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Löchriger Acker in Nebitzschenbei Mügeln

Löchriger Acker in Nebitzschenbei Mügeln

Ein abgesperrtes Terrain auf dem Acker in Nebitzschen: Das muss Landwirt Uwe Findeisen jetzt mit seinem Traktor umfahren. Denn plötzlich tat sich dort ein großes Loch auf - immerhin sechs Meter lang, drei Meter breit und 1,50 Meter tief.

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Der Tagesbruch auf dem Feld bei Nebitzschen wurde vom Sächsischen Oberbergamt gesperrt. Landwirt Uwe Findeisen weiß, dass dies kein Einzelfall ist.

Quelle: Sven Bartsch

Nebitzschen. Ein abgesperrtes Terrain auf dem Acker in Nebitzschen: Das muss Landwirt Uwe Findeisen jetzt mit seinem Traktor umfahren. Denn plötzlich tat sich dort ein großes Loch auf - immerhin sechs Meter lang, drei Meter breit und 1,50 Meter tief. Das Kaolinwerk Kemmlitz als Grundeigentümer schlug Alarm und schaltete das Sächsische Oberbergamt ein. Die Behörde ordnete die Sperrung an. Die Experten sprechen von einem Tagesbruch.

 

 

"Es handelt sich um Altbergbau des Colditzer Steingutwerkes aus der Vorkriegszeit", weiß Hans-Jürgen Miersch, Geschäftsführer der Kemmlitzer Kaolinwerke. 1941 sei der unterirdische Schacht zu Bruch gegangen. Miersch geht davon aus, dass damals nichts verfüllt worden ist. Durch die hohen Grundwasserstände der vergangenen Jahre würden nun immer wieder die so genannten Tagebrüche entstehen. "Da dieser ziemlich dicht an der Straße liegt, mussten wir handeln", sagt Miersch. "Die Strecke führt unterhalb der Straße über das Feld", weiß Diplom-Geologin Heidrun Anger vom Kemmlitzer Kaolinwerk. Sie hatte Einsicht in die Unterlagen des Bergarchivs genommen. Das solche Brüche entstehen sei nicht neu. Das weiß auch Landwirt Uwe Findeisen. "Schon mein Großvater hat uns Kinder damals geraten, Vorsicht walten zu lassen, um nicht plötzlich in ein tiefes Loch zu latschen." In der Region habe es jedes Jahr Setzungen gegeben, besonders nach Regen oder Hochwasserperioden. "Es wird noch mehr davon geben. Daran können wir nichts ändern. Das hätte damals komplett verfüllt werden müssen", so der Schlebener, der sich mit dieser nicht ganz ungefährlichen Situation mittlerweile abgefunden hat. "Einmal ist sogar ein Traktor während der Feldarbeit fast versenkt worden", erinnert er sich. Zu DDR-Zeiten seien solche Löcher einfach wieder zugeschüttet worden. Damit sei der Fall dann erledigt gewesen. Findeisen rechnet nicht damit, dass sich in Zukunft etwas ändern werde, "aus Kostengründen", wie er sagt.

Das Sächsische Oberbergamt Freiberg ließ das Areal zwischen dem Bereich der Straße, dem Tagebruch und der Bandanlage absperren und verbot die Nutzung durch den Pächter. "Derzeit wird geprüft, inwieweit weitere Sicherungs- und Verwahrungsarbeiten notwendig sind", sagte Martin Herrmann, Abteilungsleiter im Sächsischen Oberbergamt, auf OAZ-Anfrage.

Weitere Arbeiten seien noch nicht geplant. Es lägen auch noch keine Kostenschätzungen vor. Die Behörde könne weitere Brüche nicht ausschließen. "Es besteht insoweit die Gefahr einer Schadenserweiterung. Eine Gefährdung Dritter kann im vorliegenden Fall aber durch die Sperrung der Flächen in Verantwortung des Grundeigentümers ausgeschlossen werden", so Herrmann. Der Bruch sei auf einer Strecke des Kaolintiefbaues der Steingutfabrik Colditz gefallen. Insbesondere im genannten Bereich, aber auch im weiteren Umfeld können laut Herrmann weitere Tagesbrüche oder Einsenkungen nicht ausgeschlossen werden.

Heinz Großnick

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