd
Mügeln

Rücksichtslos brettern Brummifahrer durch die neu gebaute Ortsdurchfahrt von Mügeln – trotz eindeutiger Beschilderung. Lediglich Lieferfahrzeuge dürfen die Straße passieren, für alle anderen Laster ist die Durchfahrt verboten. Dass dies vielfach ignoriert wird, sorgt nicht nur bei Anwohnern für totalen Frust. „Ich bin diesbezüglich bereits ein paar mal angesprochen worden. Vor allem aus Richtung Umleitungsstrecke Ablaß missachten Lkw-Fahrer das Durchfahrtsverbot“, ärgert sich auch Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln). Insbesondere ortsfremde und nicht deutsch sprechende Lasterfahrer würden wohl durch ihre Navigationsgeräte durch die Stadt geleitet. „Dieser Verkehr belastet unsere Stadt enorm. Die Pflanzinseln werden kaputt gefahren. Man sieht schon schwarze Streifen von den Reifen an den Einfassungen und im ersten Bauabschnitt sind an einigen bereits Ecken weggebrochen“, sagte Ecke. Die Stadt hatte die Wermsdorfer Straße und die Dr.-Friedrichs-Straße nach der Inbetriebnahme der neuen Ortsumgehung grundhaft sanieren lassen und dafür 1,4 Millionen Euro investiert (wir berichteten).

Mit dem unhaltbaren Zustand will sich die Verwaltung nicht abfinden. Mügelns Bauamtsleiterin Karin Uhde wäre nach eigenen Angaben von einem Laster sogar fast angefahren worden, konnte mit ihrem Fahrzeug im letzten Moment gerade noch zur Seite ausweichen. „Schlimm, wenn die Leute die Verkehrszeichen nicht lesen können“, resümiert Uhde. Um das Problem aus der Welt zu schaffen, wandte sie sich an die Niederlassung Leipzig des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) und bat darum, an der Ampelkreuzung Staatsstraße 41/ehemalige Staatsstraße 31 eine eindeutige Beschilderung der Umleitung in Richtung Ortsumgehung anzubringen. „Leider fahren ständig schwere Lkw, teilweise mit Hänger durch die Innenstadt“, verdeutlichte sie in ihrem Schreiben an die Behörde die brenzlige Lage. „Die Wegweisung im Zuge der S 31 Ortsumgehung und der S 31 alt am Knoten mit der S 41 ist eindeutig so gestaltet, dass der Durchgangsverkehr in Richtung Oschatz zur und über die neue S 31 geleitet wird. Eine Änderung der Wegweisung ist nicht erforderlich und würde keine Veränderung von Verhaltensweisen bringen, da die Nutzer der S 31 alt sich offensichtlich nicht nach den Schildern richten“, antwortete Isabel Siebert, Pressesprecherin beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Dresden.

Möglicherweise würden veraltete Navigationssysteme den Verkehr noch nicht über die Ortsumgehung leiten oder die Fahrzeugführer nutzten gewohnheitsmäßig die alte Trasse. Siebert weiter: „Insgesamt ist es unverständlich, dass angeblich viele Fahrzeuge die gegenüber der Ortsumgehung jetzt unattraktive Ortsdurchfahrt weiter benutzen sollen. Aber die Erfahrung mit anderen Ortsumgehungen zeigt auch, dass bis zur vollständigen Akzeptanz der neuen Streckenführung mehrere Jahre vergehen.“

Dennoch habe es mittlerweile zur Verdeutlichung der Situation mit der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei einen gemeinsamen Ortstermin gegeben. „Festgelegt wurde, durch die zusätzliche Aufstellung von Verkehrszeichen aus allen Richtungen auf die Sperrung für Lkw hinzuweisen“, teilte die Pressesprecherin mit.

Die verkehrsrechtliche Anordnung dafür erteile die Straßenverkehrsbehörde. Die Aufstellung der Schilder erfolge durch die Straßenmeisterei Oschatz, so Siebert gegenüber der Oschatzer Allgemeinen.

Von Heinz Großnick

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