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Oschatz Leipziger ziehen mit Jurte in altes Börlner Bauerngehöft
Region Oschatz Leipziger ziehen mit Jurte in altes Börlner Bauerngehöft
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15:30 12.09.2016
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Börln

Das Motto für den „Tag des Offenen Denkmals“ am Sonntag ließ den Teilnehmern weite Spielräume. „Gemeinsam Denkmale erhalten“ – das passt auf Vereine ebenso wie auf Kommunen mit Bürgern, die sich ehren- oder hauptamtlich engagieren. Das Motto trifft auch haargenau die Aufgabe, der sich drei Familien in Börln, am größten Bauernhof des Ortes, stellen.

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Die Eigentümer des alten Bauernhofes in der Börlner Karl-Marx-Straße 9 öffenten ihr anwesen zum "Tag des offenen Denkmals" für Besucher.

Irene Nenoff-Herchenbach – eine der Neu-Börlnerinnen – weiß, das die Stiftung „Schule des Herzens“ diesen Komplex schon lange im Blick hatte. Ihre Schwiegermutter ist in dieser Stiftung aktiv. Bis zum Notartermin, bei dem der Kauf des Hofes besiegelt wurde, habe sie das Objekt gar nicht gesehen gehabt, aber ihrem Mann vertraut. „Wir suchten gerade einen neuen Platz für unsere Jurte. Er sollte außerhalb von Leipzig, in der Natur, liegen“, erzählt die Psychologin. Nun steht sie in Börln auf einem Bauernhof und ist an Wochenenden Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer zugleich.

Grundstück im März 2015 gekauft

„Regine will schon seit langer Zeit aufs Land ziehen. Für die Herausforderungen dieses Grundstückes suchte sie noch Mitstreiter“, berichtet Irene Nenoff-Herchenbach. Der Ort und seine Möglichkeiten hätten sie gereizt, so dass sie und ihr Mann in dieses Projekt einstiegen. „Im März 2015 haben wir Grundstück gekauft“, erzählt Regine Schäfer. Die Küche und ein Büro mit Internetanschluss seien bereits nutzbar. Einziehen wolle sie so schnell wie möglich, denn mit vier Kindern werde die im Ort gemietete Wohnung zu klein. Einen detaillierten Zeit- oder Bauablaufplan gibt es aber nicht. „Das Leben ist einfach anders“, betont die Kunsttherapeutin.

Mit Plan gehe man dennoch vor. Es gäbe klare Prioritäten hinsichtlich der anstehenden Arbeiten. So konnten die Besucher am Sonntag einen alten Pferdestall mit neuem Dachstuhl und einigen Ziegeln darauf sehen. Noch mehr Ziegel lagen im Hof aufgestapelt. Daran fand sich überall der Hinweis, dass es sich dabei nicht um Sitzgelegenheiten handele. Das sorgsam geborgene Materialien soll wieder eingesetzt werden – wegen des Denkmalcharakters und wegen der Finanzen.

Ausstellungen im alten Kuhstall

„Solche Feste bringen uns immer einen Schritt weiter“, betont Irene Nenoff-Herchenbach. Man wolle den Gästen schließlich zeigen, dass man inzwischen bei der selbst gestellten Großaufgabe Fortschritte erzielt habe. Am Sonntag war der alte Kuhstall erstmals ins Geschehen einbezogen. Jana Heistermann von der Stiftung „Schule des Lebens“ stellte dort Keramik aus und Irene Nenoff-Herchenbach Ohrringe. Regine Schäfer gab bei dieser Gelegenheit erstmals in Börln einen Einblick, was künftig in ihrer Papierwerkstatt entstehen wird. Außerdem war er Konzertsaal für ein Liederprogramm mit Gitarre und Gesang.

„Der Nachmittag war sehr gesellig“, betont Irene Nenoff-Herchenbach. Nachdem die Kameraden der Feuerwehr ihre Aufgaben als Streckenposten beim Heidecup erledigt hatte, kamen sie in den Hof, so dass fast das ganze Dorf zu Besuch war. Besonders interessant sei gewesen, was ältere Börlner aus ihren Erinnerungen über das um 184o errichtete Gehöft und seine Bewohner zu erzählen hatten.

Von Axel Kaminski

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