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Oschatz Lehrermangel auf dem Land droht
Region Oschatz Lehrermangel auf dem Land droht
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16:38 04.07.2014
Die Schülerzahen steigen, doch die Lehrer werden rar. Dagegen protestieren Eltern. Quelle: Patrick Seeger
Oschatz

Von Benjamin Winkler

"Allerdings hat die Staatsregierung auch keine besonderen Anreize geschaffen, um Lehrer in den ländlichen Raum zu locken", fügt der Regionalsprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hinzu.

Nur ein Kritikpunkt, weshalb auch Eltern aus der Collm-Region sich am 8. Juli dem sachsenweiten Bildungsstreik anschließen. Mit einem Protestmarsch und einer Kundgebung vor der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) in Leipzig wollen sie gegen Lehrermangel, volle Klassen und zu viele Ausfallstunden demonstrieren. "Die Probleme, die ganz Sachsen betreffen, gibt es auch in unserer Region", so Gobert. Erst kürzlich hatte der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) verkündet, im Freistaat mindestens 1000 neue Lehrer pro Jahr einzustellen. Laut Sachsens Bildungsgewerkschaft GEW wird das nicht reichen, denn bei gleichzeitig steigenden Schülerzahlen gehen jedes Jahr 1300 Pädogogen in den Ruhestand.

An einigen Oschatzer Grundschulen fehlen bereits Lehrkräfte. "Wir benötigen dringend einen zusätzlichen Lehrer", so Heike Wogawa, Direktorin der Grundschule Collmblick. "Doch die meisten Referendare, die nach Dahlen oder nach Oschatz kommen, bleiben nicht hier", bedauert sie. "Sie sind das Großstadtleben gewöhnt." Junge Lehrer werden rar: Das Durchschnittsalter der Pädagogen liegt laut Gobert bei 47 Jahren. Ihm seien mindestens drei Neueinstellungen in Förder- und Grundschulen der Region bekannt. Genaue Zahlen kann die Sächsische Bildungsagentur (SBA) noch nicht nennen. "Ziel ist, dass wir in 14 Tagen wissen, wie die Planungen aussehen", sagt SBA-Sprecher Roman Schulz. Vom Lehrer-Nachschub profitiert unter anderem die Oschatzer Magister-Hering-Schule. "Im kommenden Schuljahr kommt ein neuer Lehrer hinzu", sagt Leiterin Elke Schaffranek. Derzeit gebe es 168 Schüler und 17 Pädagogen, 14 davon gehören zum Stammpersonal, rezitiert sie aus der Statistik. Im Thomas-Mann-Gymnasium ist Personalnot bislang kein Thema: "Das Einstellungsprogramm wird wegen der guten Rahmenbedingungen an der Schule eher keine Konsequenzen haben", erklärt Schulleiterin Marion Müller. Komfortabel sei das relativ große Einzugsgebiet der Bildungsstätte, das sich bis nach Grimma, Riesa und Torgau erstreckt.

"Rechnerisch ist die Versorgung an den Berufsschulen meist gesichert", sagt Margit Müller, Leiterin des Oschatzer Berufschulzentrums. Allerdings fehle oft das pädagogische Fachpersonal. Doch wie lassen sich die Spezialkräfte für einen Lehrer-Job auf dem Land begeistern? "Über finanzielle Anreize", meint GEW-Sprecher Steffen Gobert und meint damit eine Eingruppierung in eine höhere Entgeltgruppe, um junge Lehrer mit einem Gehaltszuschlag zu locken. Sachsens Finanzministerium habe das aber bislang abgelehnt. © Kommentar

Benjamin Winkler

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