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Oschatz Leubener Milchkühe stehen unter Sonnenstrom
Region Oschatz Leubener Milchkühe stehen unter Sonnenstrom
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Vorstandsvorsitzender Roland Paul zeigt die neue Photovoltaikanlage. Quelle: Dirk Hunger
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Naundorf

"Wir haben über die Installation einer Photovoltaikanlage beim Neu- und Anbau unseres Melkstandgebäudes bereits 2013/2014 nachgedacht. In diesem Jahr festigte sich das Vorhaben innerhalb kurzer Zeit und es wurde in die Tat umgesetzt. Der Investition ging eine umfangreiche Wirtschaftlichkeitsberechnung voraus." 125 000 Euro investierte die Agrargenossenschaft laut Paul dafür. Auf dem Dach wurden 670 Quadratmeter mit 414 Photovoltaikmodulen bestückt. Diese sind für 107 KWpeak ausgelegt. Die Leistung der Anlage entspricht etwa 95.000 Kilowattstunden. Mit Watt Peak bezeichnet man die von Solarmodulen abgegebene elektrische Leistung unter Standard-Testbedingungen. "Wir wollten Leuben als Milchstandort entwickeln und erhalten, deshalb die Investition in das Melkstandgebäude und die Photovoltaikanlage", begründet Paul.

Mit der Eigenstromversorgung habe das Unternehmen auch Einflussmöglichkeiten auf die Energieverlaufskurve während des 24-Stunden-Taktes. Das heißt für Paul konkret: "Wir werden zum Beispiel die Güllepumpzeiten unserer Biogasanlage zeitlich so einordnen, dass beim Energieverbrauch Kontinuität erreicht wird und keine Spitzen entstehen." Zudem sollen bestimmte Anlagen vorwiegend dann eingeschaltet werden, wenn die Sonne scheint.

Die Investition sei eingebunden in das Erneuerbare Energiegesetz (EEG) von 2014. "Wobei sich für mich zukünftig die Frage stellt, wie die sogenannte Grundlastsicherung für produzierendes Gewerbe abgesichert werden kann", so Paul, denn Wind und Sonne seien nicht zu jeder Zeit verfügbar. Nicht zuletzt stehe der Betrieb von Kohlekraftwerken in Deutschland noch immer zur Diskussion. Aufgrund des steigenden Anteils erneuerbarer Energien sei es aus Pauls Sicht notwendig, Speichertechnik innovativ zu entwickeln.

Die Größe der Photovoltaikanlage auf dem Melkstandgebäude sei so abgestimmt worden, dass die gesamte produzierte Energie dem Eigenverbrauch zugute kommt. "Es rechnet sich. Wir betrachten die Maßnahme als kleines i-Tüpfelchen zur Verbesserung der Betriebswirtschaft", sagt der Vorstandsvorsitzende. Denn der eigene Strom sei zurzeit acht bis neun Cent preiswerter als beim Kauf vom Energielieferanten. Die Anlage mit einer Laufzeit von 20 Jahren amortisiert sich laut Paul nach zehn Jahren. "Damit besteht auch die Möglichkeit, dass wir in den letzten Jahren noch Rückstellungen für das Recycling der Anlage bilden."

Heinz Großnick

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