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Oschatz Mahliser gegen Aufnahme jugendlicher Flüchtlinge
Region Oschatz Mahliser gegen Aufnahme jugendlicher Flüchtlinge
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15:02 20.05.2016
Noch leben unbegleitete minderjährige Ausländer im Schullandheim Lampersdorf, das dafür jedoch nur bis zum ersten Quartal 2017 zur Verfügung steht. Dann sollen die Flüchtlinge nach Mahlis ziehen können. Quelle: Dirk Hunger
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Wermsdorf/Mahlis

Das könnte schwierig werden: Die ehemalige Schule in der Mahliser Bahnhofstraße ist als dauerhafte Unterkunft für die Kinder- und Jugendhilfe im Gespräch. Bei einer Informationsveranstaltung am Donnerstag im rappelvollen Sitzungssaal des Alten Jagdschlosses wurde dagegen deutlicher Widerstand geäußert, der sich vor allem auf die geplante Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern – kurz Umas – bezog.

Wie der nordsächsische Sozialdezernent Hans-Günter Sirrenberg informierte, sei der Landkreis auf der Suche nach einer Einrichtung zur dauerhaften Unterkunft. Bisher werden die jungen Flüchtlinge im Gemeindegebiet im Lampersdorfer Schullandheim sowie im Rüstzeitheim Wermsdorf betreut. Vor allem letzteres ist eine Übergangslösung, die nur noch bis 2017 zur Verfügung stehen soll. „Wir könnten die Umas dann nach Mahlis umleiten“, so Sirrenberg, „und später dort Kinder in Obhut nehmen, die nicht in ihren Familien bleiben können.“ Aktuell habe das der Landkreis bei 190 Mädchen und Jungen veranlasst, es würden dafür Plätze gebraucht, weshalb das Haus in Mahlis künftig ähnlich dem Kinderheim in Borna geführt werden könnte.

Landesjugendamt, Bauordnung und Brandschutzbehörde hätten den Standort als geeignet eingeschätzt. Umbauten seien dennoch nötig, so dass hier voraussichtlich erst nächstes Jahr die ersten Flüchtlinge einziehen können. „Entschieden ist noch gar nichts, aber wir als Kommune haben die Aufgabe, den Landkreis zu unterstützen, und ich bin der Meinung, dass unsere Gemeinde in der Lage ist, die Leute aufzunehmen“, sagte Bürgermeister Matthias Müller (CDU). Ein Verkauf der Immobilie in Mahlis sei bisher nicht gelungen. Müller verwies auf das problemlose Zusammenleben in Lampersdorf und Wermsdorf sowie das Engagement von Privatpersonen und Vereinen wie etwa den Fußballern des FSV Blau-Weiß bei der Integration.

Überzeugen konnte er die Gegner damit nicht. Sie führten ins Feld, dass Mahlis den jungen Leuten nichts zu bieten habe und diese deshalb zwangsläufig auf dumme Ideen kommen müssten. Da konnte Thomas Dittmann vom Bildungs- und Sozialwerk Muldental als möglicher Träger noch so sehr versichern, dass rund um die Uhr Mitarbeiter anwesend sein würden. Die Bedenken konnte er nicht bei allen zerstreuen.

Von Jana Brechlin

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