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Mahliser führen russisches Märchen in der Dorfkirche auf

Theater Mahliser führen russisches Märchen in der Dorfkirche auf

Die Kirche ist kalt, Kostüme gibt es keine und bei den Requisiten ist so-tun-als-ob angesagt. Noch laufen die Proben für das Mahliser Weihnachtsmärchen. Doch schon bald werden die Macher der Theaterwelt das Innere der kleinen Dorfkirche verzaubert haben.

Roland Beier als Lehrer: Im russischen Märchen, das dieses Jahr in Mahlis aufgeführt wird, müht er sich mit einer störrischen Schülerin.

Quelle: Dirk Hunger

Mahlis. Im Altarraum sind dann Bühnenbilder aufgebaut, Scheinwerfer setzen farbige Lichtakzente, die passende Musik kommt vom Band - und mollig warm wird es außerdem sein.

Das zweite Adventswochenende wird dann Theater gespielt. Was genau, daraus machen sie in Mahlis traditionell ein großes Geheimnis. Regie führt Sibylle Melzer vom Heimatverein, und sie verrät immerhin schon so viel: Ein russisches Märchen bringt man dieses Jahr auf die Bühne. Ein wenig bekanntes. "Ich weiß nicht einmal, wer der ursprüngliche Verfasser war und habe nach langem Suchen ein Drehbuch und einen Film auf Youtube dazu gefunden", verrät sie. Daraus wiederum wurde dann das Mahliser Drehbuch, das erst von 30 auf 24 und schließlich auf 20 Seiten gekürzt wurde. Knapp anderthalb Stunden dauert eine Aufführung dann trotzdem. Auch am 4. Dezember, wenn vormittags zweimal für Kinder aus Tagesstätten und Schulen gespielt wird. Ob die Kleinen so lange still sitzen können? "Sie können", ist Sibylle Melzer überzeugt. Eingespielte Filme, die eigens für die Theaterwelt produziert werden, und witzige Werbespots für die Region lockern das Ganze auf.

Die Dreharbeiten dafür haben bereits im Sommer begonnen. Seit Wochen wird an Kostümen und Kulissen gearbeitet. "Das hat schon ein ziemliches Ausmaß angenommen", räumt die Vereinschefin ein und fügt schnell hinzu: "Es wächst uns aber nicht über den Kopf." Rund 30 Leute sind bei den Aufführungen auf und hinter der Bühne im Einsatz, darunter auch einige Schüler, die für die Freitagsauftritte vom Unterricht befreit werden müssen. "Bisher hat das immer geklappt. Die Lehrer freut es, wenn sich ihre Schüler für eine gute Sache einsetzen und unterstützen das dann auch", hat Lars Hoschkara bei seinen eigenen Kindern erfahren.

Eigentlich begann das Theater in Mahlis vor Jahren, weil junge Eltern für ihre Kinder ein Märchen inszenierten. Dass genau diese Kinder nun selbst mitmachen und für andere spielen, zeigt, wie gut das Weihnachtsmärchen ankommt. Nach Klassikern von den Brüdern Grimm wagen sich die Mahliser zunehmend an andere Stoffe. "Wir haben mit dem 'Zauberkissen' einmal ein modernes Stück aufgeführt, das kaum einer kannte und auch das kam gut an", erinnert Sibylle Melzer. "Hänsel und Gretel muss man nicht weiter erklären, aber bei unbekannten Märchen müssen wir viel mehr darauf achten, dass die Geschichte stimmig ist", sagt sie.

In den vergangenen Jahren wurden viele Gags in die Stücke gestreut, arbeiteten die Laiendarsteller wunderbar selbstironisch mit Situationskomik. Und nun? Russische Märchen sind oft von Melancholie geprägt und kommen etwas schwermütig daher. "Stimmt", sagt Lars Hoschkara, "aber die Mischung macht es: Bei uns schwankt das Ganze zwischen Kalinka und Trauermarsch. Es wird auch schon einmal russisch-frostig, aber am Ende ist alles gut." Sich anderen Stoffen anzunähern sei notwendig, schließlich könne man sich nicht Jahr für Jahr steigern. "Dann ist es schon besser, nicht vergleichbar zu sein", findet er.

Die Darsteller geben alles, um auch dieses Jahr wieder ihre Zuschauer zu begeistern. In großen Rollen glänzen Daniela König und Konni Seifert, die während der ersten Proben noch mit Manuskriptheft hantieren, auf der noch leeren Bühne aber bereits Vollgas geben. Manche Textseiten sehen da schon reichlich zerfleddert aus. "Daran sieht man, dass jemand viel Text, also eine große Rolle hat", findet Sibylle Melzer. Die Erklärung von Daniela König fällt anders aus: "Daran sieht man, dass ich immer Text lerne, wenn ich mit meinem Hund im Wald spaziere." Ob beim Gassigehen, in der Mittagspause oder abends beim Vollbad: Jeder lernt seine Rolle anders und muss dranbleiben. Auch weil sich zwischendurch immer noch etwas ändern kann. "Manche Szenen haben wir dreimal umgeschrieben, bis es endlich richtig witzig war", so Sibylle Melzer. Das diesjährige Märchen baue sich langsam auf und werde zum Ende hin immer turbulenter. "Das wird ein Riesenspaß", sind die Macher überzeugt. Davon können sich jetzt auch die Besucher in Mahlis überzeugen.

Öffentliche Aufführungen sind am 5. Dezember ab 17 und ab 20 Uhr sowie am 6. Dezember ab 17 Uhr in der Mahliser Kirche. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.

Jana Brechlin

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