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Leere Schaufenster in Oschatz sollen mit Leben gefüllt werden

Einzelhandel Leere Schaufenster in Oschatz sollen mit Leben gefüllt werden

In Oschatz gibt es viele leerstehende Geschäfte, die das Bild der Innenstadt trüben. Doch es gibt viele kreative Ideen, dies zu ändern, auch ohne dass ein neuer Mieter gefunden wurde. Auch die Oschatzer Werbegemeinschaft ist offen für neue Vorschläge.

Die Zahl der leeren Schaufenster im Oschatzer Stadtzentrum nimmt zu.

Quelle: kristin engel

Oschatz. Oschatz ist eine schöne Stadt mit gemischtem Flair. Die Innenstadt ist saniert und wir haben viele gemischte Händler, bei denen für jeden Geschmack etwas dabei ist. Es herrscht eine angenehme Kleinstadtatmosphäre“, sagt die Vorsitzende der Oschatzer Werbegemeinschaft, Carola Schönfeld. Das Angebot reicht vom Sportgeschäft, über einen Schmuck- bis hin zum Schuhladen. „Viele Oschatzer kaufen in der Innenstadt ein und fahren nicht extra bis nach Leipzig. Es ist so gut wie alles vorhanden“, bestätigt auch Stadtsprecherin Anja Seidel.

Doch zwischen dem Blumenladen, dem Schuhmacher oder dem Fahrradhandel gibt es auch zahlreiche leere Schaufenster. Und deren Zahl wächst. Dies zu ändern sei nicht immer einfach, weiß die Vorsitzende der Werbegemeinschaft. Sie selbst betreibt ihr Bastelstudio seit 20 Jahren im Stadtzentrum. Die Jubiläumsfeier steht bevor. „Daher kann ich sagen, dass wir in diesem Jahr den größten Leerstand seit 20 Jahren haben. Dennoch ist dieser gegenüber anderen Städten relativ gering.“

Werbegemeinschaft sucht nach Lösungen

Die Oschatzer Werbegemeinschaft will leere Läden wieder beleben. „Wir versuchen, Lösungen zu finden. Es gibt noch Nischen, wo Bedarf ist und wo neue Händler auch Chancen haben, sich zu etablieren.“ Carola Schönfeld denkt zum Beispiel an ein Feinkost- oder Teegeschäft. Das Internet sei nicht schuld an dem Rückgang der Händler in der Innenstadt. „Heutzutage sind die Leute auf alles angewiesen. Es muss sowohl Versandhändler, stationäre Händler als auch den Internethandel geben. Deshalb wird der stationäre Handel nicht aussterben. Unser Vorteil ist es, einen guten Service anbieten zu können. Die Leute können unsere Produkte anfassen, anprobieren und sofort mitnehmen. Das Internet bietet ganz andere Vorzüge. Für uns ist es wichtig, dass wir guten Service liefern.“

Meisten leeren Läden sind in privater Hand

Und dennoch gibt es immer mehr leere Läden. „Die meisten dieser Schaufenster sind in privater Hand, etwa 90 Prozent. Das bedeutet, dass wir diese Läden nicht einfach gestalten dürfen. Doch die anderen Schaufenster könnten natürlich mit neuem Leben gefüllt werden, auch wenn es nur äußerlich den Anschein macht, um das Stadtbild noch zu verbessern. So wurden Schaufenster bereits mit Folien gestaltet, so wie beispielsweise in der Rosmarinpassage. Oder ein ähnliches Kunstschaufenster, wie es der Oschatzer Bildhauer Joachim Zehme einst gestaltet hat.“

Fast ein Jahr lang waren die beiden Themen Frieden und Kunst in einem Oschatzer Schaufenster vereint. Im Schaufenster in der Sporerstraße wurden die Ereignisse um den 11. September 2001 mit den Anschlag auf das World Trade Center in New York ebenso thematisiert wie das Ende des Zweiten Weltkrieges. Viele weitere Ideen hat Joachim Zehme bereits und orientiert sich am Vorbild aus Mügeln. „Hier haben verschiedene Vereine die Schaufenster übernommen, um sich zu präsentieren. Es wäre doch toll, wenn so zum Beispiel in Oschatz der Angelverein auf sich aufmerksam machen könnte, um neue Mitglieder zu gewinnen, oder der Kirchenverein könnte in einem solchen Schaufenster eine Begegnungsstätte schaffen.“

Gestaltung als Trödel- oder Kunstschaufenster?

Er betont auch, dass ein solches Unterfangen an viele Bedingungen und Richtlinien geknüpft ist. „Zum Beispiel muss hier auch das Mietgesuch des Eigentümers berücksichtigt werden.“ Dennoch gehen ihm die Einfälle nicht aus. „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, ein solch leerstehendes Schaufenster als Trödel- oder Kunstschaufenster zu gestalten und ein passendes Thema zusammenzustellen, bei dem man auch etwas erwerben kann. Die Idee ist, dass die Leute ihre nicht mehr genutzten Sachen nicht bei Ebay rein setzen, sondern in ein Schaufenster stellen, dass mit der Telefonnummer versehen wird. Ein Teil des Erlöses könnten dann an den Hauseigentümer gezahlt werden. Doch auch hierbei gibt es noch viele Dinge zu beachten“, betont er und würde juristische Unterstützung als notwendig empfinden. Seine Ideen sind weit gefächert. „Ein leeres Schaufenster ist ein trauriges Schaufenster“, sagt er schließlich.

Gestaltungssatzung setzt Grenzen

„Beachtet werden muss auch die Gestaltungssatzung, die im Innenstadtring gilt. Da geht nicht alles. Doch die Stadt ist offen für Anregungen, die helfen, die historische Innenstadt noch schöner zu gestalten“, sagt Pressesprecherin Anja Seidel. „Solche Ideen sind gute Alternativen, bis ein neuer Mieter gefunden wurde und würden zur Verschönerung der Innenstadt beitragen. Ich bin einer guten Idee nie abgeneigt“, so Carola Schönfeld.

Im Zuge der Landesgartenschau hat die Stadt auch bereits Wege, Plätze und Brunnen auf Vordermann gebracht. 2015 wurde schließlich die letzte Straße „Am Mühlengraben“ in der Innenstadt erneuert. Der Bauhof sorgt für bunte Blumen, die die Stadt zieren. Die Innenstadt attraktiver zu gestalten, ist ein großes Ziel. Daher konzentriert sich die Oschatzer Werbegemeinschaft jetzt auch auf die Planung und Vorbereitung des Frühlingsfestes und des Autofrühlings. Auch in diesem Jahr wollen die Händler an Bewährtem festhalten und neue Attraktionen etablieren.

Von Kristin Engel

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