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Oschatz Lebensretter-Medaille für Oschatzer Martin Kühn
Region Oschatz Lebensretter-Medaille für Oschatzer Martin Kühn
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15:20 06.01.2017
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Oschatz

Schock für die acht Bewohner des Hauses im Gärtnerweg 16: Als in der Wohnstätte für Behinderte der Oschatzer Lebenshilfe mitten in der Nacht ein Feuer ausbrach, kam es auf jede Sekunde an, um Leben zu retten. Am Gebäude entstand ein Schaden von 150 000 Euro. Drei Ortswehren mit 37 Kameraden löschten bis in die Morgenstunden.

Martin Kühn, ein Anwohner aus der Nachbarschaft, sorgte durch sein vorbildliches Verhalten dafür, dass kein Mensch verletzt wurde. Dem 26-Jährigen wurde dafür das Lebensrettungsehrenzeichen verliehen. Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) überreichte ihm die nach dem Verdienstorden und der Verfassungsmedaille hochwertigste Auszeichnung des Freistaates Sachsen im Rahmen seines Neujahrsempfangs.

Nachdem Martin Kühn am 10. April 2012 um kurz vor 1 Uhr das Feuer bemerkt hatte, informierte der Oschatzer die Rettungsleitstelle und rannte zur Wohnstätte. Als er dort ankam, hörte er die Sirene. Aus dem Dachstuhl schlugen meterhohe Flammen. Einige Bewohner standen im Freien, waren nur leicht bekleidet. Kühns Frage, ob noch mehr Bewohner im Haus seien, bejahten sie. Daraufhin ging der junge Mann in das brennende Haus und holte alle übrigen Bewohner heraus. Etliche der Geretteten gingen wieder hinein, um persönliche Gegenstände zu holen. Martin Kühn erreichte, dass sie wieder herauskamen und hielt sie und weitere davon ab, das Gebäude erneut zu betreten. Dann ging er nochmals in das Haus und überzeugte sich, dass es wirklich leer war.

Lebenshilfe-Geschäftsführer Markus Drexler suchte einige Zeit nach einer Möglichkeit, den Einsatz des Oschatzers in dieser Nacht vor über vier Jahren angemessen zu würdigen. Im Rahmen des 25-jährigen Bestehens der Oschatzer Lebenshilfe wurde es dann konkret. Vorschlagsberechtigt für das Ehrenzeichen sind Bürgermeister der Städte und Kommunen, über die Verleihung entscheidet das Ministerium des Innern. Der Vorschlag muss begründet werden und ist Personen vorbehalten, die unter Lebensgefahr oder besonders bedrohlichen, gefahrvollen Umständen Menschenleben gerettet oder eine der Allgemeinheit drohende erhebliche Gefahr abgewendet haben. Der Freistaat würdigte damit seit dem Jahr 1996 insgesamt 132 Menschen.

Martin Kühn ist als Fachangestellter für Medien und Informationsdienste im sächsischen Staatsarchiv tätig und engagiert sich zudem ehrenamtlich in der Privilegierten Scheibenschützengesellschaft zu Oschatz 1537/1990. Demnächst gehört er in dieser Funktion zu den Teilnehmern des 1. Oschatzer Galerie-Gesprächs in der Stadthalle Thomas-Müntzer-Haus.

Von Christian Kunze

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