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Oschatz Leerstehender Supermarkt in Oschatz zieht Vandalen an
Region Oschatz Leerstehender Supermarkt in Oschatz zieht Vandalen an
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Anwohner ärgern sich über den Zustand des früheren Diska-Marktes. Quelle: Dirk Hunger
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Zerdroschene Scheiben, zerlegte Auslagen, beschmierte Wände - der ehemalige Diska-Markt in der Oschatzer Friedensstraße wirkt alles andere als einladend. Dennoch stehen dort Tür und Tor sperrangelweit offen. Und, obwohl es dort schon seit Jahren nichts mehr zu holen gibt, gehen in dem Markt tagein, tagaus Leute ein und aus. Ungestört traktieren all jene drinnen das, was in irgendeiner Form verbogen werden kann. Mittlerweile hängen sogar Deckenelemente aus Metall bis auf Gesichtshöhe herab. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis sich dort jemand verletzt.

Seit nunmehr sieben Jahren regiert dort die Tristesse. Und das, obwohl es immer wieder Interesse an jenem Objekt in der Friedensstraße gab. Das sagt zumindest der Besitzer Karl Schaller aus Oberdolling bei Ingolstadt. "Aber die Angebote waren nicht tragfähig." Einen Eindruck von dem derzeitigen Zustand hatte sich der Immobilienmakler mit seinem Sohn erst kürzlich gemacht. Das bestätigte eine Mitarbeiterin des Getränkemarktes in direkter Nachbarschaft. "Es tut sich was in nächster Zeit", sagte Schaller am Telefon. Zu welchem Zeitpunkt und was genau, ließ er aber im Dunkeln.

Auch die Gemeinde Wermsdorf hatte lange am Leerstand des ehemaligen Discounters in der Oschatzer Straße zu knaupeln. "Wir konnten bei der Vermarktungsgesellschaft des Objektes immer nur nachfragen", erklärte Bürgermeister Matthias Müller (CDU), "und mit entsprechenden Kontakten helfen." Auch hier gab es Interesse am Objekt. Eine große Bäckerei etwa. Alle Anfragen scheiterten, weil der Besitzer den Markt nur vermieten wollte. Bis Alexander Ziegler vor einem Jahr auf die Matte stand. Nach viel Überzeugungsarbeit konnte er das Areal kaufen. "Ich hatte Glück im Unglück. Der ehemalige Besitzer des Grundstückes meldete Insolvenz an", erklärte der Junior-Chef von Zieglers Fischladen. Nur deshalb wurde das Objekt aus dem Immobilien-Portfolio herausgelöst und zum Verkauf angeboten. Seit August steht nun Ziegler im Grundbuch.

Mit seinen sechs Angestellten wird nun in der Oschatzer Straße produziert. In den alten Räumlichkeiten stießen die Fischexperten an ihre Kapazitätsgrenzen, außerdem liefen die Pachtverträge aus. "Da gab es nur die Wahl, entweder neu bauen oder ein bestehendes Objekt auszubauen", sagte Ziegler, "hier waren die Voraussetzungen gut." Derzeit wird am Hofladen gewerkelt. Ende März/Anfang April soll der neue Firmensitz mit einem Hoffest eingeweiht werden.

Licht am Horizont gibt es auch in Mügeln. Noch ist nichts spruchreif. Zumindest hegt aber eine Handelskette Interesse an dem Ex-Netto-Markt in der Oschatzer Straße. Deshalb bleibt Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln) verhalten optimistisch. In den vergangenen fünf Jahren gab es mehrere Anfragen. Die Idee eines Investors, den Markt in eine Bowlingbahn umzubauen, wurde verworfen. Die Finanzierung des Vorhabens stand in den Sternen. Ebenso im Sande verlief die Idee, altersgerechten Wohnraum zu schaffen.

von Alexander Bley

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