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Oschatz Leere Geschäfte im Tuchmacherhof: Hier fehlt die Laufkundschaft
Region Oschatz Leere Geschäfte im Tuchmacherhof: Hier fehlt die Laufkundschaft
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16:32 11.02.2015
Michael Schiffner Quelle: Dirk Hunger

Immer mehr Läden stehen deshalb leer (wir berichteten). Größer Vermieter von Geschäften ist die Oschatzer Wohnstätten GmbH. Deren Geschäftsführer Michael Schiffner nennt im OAZ-Interview die Ursachen für diese Entwicklung und sagt, wie das kommunale Unternehmen darauf reagiert.

Warum stehen in Oschatz immer mehr Geschäfte leer?

Es ist kein Geheimnis, dass in ganz Sachsen und damit auch in Oschatz die Auswirkungen der demografischen Entwicklung und des damit zusammenhängenden Bevölkerungsrückgangs spürbar sind. Diese Auswirkungen sind am Wohnungsmarkt ebenso spürbar wie auf dem Markt für Ladengeschäfte. Dieser Bereich wird darüber hinaus von dem immer stärker werdenden Internethandel mit einem unüberschaubar großen Angebot beeinflusst. Dadurch wird aus unserer Sicht den Gewerbetreibenden noch zusätzlich aktive Kundschaft entzogen. Von diesem Bedarfsrückgang sind nicht nur die privaten Vermieter betroffen, sondern auch die Oschatzer Wohnstätten GmbH.

Wie viele Ladengeschäfte besitzt die Wohnstätten GmbH im Stadtzentrum - und wie viele stehen davon leer?

Im inneren Stadtzentrum besitzt die Oschatzer Wohnstätten GmbH zwei leerstehende Ladengeschäfte, von denen eines aufgrund seines ungünstigen Zuschnittes nicht aktiv angeboten wird.

Das größte Problem für Ihr Unternehmen dürfte der Leerstand in den sechs Geschäften des Tuchmacherhofes sein. Warum ist es so schwierig, dort Mieter zu finden? Sind die Mieten zu hoch - oder ist die Lage zu unattraktiv?

Die Lage in der unteren Hospitalstraße ist für Geschäfte, die eine große Anzahl von Laufkundschaft benötigen, zu unattraktiv. Dazu kommt der allgemeine Rückgang bei der Nachfrage in Bezug auf Ladengeschäfte.

Die Wohnstätten GmbH bietet nur noch Gewerberäume und Läden in sanierten Häusern an, zum Beispiel auch in der Sporerstraße 15. Warum steht dieser Laden schon seit zwei Jahren leer?

Für dieses Geschäft in der besonderen Lage am Eingang des Marktes konnten wir noch nicht den zum Umfeld passenden Mieter finden. Ausschlaggebend waren hier die Widersprüche vom vorhandenen Grundriss und den Vorstellungen der Interessenten zur Ausübung ihres Gewerbes.

Sie versuchen, den Branchenmix im Stadtzentrum möglichst zu erhalten. Gelingt das, und welche Probleme gibt es dabei?

Wir können den Branchenmix nur in unseren eigenen Beständen regulieren. Dort ist es uns gelungen, ein breitgefächertes Angebot für die Oschatzer und die Besucher der Stadt bereitzustellen.

Die Oschatzer Werbegemeinschaft bemüht sich mit ihren Veranstaltungen, die Attraktivität des Stadtzentrums zu erhalten. Kann damit aus Ihrer Sicht der zunehmende Leerstand von Geschäften beeinflusst werden?

Die Veranstaltungen tragen auf jeden Fall dazu bei, das Innenstadtleben zu bereichern. Damit werden Kaufinteressierte an die Vielfältigkeit der Angebote herangeführt. Fragen: Frank Hörügel

Frank Hörügel

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