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Oschatz Liptitzer Geflügelzüchter unterstützt Kollegen aus Äthiopien
Region Oschatz Liptitzer Geflügelzüchter unterstützt Kollegen aus Äthiopien
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06:00 12.02.2019
Selbstvermarktung statt Massentierhaltung: Geflügelzüchter Jürgen Fiebig, hier mit Verkäuferin Kerstin Zinner, gibt sein Wissen an einen äthiopischen Investor weiter. Quelle: Foto: Roger Dietze
Liptitz/Wagelwitz

Das Telefon klingelte bei Jürgen Fiebig, seines Zeichens Betreiber einer Geflügelzucht in Liptitz bei Wermsdorf und Wagelwitz bei Grimma, kurz nach dem Jahreswechsel. Am anderen Ende der Leitung war der 33-jährige Tek Teklebrhan. Der studierte Agrar-Ökonom aus Äthiopien lebt und arbeitet in Leipzig. Auf der Suche nach einem regionalen Geflügelzüchter, der ihm bei der Umsetzung eines neuen beruflichen Projektes in seinem Heimatland das theoretisch-praktische Knowhow an die Hand geben könnte, war er im Internet auf Jürgen Fiebigs Firma gestoßen. Fiebig musste nicht lange überlegen.

Gute Investitionsmöglichkeiten in Äthiopien

„Die Möglichkeiten, in Äthiopien zu investieren, haben sich mit dem Amtsantritt des neuen Premiers Abiy Ahmed, mit dem die Menschen große Hoffnungen verbinden, deutlich zum Positiven gewandelt“, weiß Fiebig. Er wimmelte den Anrufer nicht etwa ab, sondern lud ihn nach Wagelwitz ein. „Das war für ihn eine ganz neue Welt, denn in seinem Studium hatte er nur theoretisches Wissen vermittelt bekommen und praktische Geflügelhaltung maximal bei Wiesenhof erlebt“, berichtet der 51-Jährige, dessen Wirtschaften sich grundsätzlich von dem des zur PHW-Gruppe gehörenden Großproduzenten unterscheidet, mit dem er bis vor einigen Jahren zusammengearbeitet hat. „Nach dem Ende dieser Kooperation stand ich vor der Entscheidung, den Betrieb aufzulösen oder aber die Massentierhaltung zugunsten der Direktvermarktung aufzugeben.“

Verkauf in historischem Fleischereigeschäft

Fiebig entschied sich für die zweite Variante und erwarb nun vor drei Monaten für den Verkauf auch das historische Fleischereigeschäft Müller in der Grimmaer Kreuzstraße, dessen Interieur aus dem Jahr 1892 stammt. „Ich habe diesen Schritt nicht bereut, die Geschäfte laufen gut“, so der Geflügelzüchter. Das Umstellen auf Freilandhaltung habe sich für ihn bezahlt gemacht, „weil es immer mehr Kunden gibt, denen die Regionalität und das Leben der Tiere vor deren Tod wichtig sind“. Entsprechend seien sie bereit, etwas mehr auszugeben, so Fiebig, auf dessen Liptitzer Hühnerhof rund 4500 Legehennen in Freilandhaltung aufgezogen werden.„Unser Besucher aus Äthiopien war von unserem Hof begeistert. Ich habe ihm empfohlen, den von ihm geplanten Betrieb für den Anfang in unserer Größenordnung zu konzipieren“, so der Wagelwitzer Direktvermarkter, der den Äthiopier mit Kontakten zu Futterlieferanten und Anbietern von entsprechenden Stallanlagen versorgte. „Er meint es ernst, hat bereits in seiner Heimat mit den entsprechenden Behörden verhandelt und plant, im Sommer die Grundsteinlegung zu vollziehen“, so Fiebig.

Einladung nach Afrika

Der Muldentaler ist nach Afrika eingeladen und soll das Vorhaben vor Ort 14 Tage begleiten. „Tek Teklebrhan macht auf mich einen entschlossenen Eindruck und weiß, dass es in seinem Heimatland eine große Nachfrage nach Eiern und Geflügel gibt.“

Mit Jürgen Fiebig hat sich der 33-jährige Unternehmer vom Horn von Afrika ganz sicher nicht den allerschlechtesten „Mentor“ ausgesucht. Denn neben zwei Hotels in der Messestadt beliefert der 51-jährige Selbstvermarkter unter anderem auch das Leipziger Gewandhaus mit Geflügelfleisch und Eiern.

Von roger dietze

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