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Oschatz Lehrlinge Hände ringend gesucht
Region Oschatz Lehrlinge Hände ringend gesucht
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15:27 10.08.2014
Bäckermeister Jens Taube in seiner neuen Produktionshalle hier vor einem modernen Backofen. Quelle: Dirk Hunger

Noch immer seien davon 70 Lehrstellen unbesetzt. "Viele Betriebe suchen bis zuletzt noch den passenden Azubi und hoffen teilweise auch auf junge Leute, die sich kurzfristig gegen ein Studium und für die Ausbildung entscheiden", so Beier weiter. Offene Lehrstellen ergeben sich mitunter aber auch daraus, dass zwei Azubis gesucht würden, der Betrieb aber nur einen finde. Am Ausbildungsmarkt gebe es laut Beier momentan viel Bewegung. Schwierig sei die Vermittlung von offenen Ausbildungsstellen zum Beispiel für Ernährungsberufe. "Diese stehen in der Hitliste nicht sehr weit oben", weiß Beier.

Davon kann der Merkwitzer Bäckermeister Jens Taube ein Lied singen. "Wir würden gern drei Lehrlinge nehmen, haben aber überhaupt keine Bewerbungen - und das auch schon in den vergangenen Jahren." Der Unternehmer ist nach eigenen Angaben "Dauerauftraggeber" bei der Arbeitsagentur. Warum er keine Lehrlinge findet, kann Taube nicht verstehen. "Wir haben eine der modernsten Produktionsstätten in Europa. Der Beruf des Bäckers ist sehr anspruchsvoll und mit Zuschlägen gut bezahlt. Klar ist Nachtarbeit nötig und es wird nach Leistung bezahlt."

Warum sich Jugendliche heutzutage überhaupt allgemein schwer tun, einen handwerklichen Beruf zu erlernen, kann Taube nur erahnen. "In der Freizeit zählen wahrscheinlich nur noch Computer und Handys und den Leuten fehlt offenbar das handwerkliche Geschick." Selbst über den Landesverband und Zentralverband des Bäckerhandwerks seien offensive Werbeaktionen gestartet worden - doch ohne Erfolg.

Die Arbeitsagentur Oschatz kann unterdessen auch positive Entwicklungen vermelden. "Bewerber haben sich in diesem Jahr früher als sonst aus der Berufsberatung abgemeldet, wenn Klarheit über den beruflichen Verbleib bestand. Das spricht auch für die gute Kontaktpflege zwischen Berufsberatern, Schülern und Eltern", sagt Beier. Betriebe seien nach wie vor ausbildungswillig, das betriebliche Ausbildungsangebot stabil. Zudem versuchen die Firmen frühzeitig, ihre Azubis unter Vertrag zu bekommen. Ebenso lägen Praktika voll im Trend und immer mehr Betriebe böten diese Kontaktform zwischen Schülern und Betriebsabläufen gezielt an.

Aktuell offene Lehrstellen hat die Arbeitsagentur laut Beier zum Beispiel noch für die Berufe Altenpfleger/-in (6), Elektroniker/-in (3), Fachverkäufer/-in Fleischerei (3), Landwirt/-in (3), Metallbauer/-in (3), Produktionsmechaniker/-in Textil (3) sowie Tierwirt/-in Rinderhaltung (4). Informationen dazu gibt es direkt bei der Berufsberatung oder über das Berufsinformationszentrum (BiZ).

Übrigens lag der demografisch bedingte Tiefpunkt der Bewerberzahl laut Arbeitsagentur im Jahr 2011. Seitdem habe sich diese Zahl wieder gesteigert, insbesondere bei den Schulabgängern mit Realschulabschluss. g Kommentar

Heinz Großnick

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