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Leck im Stadtbad Mügeln: Badespaß 2016 fällt ins Wasser

Sanierungsstau Leck im Stadtbad Mügeln: Badespaß 2016 fällt ins Wasser

Das Stadtbad in Mügeln kann in dieser Saison nicht eröffnet werden. Mit dieser Hiobsbotschaft überraschte jetzt Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln). Das Becken ist undicht und das Wasser entweicht. Der Brunnen ist defekt und um die sanitären Anlagen ist es auch nicht zum Besten bestellt. Der Sanierungsbedarf liegt bei 350000 Euro.

Das Planschen im Stadtbad Mügeln macht den Mädchen und Jungen große Freude.
 

Quelle: Dirk Hunger

Mügeln.  „Ja, es steht definitiv fest, dass wir 2016 unser Bad nicht öffnen werden“, erklärt Mügelns Hauptamtsleiterin Dörte Eberhardt. Noch vor Tagen hatte Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler) in der Öffentlichkeit von einer möglichen Schließung gesprochen. In der Mitgliederversammlung des Stadtmarketingvereins berichtete er über Aktuelles im Stadtgeschehen und hatte dabei auch auf bestehende Probleme im Stadtbad aufmerksam gemacht. „Das Bad ist defekt. Wasser aus dem Becken verschwindet“, hatte er informiert und auf eine unumgängliche Sanierung des Bades aufmerksam gemacht. Und er nannte die Summe von um die 350 000 Euro, die dafür nach bisherigen Schätzungen benötigt würde. Doch mit der Beseitigung vorhandener Lecks sei die Sache nicht getan. „Der bestehende Brunnen, der das Freibad mit Wasser versorgt, ist zusammen gebrochen“, erklärt die Hauptamtsleiterin. Ein Neuer muss für die Versorgung des Freibades gebohrt und gebaut werden. Dörte Eberhardt wies darauf hin, dass durch den Wegfluss des Beckeninhaltes nicht nur neues Wasser immer wieder zugeführt werden müsse. „Damit stiegen auch die Betriebsmittelausgaben wie etwa für Chlor“, nennt sie einen Fakt. Sanierungsbedarf besteht auch in den Nebengebäuden, wo sich die sanitären Anlagen beispielsweise befinden. Auch wenn vielleicht eine kurzfristige Zwischenlösung gefunden würde, sei das Risiko zu groß, im Laufe der Saison eventuell das Bad dann doch noch schließen zu müssen. „Da macht es Sinn, die jährlichen im Stadthaushalt eingeplanten Betriebskosten von rund 50000 Euro investiv einzusetzen“, sagt Dörte Eberhardt. Was mit dem Personal geschehe, das die Badbetreibung ermöglicht, dazu sagte die Hauptamtsleiterin: „Der Schwimmmeister ist der einzige, der bei der Stadt beschäftigt ist. Im Winter über ist er im Bauhof. Mit ihm werden wir sprechen und ihm eine Lösung für die Zeit der Badschließung anbieten.“ Neben ihm waren drei Mitarbeiter als Saisonkräfte in einem befristeten Arbeitsverhältnis beschäftigt gewesen. „Für 2016 wurden noch keine Verträge abgeschlossen.“

Bereits im vergangenen Jahr war die Mügelner Stadtverwaltung auf die Suche nach Möglichkeiten zur Finanzierung einer Badsanierung gegangen. Ernüchternd musste dabei nimmer wieder festgestellt werden, dass eine Badsanierung bei vielen Förderprogrammen einfach durchfalle.

Das trifft auch auf die gerade beschlossene Entwicklungsstrategie für das Leader-Gebiet Sächsisches Zweistromland – Ostelbien zu, dem die Kommune angehört. Dazu teil das Regionalmanagement des Leader-Gebietes mit: „In Orientierung an der Ile-Richtlinie aus der letzten Förderperiode wurde in die Leader-Entwicklungsstrategie für die Region Sächsisches Zweistromland-Ostelbien unter Punkt 5.3.2 Zuwendungsvoraussetzungen und Kohärenzkriterien der Region Sächsisches Zweistromland-Ostelbien folgendes Kriterium aufgenommen: Bei der Förderung wirtschaftlicher Tätigkeit sind Anlagen nicht förderfähig, die üblicherweise gewerblich betrieben werden können, insbesondere Kegel- und Bowlingbahnen, Go-Kart-Bahnen, Golf- und Tennisplätze, Bars und Diskotheken, Museen, Ausstellungen, Frei- und Hallenbäder. Aus diesem Grund kann eine Freibadsanierung leider nicht über Leader gefördert werden.“

„Wir haben eng mit der Wirtschaftsförderin des Landratsamtes Uta Schladitz zusammengearbeitet. Schließlich gab es bei einem einmalig aufgelegten Projektaufruf des Bundes im letzten Halbjahr einen Lichtblick und wir haben dort unsere Unterlagen für die Sanierung des Bades eingereicht. Eine Antwort steht noch aus“, bekräftigt Dörte Eberhardt die unermüdliche Suche nach einer Lösung für das „Badproblem“. Denn: Mügeln will alles daran setzen, um das Bad zu erhalten. „Das ist ein wichtiger Standortfaktor und auch ein Zeichen für die Lebensqualität in unserer Stadt, die wir den Mügelnern, ja den Bürgern der Region, erhalten möchten“, bekräftigt Bürgermeister Johannes Ecke.

Rund 6800 Badbesucher wurden im vergangenen Jahr gezählt. Unter ihnen auch Besucher aus benachbarten Regionen, die neben der idyllischen Lage die familiäre Atmosphäre des Bades schätzen. Neue Veranstaltungen, vom Schwimmmeister Klemens Lehmann und seinem Team ins Leben gerufen, wie etwa Schwimmen bei Fackelschein, erfreuten sich großen Zuspruchs.

Von Bärbel Schumann

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Mügeln
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