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Lebenshilfe gibt mit ihrer modernen Gärtnerei 29 Menschen ein Perspektive

Lebenshilfe Oschatz Lebenshilfe gibt mit ihrer modernen Gärtnerei 29 Menschen ein Perspektive

Die Oschatzer Lebenshilfe hat in Lonnewitz nicht nur Werkstätten für Menschen mit Behinderung, sondern in Richtung Thalgut auch eine Gewächshausanlage mit rund 1000 Quadratmetern überdachter Fläche. Hier wachen zur Zeit Gurken, Tomaten und Kartoffeln. Auch Blumen werden hier gezogen und im Hofladen zum Verkauf angeboten.

Bevor das geerntete Gemüse zum Verkauf oder zur Auslieferung kommt, sortieren und putzen es Mitarbeiter und Behinderte gemeinsam.

Quelle: Bärbel Schumann

Oschatz. Frisches Gemüse vom Erzeuger, das gibt es nicht nur in den Hofläden der Landwirtschaftsbetriebe. Auch im kleinen Hofladen der Gärtnerei der Regionalvereinigung der Lebenshilfe Oschatz wird angeboten, was auf eigenen Feldern und in dem 1000 Quadratmeter großen Gewächshaus geerntet wird. Derzeit sind das vor allem Tomaten, Gurken, Kartoffeln und Blumen. „Aber auch Zwiebeln, Kräuter, Rote Beete, Möhren und Futterrüben, später auch noch verschiedene Kürbisse, alles aus eigener Ernte verkaufen wir hier oder liefern sie an Bereiche der Lebenshilfe und einige andere Abnehmer“, erklärt Maika Labetzsch, Bereichsleiterin. Auf diese Weise wird auch die Küche der Lebenhilfe in Lonnewitz mit Frischem versorgt.

Auf kleineren Flächen werden aber auch Bohnen, Salat, Kohl, Sellerie oder Radieschen angebaut. Seit gut einem Jahr leitet die ausgebildete Gärtnerin und Ergotherapeutin die Gärtnerei.

29 Behinderte haben in der Gärtnerei eine Perspektive

In diesem Außenbereich der Werkstatt für behinderte Menschen des Vereins arbeiten derzeit 29 Behinderte. Ihnen zur Seite stehen – mit der Gärtnereileiterin – insgesamt vier Betreuer.

„Das Besondere bei uns ist, dass jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten eingesetzt wird. Bei dem einen oder anderen muss man mehr erklären oder beaufsichtigen. Und auch der Zeitfaktor spielt eine Rolle. Nicht jeder der Behinderten kann jede anfallende Arbeit hier verrichten. Das sind wesentliche Dinge, die beispielsweise bei der Planung der anfallenden Arbeiten berücksichtigt werden müssen“, erklärt Maika Labetzsch. „Manche sind in einzelnen Teilarbeiten sogar so schnell und spezialisiert, da konnte selbst ich noch etwas lernen.“

Unterdessen herrscht in den Bereichen des 1000 Quadratmeter großen Gewächshauses, dass 2010 neu gebaut wurde und sich in drei Teile gliedern lässt emsiger Betrieb. Gurken und Tomaten tragen gut, auch Dank der Mithilfe vieler nützlicher Insektenhelfer, die unter dem Gewächshausdach gezielt zum Einsatz kommen.

Rosen gehören jetzt auch zum Blumensortiment

Roland Mücke, Rainer Conrad und Marco Müller sind dabei, Tomaten zu ernten. Behutsam gehen die Männer dabei an den in die Höhe gerankten Pflanzen vor. In grünen Kisten werden die reifen Früchte abgelegt. Anschließend kommen sie noch nicht in den Verkauf, sondern werden sortiert und auch etwas geputzt. Betreuerin Bärbel Schneeweiß erledigt diese Arbeiten gemeinsam mit Roland Friebel, Linda Stein und Carlos Sanches. Den Behinderten in ihrer Grünen Arbeitskleidung ist die Freude an ihrer Arbeit, das Gebraucht- und Anerkannt-werden ihrer Arbeit anzumerken. Stolz erzählt Roland Friebel zum Beispiel dabei, dass er der Dienstälteste in der Gärtnerei sei, seit 1993 hier arbeitet. Gerade schauen Kunden in dem angrenzenden kleinen Hofladen vorbei. „Das sind Stammkunden“ verrät Bärbel Schneeweiß. Diesmal nimmt das Ehepaar wieder frisches Gemüse mit, auch ein kleiner Rosenstrauß kommt dazu. Die Rosen seien die erste Ernte, denn erst im Vorjahr wurden auf einem großen Beet Rosenstöcke neu angepflanzt. „Damit reagieren wir auf Trends und Wünsche“, erklärt Maika Labetzsch.

Und was machen die Gärtnerei-Mitarbeiter im Winter, wenn nicht so viel Arbeit anfällt? Da hat der Bereich besondere Dienstleistung zu bieten. Eine davon soll in Zukunft mit der Investition von moderner Technik gar noch erweitert werden: Auf dem Feld gewachsene und geerntete Kartoffeln werden für verschiedene Abnehmer küchenfertig geschält und anschließend verpackt, damit sie spätestens am Folgetag beispielsweise bei Gastronomen auf den Tisch kommen. Aber auch Zwiebeln werden von Behinderten küchenfertig vorbereitet. „Als ich diese Arbeit das erste Mal mitgemacht habe, bewunderte ich die Behinderten sehr, was sie alles leisten“, zollt die Gärtnereichefin allen mit diesen Arbeiten Beschäftigten Respekt.

Immer wieder kommen Kunden in den Hofladen – sie interessieren sich nicht nur für das frische Gemüse, sondern oft benötigen ein originelles Geschenk und schauen sich die Angebote aus der Tischlerei der Behindertenwerkstatt an. Dazu gehören unter anderem Nistkästen und Insektenhotels, aber auch besondere hölzerne Liegestühle für den Garten. „Vorbeikommen zu unseren Öffnungszeiten Montag bis Sonnabend lohnt sich also auch noch aus anderer Sicht“, bemerkt Bärbel Schneeweiß.

Von Bärbel Schumann

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