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Leibniz-Institut erforscht die Aufbruchstimmung in Treptitz

Leibniz-Institut erforscht die Aufbruchstimmung in Treptitz

Der Cavertitzer Ortsteil Treptitz ist mittlerweile in den Fokus der Forschung gerückt: So will das Leibniz-Institut ab August ins Dorf kommen, um am Treptitzer Beispiel genauer zu untersuchen, wie sich Innovationen im ländlichen Raum entwickeln und durchsetzen.

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Überregionales Interesse: Wie die Treptitzer ihre Abwasserentsorgung regeln, interessierte auch diese Gäste aus Ungarn Ende vergangenen Jahres.

Quelle: Dirk Hunger

Vertreter des Leibniz-Institutes für Regionalentwicklung und Strukturplanung werden dazu Gespräche führen, verschiedene Orte besichtigen und Veranstaltungen besuchen. Dass das, was in Treptitz passiert, innovativ ist, sei dem Verein schon häufiger bestätigt worden, sagte Tilo Sahlbach vom Verein zur ökologischen Gewässerbewirtschaftung (Vög). Immerhin habe man die Abwasserentsorgung für den Ort mit zwei Gruppenkläranlagen komplett selbst organisiert und sich auch bei der Wärmeversorgung mittels Abwärme der nahen Biogasanlage auf neue Technik eingelassen. Beim Standortwettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" wurde Treptitz voriges Jahr in der Kategorie Umwelt Bundessieger (wir berichteten). Jüngstes Projekt im Dorf ist eine Vererdungsanlage, mit der Klärschlamm weiter reduziert werden soll.

 

Die Arbeit passt zu den Kriterien, mit denen das Leibniz-Institut die zu untersuchenden Orte ausgewählt hat, erklärt Anika Noack von der Forschungsabteilung Kommunikations- und Wissensdynamiken. Man habe nach Projekten gesucht, die innovativen Charakter haben und noch nicht abgeschlossen sind: "Wir wollen beobachten und erfahren, wie sich aus ersten Impulsen weitere bilden." Man habe gezielt nach Innovationen in strukturschwachen, ländlichen Regionen gesucht. Dabei habe man abgewogen, wie weit es zu den Zentren ist, wie es um die demografische Schrumpfung, die Beschäftigung und Infrastruktur bestellt ist, so Noack.

 

Entscheidend sei auch gewesen, wie sogenannte Transformationsprozesse beobachtet werden können. "Dabei geht es um den Zusammenhang zwischen dem innovativen Agieren der Akteure vor Ort der der Gemeindeentwicklung." Das könne sowohl Ideelles wie Aufbruchstimmung bei den Bewohnern wie auch Materielles etwas die Neu- und Umgestaltung betreffen.

 

Von der Aufbruchstimmung in Treptitz war im zurückliegenden Jahr wiederholt die Rede: So würdigte die Jury des Standortwettbewerbes den Mut der Akteure vom Vög, der andere mitreiße und weiteres Engagement nach sich ziehe. Dazu passt, dass sich der Verein zunehmend auch politisch einmischt und seit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr drei Vertreter für den Vög im Cavertitzer Gemeinderat sitzen. Auch während der Veranstaltungen im Vorfeld der Landrats- und Bürgermeisterwahlen im Juni unterstrichen die Einwohner stolz, was der Ort für eine Entwicklung hingelegt hat. "Auch wenn es gerade am Anfang nicht leicht war, weil wir viel Widerspruch erfahren haben, hat sich die Arbeit gelohnt", sagte etwa Hans-Günther Hesse, der auch Chef der Treptitzer Feuerwehr ist. Dass mit der Abwasserent- und Wärmeversorgung selbst bestimmte und bezahlbare Infrastrukturen geschaffen wurden, werde immer mehr anerkannt, unterstrich Tilo Sahlbach. "Es ist hier lebenswert, das merken wir auch daran, dass junge Leute freiwillig in ihre alte Heimat zurückkehren", sagte der Treptitzer Gemeinderat Andreas Barth. Im Verhältnis zur jeweiligen Einwohnergröße wachse der Ort sogar schneller als Leipzig, verglich Tilo Sahlbach.

 

Das alles wird auch im nächsten Monat Thema sein, wenn die Mitarbeiter des Leibniz-Institutes für ihre Forschungsarbeit nach Treptitz kommen. "In den Interviews geht es vor allem darum, was die Akteure persönlich zu ihren Ideen motiviert hat, wie sie diese mit welcher Unterstützung - oder auch gegen welche Widerstände - durchgesetzt haben und welche Entwicklungsimpulse damit einhergehen", blickt Anika Noack voraus.

Jana Brechlin

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