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Oschatz Lesbisches Paar traut sich im Alten Jagdschloss
Region Oschatz Lesbisches Paar traut sich im Alten Jagdschloss
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15:48 13.07.2018
Vor der Standesbeamtin Susan Härtel schlossen Silke (Mitte) und Ines Heinicke (rechts) den Bund fürs Leben. Video: www.lvz.de/Region/Oschatz Quelle: Foto: Christian Neffe
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Wermsdorf

Freitag, der 13., gilt vielen als Unglückstag – für Silke und Ines Heinicke ist er ab sofort das genaue Gegenteil. An den 13. Juli 2018 werden sie sich ihr ganzes Leben zurück erinnern, denn an diesem Tag gaben sich beide endlich das Ja-Wort.

Im Alten Jagdschloss zu Wermsdorf versammelten sich am Freitagvormittag Bekannte, Freunde und Familie, um das Paar auf ihrem Weg in die Ehe zu begleiten. Auch einige Bewohner des Seniorenwohn- und Pflegezentrums Hubertushof, in dem Silke Heinicke arbeitet, waren zugegen.

Seit 21 Jahren ein Paar

Ines Werner und Silke Heinicke lernten sich im Juli 1997 kennen und lieben. Ihre Homosexualität und ihre Liebe wurden von der Familie vom ersten Tag an akzeptiert, ebenso wie von Freunden und Bekannten, sagt Silke Heinicke heute. Auch sonst sahen sie sich in ihrem direkten Umfeld niemals Anfeindungen oder Homophobie ausgesetzt.

In den darauffolgenden Jahren hielten die beiden in guten wie in schlechten Zeiten zusammen, überstanden zwei schwere Krankheiten und beschlossen im vergangenen Jahr, den großen Schritt zu wagen: den Bund der Ehe zu schließen. „Das lose Band, das Sie über diese Jahre verband“, so verlas es die Standesbeamte Susan Härtel, „wird nun endlich ein festes werden.“ Es ist die zweite homosexuelle Ehe, die in Wermsdorf geschlossen wird.

Überrascht vom Beschluss zur Ehe für alle

„Wir wollten eigentlich schon vor vielen Jahren heiraten, aber da war das ja noch nicht möglich“, sagt Ines Werner. Als im vergangenen Jahr im Bundestag innerhalb weniger Tage die Entscheidung zugunsten der Ehe für Alle, diesem lange Jahre währenden Streitthema in der Politik, fiel, waren beide überrascht – positiv überrascht.

Endlich war es ihnen möglich, ihre Beziehung ganz klassisch mit Ringen, Blumenmädchen und einer Trauzeremonie zu besiegeln. Das wollen sie auch ganz bewusst in die Öffentlichkeit tragen: „Nach 21 Jahren gibt es nichts mehr zu verbergen“, so die 48-jährige Silke Heinicke. „Sonst hätten wir auch nicht ins Jagdschloss kommen müssen.“

Weniger klassisch werden die frisch vermählten Eheleute allerdings ihre Flitterwochen verbringen: nämlich daheim. „Bei zwei Hunden ist es schwer, groß Urlaub zu machen“, sagt Ines Heinicke. Dafür werden beide an diesem Wochenende gleich doppelt feiern: Am Sonnabend feiert Silke Heinicke ihren 50. Geburtstag.

Silke (links) und Ines Heinicke geben sich im Jagdschloss Wermsdorf das Ja-Wort. Quelle: Christian Neffe

Seit Jahresbeginn: Trauungen im Ovalsaal des Schlosses Hubertusburg möglich

Eine weitere besondere Hochzeit findet am Sonnabend ebenfalls in Wermsdorf statt – jedoch an einem anderen Ort. Seit Jahresbeginn ist es Paaren möglich, über das Wermsdorfer Standesamt eine Trauung im Ovalsaal des Schlosses Hubertusburg zu buchen. Für Ehepaare ist der Schlosshof eine beliebte Kulisse ihrer Hochzeitsfotos.

Die Resonanz auf dieses Angebot fiel zunächst verhalten aus. Standesbeamtin Susan Härtel hatte zwei Termine mit jeweils maximal drei Trauungen dafür vorgehalten: den 14. Juli und den 8. September. Die Möglichkeit, den großen Saal zu nutzen, der für die Zeremonie extra hergerichtet wird, nutzt heute ein Paar, für den 8. September gibt es noch keine Anmeldungen.

Die Gemeinde Wermsdorf schaut aber voraus und bietet Heiratswilligen im Jahr 2019 drei weitere mögliche Daten für eine Eheschließung auf Hubertusburg an: der 11. Mai, der 6. Juli sowie der 14. September.

Von Christian Neffe und Christian Kunze

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