Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Lothar Flehl hielt als erster Oschatzer die neuen D-Mark-Scheine in der Hand
Region Oschatz Lothar Flehl hielt als erster Oschatzer die neuen D-Mark-Scheine in der Hand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 06.06.2015
Anzeige
Oschatz

[gallery:600-44786934P-1]

Von Gabi Liebegall

Damals titelte die Leipziger Volkszeitung "Aus dem Kreis Oschatz": "Ein denkwürdiger Tag, der 1. Juli 1990. Mit Inkrafttreten des ersten deutsch-deutschen Staatsvertrages erhalten die Bürger die D-Mark. Ab 8 Uhr gab's am Sonntag bei allen Banken und der Post die wertvollen Scheine, die bekanntlich weltweit einen guten Ruf haben."

Aus aktuellem Anlass sprach die OAZ nach 25 Jahren noch einmal mit Lothar Flehl: Sind seine damaligen Wünsche in Erfüllung gegangen? Gab es auch Enttäuschungen? Um es gleich vorweg zu nehmen: Das T-Shirt mit dem Alf-Motiv, das er am 1. Juli 1990 trug, gibt es nicht mehr. "Das habe ich schon lange nicht mehr", sagt er.

Der 58-Jährige erinnert sich, dass er aus der Nachtschicht aus Riesa kam und sich gleich an der Filiale angestellt hatte. "Das hat sich so ergeben." Nach etwa 20 Minuten habe sich dann langsam eine Schlange gebildet.

Er habe sich sehr gefreut, dass er der erste Bürger in Oschatz mit der D-Mark war. Das kann er dann seinen Enkeln erzählen. Schließlich ist das so etwas wie ein kleines Stück Geschichte. "Ich habe mich sehr gefreut und gehofft, dass es die D-Mark lange gibt", erklärt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Als erstes habe sich Familie Flehl einen Farbfernseher gekauft, der Tochter finanziell bei der Wohnungseinrichtung geholfen und vier Tage in Frankfurt am Main verbracht. "Viel Geld auf einmal ausgeben - das haben wir nicht gemacht. Wir sind sehr sparsam."

Der Oschatz sagt stolz, dass er noch nie einen Kredit in Anspruch genommen und auch noch nie aus einem Katalog bestellt habe. "Wir leben nicht über unsere Verhältnisse, sondern geben nur das aus, was wir haben." In diesem Zusammenhang erzählt der Rangierer, dass er auch seinen Mercedes-Jahreswagen bar bezahlt hat. "Das war gespartes Geld." Dass das schon so lange und gut funktioniert, freut ihn. Darauf ist der Oschatzer stolz.

Gut mit Geld umzugehen, falle seiner Frau und ihm auch nicht schwer. Er hat das schon zu Hause gelernt, denn die Familie hatte elf Kinder. "Ich war der Jüngste."

Gabi Liebegall

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein attraktiver, zeitgemäßer und öffentlicher Spielplatz im Herzen der Stadt - das ist eine Wunschvorstellung von vielen Eltern und Kindern in Mügeln.

29.03.2018

Im Wermsdorfer Wahlkampf schiebt sich neuerdings die AfD ins Blickfeld - unter dem Konterfei des Einzelbewerbers für die Bürgermeisterwahl Bernd-Dieter Lehmann.

06.06.2015

Die alte Leckwitzer Trafostation ist überflüssig geworden, bleibt dem Ortsbild aber erhalten und wird für eine neue Aufgabe ausgerüstet: Hier sollen bald die ersten Vögel piepen.

06.06.2015
Anzeige