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Oschatz Letzte Chance für Schutzhütten
Region Oschatz Letzte Chance für Schutzhütten
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16:09 07.04.2014
Die zerstörte Rasthütte am Collm wird entsorgt und später wieder ersetzt. Quelle: Dirk Hunger

Ursprünglich durch den Landkreis Torgau-Oschatz aufgestellt, fühlte sich lange Zeit niemand so richtig für die Hütten zuständig. Der Staatsbetrieb Sachsenforst will diese jetzt erneuern, kann eine dauerhafte Pflege personell aber nicht absichern.

Dass es an manchen Ecken nicht besonders gut aussieht, fällt schon länger auf. "Die Wege und Hinweisschilder im Wermsdorfer Wald sind in einem ganz schlechten Zustand. Man wundert sich, dass die noch nicht umgefallen sind", hatte etwa Kurt Müller zur jüngsten Mitgliederversammlung des Wermsdorfer Heimat- und Verschönerungsvereines beklagt. Und auch um die Rasthütten sei es schlecht bestellt, merkte Gemeinderat Thomas Pfüller (CDU) an. Neben dem "normalen Verfall" komme noch Vandalismus und Vermüllung hinzu. "Jugendliche nutzen die Hütte an der Sechserwiese als Treffpunkt, und so sieht es dann auch aus", beschrieb er.

Das weiß auch Mario Erdmann, Förster vom Landeswaldrevier Collm. "Das ist eher ein Jugendtreff als ein Rastplatz für Erholungssuchende", bestätigen auch seine Beobachtungen. Das Problem von in die Jahre gekommenen Schildern oder Sitzgelegenheiten brachte er so auf den Punkt: "Es gab immer mal Fördermittel für Neueinrichtungen, aber keine für anschließenden Unterhalt und Pflege." Und für Schutzhütten, die in den 90er Jahren im Auftrag des damaligen Landkreises Torgau-Oschatz durch ABM-Kräfte errichtet wurden, seien weder die Gemeinde Wermsdorf, noch der Sachsenforst zuständig.

Letzterer werde sich demnächst dennoch zumindest um einen Teil der Einrichtungen kümmern, kündigte Mario Erdmann an. So sollen etwa die umgekippte und zerstörte Rasthütte am Parkplatz am Collm sowie diejenige vor dem Albertturm nach Abschluss der Frühjahrspflanzung entsorgt und im Laufe des Jahres ersetzt werden. "Wir sind bestrebt, diese Erholungseinrichtungen zu erhalten", versicherte der Revierförster, "wenn sich der Vandalismus allerdings so fortsetzt, wird ein Erhalt schwierig." Er appellierte an die Waldbesucher, mit den Sitzgelegenheiten, Hütten und Schildern pfleglich umzugehen.

Im Sachsenforst habe man nicht länger die personellen Kapazitäten, die Anlagen regelmäßig zu kontrollieren und auszubessern. So seien in den Revieren Collm und Horstsee lediglich noch vier Waldarbeiter auf einer Fläche von rund 3000 Hektar unterwegs. "Da haben dann forstliche Aufgaben Priorität", so Erdmann. © Kommentar

Jana Brechlin

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