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Oschatz Lerntrainer gibt in Dahlen Tipps
Region Oschatz Lerntrainer gibt in Dahlen Tipps
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06:00 26.10.2018
Hausaufgaben sorgen in vielen Familien für Konflikte. Quelle: dpa-Zentralbild
Dahlen

Keine Lust, schönes Wetter, Hunger, Durst oder Müdigkeit – Gründe, keine Hausaufgaben zu machen oder das Üben zu verschieben, gibt es viele. Dann den Nachwuchs zu motivieren, doch etwas für die Schule zu tun, ist ein Kunststück und eine Situation, die in vielen Familien für Stress sorgt. Wie solche Situationen entschärft oder künftig vermieden werden können, interessierte am Mittwochabend Eltern in der Grundschule Dahlen. Dorthin war der Berliner Lerncoach und Gründer der Internetplattform Lernexperten.com Jens Kühn gekommen, um seinen Vortrag „Endlich leichter lernen“ zu halten.

Lerncoach Jens Kühn hält an der Grundschule Dahlen einen Vortrag zum Thema "endlich leichter lernen". Quelle: Jana Brechlin

Steffen Hennig, Leiter der Dahlener Grundschule, war froh, den Profi in die Heidestat gelotst zu haben. „Das Thema betrifft doch alle Familien mit schulpflichtigen Kindern“, begründete er. Man werde mit dem Abend kein Patentrezept liefern können, wolle den Eltern aber Anregungen bieten, die künftig helfen können, so der Schulleiter. Über 40 Eltern – mehr Mütter als Väter – folgten den Ausführungen von Jens Kühn, der nach eigenen Angaben über Vorträge und Beratungen mittlerweile tausende Kinder und Eltern begleitet hat. Eine Illusion nahm er den Zuhörern in Dahlen gleich zu Beginn: „Einen Schalter für die Motivation gibt es nicht.“ Jedes Kind, jeder Mensch habe seine individuellen Fähigkeiten, Wissen aufzunehmen. Während mancher selbst im scheinbaren Chaos erfolgreich lernen könne, brauche ein anderer penible Ordnung und wieder andere gehen beim Pauken gerne auf und ab.

Wichtig: Positive Botschaften

Der Schlüssel zu möglichst stressfreiem Üben und Erfolgen sei eine positive Kommunikation. Den Kindern gute Botschaften senden, empfiehlt Jens Kühn, dann könnte sich Verunsicherung nicht er breitmachen. „Wer sagt ’vor der Mathearbeit morgen brauchst du keine Angst zu haben’, kann sicher sein, dass sein Kind jetzt Angst hat, und daraus resultieren Fehler“, nannte er ein typisches Beispiel. „Das Kind hört nur ’Angst’ und ist sofort beunruhigt.“ Besser seien Sätze wie: „Du hast gut gelernt, ich bin sicher, du schaffst das.“ Wer sich viel zutraue, schaffe auch viel, so seine Erfahrung. Lob gab es auch für die Anwesenden: Tolle Eltern seien sie, schließlich opfern alle für diesen Abend ihre wertvolle Zeit, unterstrich er.

Pausen auch während der Klassenarbeit

Nicht vergessen dürften Erwachsene, dass das Gehirn beim Lernen auch öfter Pausen brauche. „Sind wir doch ehrlich: Auch von uns kann sich niemand 45 Minuten am Stück konzentrieren“, wandte er sich an die Zuhörer in Dahlen. Als Faustformel gelte, dass sich Kinder doppelt so viele Minuten konzentrieren können wie sie Jahre alt sind: Ein Siebenjährige könne also maximal 14 Minuten fokussiert bleiben. Beim Üben daheim könne man sich sogar den Kurzzeitwecker stellen, um die nötige Pause nicht zu verpassen. „Ich rate, auch in der Klassenarbeit den Blick vom Blatt zu heben und gedanklich kurz zu pausieren“, so Kühn.

Ohne Wiederholen geht es nicht

Zu Lerntechniken berate er individuell, in seinem Vortrag ermutigte er die Eltern, Verschiedenes auszuprobieren. Als gute Hilfe habe sich oft der Zettel- oder Karteikasten erwiesen. Der helfe nicht nur beim Einmaleins oder Vokabellernen, sondern auch bei komplexeren Themen an weiterführenden Schulen. Wie beim Spickzettel gelte es, den Lernstoff zu erfassen und verknappt zu Papier zu bringen – eine gute Übung. Das müsse dann regelmäßig in kleinen Einheiten wiederholt werden. „Zehn Minuten am Tag sollte man schauen, was man im Unterricht hatte, das reicht völlig aus, um auf dem laufenden Stand zu sein“, betonte Jens Kühn.

Von Jana Brechlin

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