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Oschatz Lehrbücher für Oschatz: Trio in der Buchhandlung sortiert 20.000 Exemplare
Region Oschatz Lehrbücher für Oschatz: Trio in der Buchhandlung sortiert 20.000 Exemplare
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11:00 26.07.2018
Bergeweise Bildung: Alexandra Roscher hat ein breit gefächertes Sortiment an Schulbüchern bestellt und gelagert.Foto: Christian Kunze
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Region Oschatz

Sonnenschein und Schulbücher passen gut zusammen – ein Widerspruch? Für Schüler vielleicht, nicht aber für Buchhändler. Alexandra Roscher, Petra Kneppe und Franziska Strecker freuen sich, wenn es dieser Tage nicht regnet. Denn Wasser von oben, das stört nur, wenn das Trio der Buchhandlung in der Lutherstraße palettenweise neue Arbeitshefte und Lehrbücher stapelt, auspackt und sortiert. Die Hitze allerdings, müsste so auch nicht sein – eine Klimaanlage wäre toll, bei dieser doch sehr aufwendigen Arbeit im Sommer.

Extra Räume gemietet

Um die Bestellungen fürs Mitte August beginnende neue Schuljahr zu lagern, reicht nicht – wie in den vergangenen Jahren noch üblich – die eigene Ladenfläche aus. Inhaberin Alexandra Roscher musste erstmals ein leerstehendes Geschäft auf der gegenüberliegenden Straßenseite mieten, um alle Exemplare unterzubringen. Auf 37 Quadratmetern stapeln sich nun rund 20 000 Hefte und Bücher für 13 Schulen der Collm-Region.

Drei zusätzliche Schulen

Die immense Steigerung der Stückzahlen resultiert daraus, dass in diesem Jahr nicht nur die meisten Bildungseinrichtungen des Altkreises Oschatz in kommunaler Trägerschaft bei Roschers ihre neuen Lehrmaterialien ordern, sondern erstmals auch drei Schulen, die dem Landkreis Nordsachsen unterstehen: Das Berufliche Schulzentrum in Oschatz, die Lernförderschule in Altoschatz und das Thomas-Mann-Gymnasium in Oschatz. Anhand des letzteren werden die zusätzlichen Dimensionen der Bestellung in diesem Jahr wohl am deutlichsten: „Die Schulleitung orderte für die neuen Klassen allein so viele Bücher wie die drei Oschatzer Grundschulen und die Oschatzer Oberschule Robert Härtwig zusammen“, so Alexandra Roscher.

Festes Budget vom Schulträger

Seit fast 30 Jahren ordert ein Großteil der regionalen Schulen Bücher über das Geschäft in der Lutherstraße. Doch nicht jede Einrichtung greift auf Roschers zurück. „Es gibt eine ordentliche Ausschreibung, jede Schule hat ein festgelegtes Budget und holt Angebote ein. Entscheidend sind dabei die Wünsche der Schulleitung und der Lehrer. Selbstverständlich spielen auch der Verschleiß und Veränderungen der Lehrpläne eine Rolle bei der Schulbuchbestellung“, sagt die Sprecherin der Stadtverwaltung Oschatz, Anja Seidel, zum immer wiederkehrende Prozedere zum Schuljahreswechsel.

Franziska Strecker, Alexandra Roscher (r.) und Petra Kneppe (M.) sortieren 20 000 Schulbücher- und Hefte Quelle: Christian Kunze

Akribische Kontrolle

Los geht es in der Regel in der letzten Woche vor Beginn der großen Sommerferien. Dann sind alle Bestellungen eingetroffen. Geliefert werden Hefte und Bücher binnen zehn bis 14 Tagen. „Reklamationen, etwa wegen Transportbeschädigungen, sind selten. Und wenn, dann ist fix nachgeordert“, so die Buchhändlerin. Jede Schule ordert für ihren Bedarf individuell. Verwechslungen sind, auch dank genauer Sortierung, ausgeschlossen. Alexandra Roscher und ihre beiden Mitarbeiterinnen nehmen jede Bestellung wenigstens sechsmal Mal in die Hand: Bei Auspacken vom Lastwagen, beim Sortieren nach Schulen, bei der Rechnungslegung für die jeweilige Schule, beim Transport bis an die Schultür (dieses Jahr aufgrund der Menge mit einem eigens dafür gemieteten Fahrzeug) und beim Überprüfen und Kontrollieren auf Vollständigkeit im Beisein der Lehrer und Schulleiter.

Mehr Aufwand-weniger Personal

Neben den klassischen Schulbuchverlagen beziehen die Schulen ihre Lehrmaterialien auch von Klein- und Kleinstverlagen. Sie alle sind in großen Verlagsgruppen, sogenannten Kontoren, zusammengefasst. Im Wesentlichen sind das der Cornelsen Verlagskontor (CVK), der Stuttgarter Verlagskontor (SVK) und der Verlagsservice Braunschweig (VSB). Dieses Prozedere erleichtert auch den Buchhändlern die Arbeit. „Als wir nach der Wende angefangen haben, gab es natürlich erst einmal absolute Mammutbestellungen, weil alles neu angeschafft werden musste“, erinnert sie sich. Damals habe man allerdings auch doppelt so viele Mitarbeiter dafür zur Verfügung gehabt wie heute, setzt sie ins Verhältnis.

Keine satten Gewinne

Satte Gewinne versprechen die vielen bestellten Druckwerke nicht. Vom Mengenrabatt auf den Einkaufspreis, der bei 23 Prozent liegt, stehen 12 Prozent den Schulen zu. Lukrativer war das Geschäft noch zu Zeiten, als Eltern für ihre Kinder etwa den Duden, Atlanten oder Liederbuch selbst gekauft haben. „Da landete das Geld direkt in der Kasse und manche Mutter oder Kind kauften noch etwas anderes ein“, erinnert sich Petra Kneppe.

Franziska Strecker, Alexandra Roscher und Petra Kneppe (v.l.) sortieren 20 000 Schulbücher- und Hefte Quelle: Christian Kunze

Von Christian Kunze

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