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Oschatz Linke mit roten Figuren auf Asyl-Tour in Oschatz
Region Oschatz Linke mit roten Figuren auf Asyl-Tour in Oschatz
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00:24 21.05.2015
Juliane Nagel und Marko Forberger wollen mit der Installation in der Oschatzer Innenstadt provozieren und auch zum Nachdenken anregen. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

Von Hagen Rösner

Zwölf lebensgroße Silhouettenfiguren sorgen dafür, dass die wenigen Passanten interessiert schauen. "Wir sind mit einer Wanderausstellung im Rahmen unserer Asyl- und Willkommenstour derzeit quer durch Sachsen unterwegs und machen jetzt in Oschatz Station", sagen Landtagsabgeordnete Juliane Nagel und der Koordinator der Bundestags-Landesgruppe Sachsen Marko Forberger.

Auf den Figuren sind Texttafeln angebracht, auf denen der Leser Wissenswertes über Sachsen und die hiesige Asylpolitik erfährt. "Für uns ist diese Art der Öffentlichkeitsarbeit eine Methodenwechsel. Weg von einem Menschen, der hinter einen Stand steht und Papier verteilt, zu einer interaktiven Form, bei der der Interessent auch selbst herumgehen muss und sich die Informationen selbst zusammenholt", sagt Juliane Nagel, die in der die Linksfraktion im Landtag für Fragen der Migration zuständig ist. "Wir wollen mit unserer kleinen Installation auch die Leute polarisieren, Stellung zum Thema Willkommenskultur in Sachsen beziehen", sagt Marko Forberger. "In anderen Städten haben wir durchaus schon Meinungen gehört, warum wird so viel für die Flüchtlinge getan und so wenig für andere Leute, die hier leben?", nennt Forberger eine Erfahrung aus der Infotour.

"Ich habe mich im Vorfeld über die Situation der Flüchtlinge und des bürgerschaftlichen Engagements in Oschatz informiert und festgestellt, dass es in Oschatz offenbar gut funktionierende Strukturen gibt", meint Juliane Nagel, die im Anschluss an die Aktion in der Oschatzer Innenstadt das Flüchtlingswohnheim besucht und noch an einer Kreistagsfraktionssitzung der Linkspartei teilnimmt. Dabei spielt auch die Asylpolitik im Landkreis eine Rolle, ist die Rechtsdezernentin des Kreises Angelika Stoye eingeladen, über die momentane Situation in Nordsachsen zu sprechen.

"Wir suchen vor Ort auch das Gespräch mit den Willkommensbündnissen. Deshalb hoffe ich auch, bei der Fraktionssitzung mit Anja Terpitz vom Oschatzer Bündnis ins Gespräch zu kommen", so die Landtagsabgeordnete. Dabei ist die Akzeptanz von Flüchtlingen vor allem in kleinen Städten keine Selbstverständlichkeit. "Ich sehe sehr interessiert, dass hier das Thema Flüchtige offensiv bearbeitet wird. Das sieht beispielsweise in Ostsachsen anders aus, und insgesamt hat sich die Zahl der Demonstrationen und auch Angriffe auf Asylunterkünfte verdreifacht", nennt Nagel die statistischen Fakten.

Dabei hat die Leipziger Linke, die seit dem vergangenen Jahr im Dresdener Landtag sitzt, einen positiven Trend ausgemacht. "Es wird sichtbar, dass es auch Widerstand und Protest gegen Fremdenfeindlichkeit gibt. Viele Leute machen sich auf, spenden für Flüchtlinge oder schließen sich zu Bürgerbündnissen zusammen wie in Oschatz, um Leute hier aufzunehmen", sagt Nagel.

Und wie lautet die Botschaft, die Nagel und Forberg für Oschatz haben? "Leute, geht auf die Menschen zu, die angekommen sind. Hört euch ihre Geschichten, ihre Erlebnisse an und helft ihnen, hier über die Runden zu kommen", sagen die beiden Politiker.

Hagen Rösner

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